Ein Vorsatz für das neue Jahr: weniger Messen.



Gute Vorsätze gehören zur Feier des Neujahrs hinzu wie die Silvesterraketen.
Man nimmt sich viel vor: mehr Sport, gesünder Essen, mehr für die Schule/Uni/Arbeit lernen.
Aber auch im Diabetesbereich lässt sich so einiges tun.
Im nächsten Jahr möchte ich hier an mir arbeiten, an einem Problem, welches vielleicht nicht vielen Menschen mit Diabetes geläufig ist.
Weniger Blutzucker messen.



Meine ersten Jahre als Diabetiker waren nicht leicht - die Angsterkrankung und schwankende Werte in der doch recht langen Honeymoon Phase mussten in Schach gehalten werden.
Zu der Zeit war es normal und in Ordnung, dass ich bis zu 24x am Tag meinen Blutzucker testete, denn ich brauchte dieses Gefühl der Kontrolle und die damit einhergehende Sicherheit - beides wichtige Konstanten, die damals in meinem Leben fehlten.

Heute sind die Panikattacken Gespenster der Vergangenheit und auch meine Blutzuckerwerte haben sich einigermaßen normalisiert.
Was bleibt ist der Drang, viel und oft zu messen.
Es macht mich nervös, wenn ich nicht weiß, wo sich mein Blutzuckerwert gerade befindet.

Natürlich ist mir bewusst, dass Blutzuckerwerte eine Stunde nach dem Essen nicht besonders aussagekräftig sind und ich in Gefahr laufe, mit Korrektur oder Essensnachschub zu übertreiben.
Auch bei Unterzuckerungen hat es wohl wenig Sinn, 5 Minuten nach der ersten Colazufuhr erneut zu messen und auf einen Blutzuckeranstieg zu hoffen.

Ich weiß, dass diese Messungen unnötig sind.
Das Problem: Es ist verdammt schwer, dieses Laster loszuwerden.
Denn im Prinzip ist alles wie bei den Panikattacken: Ich muss ein Gefühl meines Körpers unterdrücken, ich muss gegen mich selbst arbeiten und mein Unterbewusstsein bezwingen.
Davor habe ich Respekt und ich bin nicht sicher, ob ich es allein schaffen kann.
Was ich weiß, ist: Ich bin bereit dafür.
Die letzten Jahre habe ich an einigen Baustellen gearbeitet und diese erfolgreich abgeschlossen.
Was nun folgt ist gewissermaßen der Feinschliff.
Das, was mir noch fehlt, um wieder ein völlig entspanntes Leben führen zu können.

Mein Schlachtplan

Mein Schlachtplan ist momentan noch eine Liste an Dingen, die ich tun sollte, um mein Vorhaben umzusetzen.

Meine Faktoren neu aufstellen
Schon seit längerer Zeit spritze ich zum Frühstück weniger KE als ich tatsächlich zu mir nehme.
Das ist natürlich ein deutliches Zeichen dafür, dass meine Faktoren nicht mehr stimmen.
Wenn ich diesen Schritt ausgeführt und meine Faktoren angepasst habe, kann ich auch ein viel besseres Gefühl daraus ziehen.
Dann können meine Blutzuckerwerte nur noch außerhalb des Zielbereiches landen, wenn ich mich verschätze.
Was doch eher selten vorkommt.

Mantras ausdenken
Das klingt albern, aber kleine Sprüche helfen mir oft dabei, Ruhe zu bewahren.
- Du weißt, dass du Unterzuckerungen und Überzuckerungen spüren kannst. Höre auf deinen Körper.
- Der Wert jetzt wäre nicht aussagekräftig.
- In einer Viertelstunde wird der Wert wieder im Normalbereich sein.


Die Uhr verfolgen
In der Anfangszeit würde ich mir gerne einen Plan aufstellen, mit den Zeiten bzw. Phasen, in denen ich messen "darf", Anfang alle 2 Stunden.
Ausgenommen davon sind Phasen, in denen ich mich unter-/ oder überzuckert fühle.
Die Zwei Stunden Regelung möchte ich dann selbstverständlich ausdehnen.


Akribisch Tagebuch führen
Ich bin darin wirklich nicht besonders gut - wenn ich aufschreibe, sind es eher Wochen, die ich nachtrage.
Für mein Vorhaben aber möchte ich das Tagebuch mitnehmen und nach jeder Messung eintragen.
Auch wie ich mich fühle.


Das ganze hört sich jetzt wie ein riesiges Vorhaben an. Das ist es nicht.
An den meisten Tagen schaffe ich es sogar ganz ohne Mühen, wenig zu messen.
Es sind eher die wenigen Ausrutscher, die mir Sorgen machen und die in letzter Zeit etwas mehr geworden sind.
In der neuen Phase trage ich dann auch das Libre nicht mehr, denn so sehr ich es genieße, so zu messen - die Werte sind mir seit den letzten 3 Sensoren viel zu ungenau und das ganze Nachmessen mit wirklich erheblichen Unterschieden in den Blutzuckerwerten macht mir keinen Spaß mehr.
Für das Geld, welches ich so spare, kann ich mir dann lieber kleine Belohnungen leisten.


Ich hoffe, dass ihr mich bei meinem Vorhaben unterstützt und vielleicht noch ein paar hilfreiche Tipps für mich parat habt.
Danke dafür!

Diabeteschaos - die Eingewöhnung in einen neuen Alltag


Lange habe ich nichts von mir hören lassen, denn ich war viel zu beschäftigt damit, mich an meinem Studienort einzuleben, neue Freunde kennenzulernen und zu lernen.
Ich bin sehr glücklich damit, hier gelandet zu sein - das Einzige, was mein Glück etwas trübt, ist mein momentanes Diabeteschaos.
Denn nicht nur ich muss mich an einen neuen Alltag gewöhnen, auch mein Diabetes reagiert darauf - und das nicht gerade gut.



Bestimmt kennt ihr das auch - andere Arbeits- und Essenszeiten, neue Angewohnheiten.
Da braucht es einfach ein bisschen, bis die innere Uhr mitmacht und das Diabetesmonster nicht mehr verwirrt ist.
Die Basalrate und benötigtes Mahlzeiteninsulin müssen angepasst werden und das bedeutet tüfteln.
Tüfteln in einer Phase, in der man sowieso viel um die Ohren hat und viel Neues geschieht, ist allerdings gar nicht so einfach.
Deswegen muss ich gestehen, dass mein Diabetes jetzt eine Zeit lang hinten anstand.
Ich habe hingenommen, dass die Werte spinnen und hohe bzw. niedrige Werte behoben, ohne danach nach dem Grund zu suchen.

Nun müsste ich eigentlich etwas dagegen unternehmen, beispielsweise einen Basalratentest durchführen.
Das Problem ist dabei nur, dass jeder Tag hier anders aussieht und ich tatsächlich fast jeden Tag andere Faktoren brauche.
Für jeden Wochentag ein eigenes Schema zu haben, ist aber auch unmöglich.

Und jetzt kommen auch noch die Weihnachtsferien dazwischen, so dass ich mein Vorhaben erst mal auf Eis legen muss.
Immerhin sind meine Werte zuhause bei meinen Eltern immer brav, hoffentlich auch in der Weihnachtszeit.
Ich weiß jetzt schon, dass ich die Basalrate erhöhen muss, bei all dem Essen und Rumsitzen.
Wenigstens das bleibt jedes Jahr gleich.

Um euch und auch mir einen besseren Einblick zu geben, würde ich gern ein paar Situationen niederschreiben, die ich einfach nicht verstehe.
Vielleicht hat ja einer von euch eine Idee, wie es zu diesen Werten kommen konnte.

Mittlerweile gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio und habe meine Werte dort ganz gut im Griff.
Diese Woche aber lief alles schief.
Für das Frühstück gab ich etwas weniger Insulin ab und machte mich danach auf ins Studio.
Nach einer Runde auf dem Laufband war ich bei 127mg/dL mit noch 3 wirkenden Einheiten angelangt.
Ich aß notgedrungen eine Banane und ein Traubenzuckerplättchen und setzte das Training fort.
Mit 150mg/dL kam ich heraus und war ganz zufrieden, so könnte es immer laufen.
Eine Stunde später stieg mein Blutzucker auf 270mg/dL an und ich war verwirrt.
Zwar hatte ich schon mal gehört, dass das nach dem Sport passieren kann, aber das Warum habe ich schon wieder vergessen.
Ein Tipp, wie das zu vermeiden ist, wäre jedenfalls super.



Manchmal habe ich Nächte, in denen mein Blutzucker 3-4 Stunden nach dem letzten Essen plötzlich auf über 250mg/dL ansteigt.
(Und nein, ich esse nichts Fettiges.)
Als ich dann Korrektur gespritzt habe, wachte ich gegen Drei mit 50mg/dL. auf.
Kein schönes Erwachen also.
Wenn ich aber nicht korrigiere, lande ich morgens wieder zwischen 90-130mg/dL.

Ein weiteres Problem ist mein Spritz-Ess-Abstand am Morgen.
Manchmal brauche ich diese Viertelstunde, manchmal jedoch nicht.
Leider lässt es sich nicht abschätzen, wann ich den SEA nutzen muss.
Daraus resultieren natürlich viele Unter- bzw. Überzuckerungen, die ich kaum vermeiden kann.



Am Montag habe ich endlich einen Termin bei meinem neuen Diabetologen und ich hoffe, dass wir einige meiner Probleme angehen können.
Drückt mir die Daumen, dass es ein fähiger Arzt ist!
Ich werde euch dann berichten.


Habt ihr auch einige unerklärbare Blutzucker-Phänomene wie diese?
Schreibt mir doch gern von euren Erlebnissen.

Diabetesfrischling - von heute auf morgen verändert sich dein ganzes Leben #dbw15


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DBW15 Samstag – Diabetes-Frischling

Als Diabetes-Frischling hat man es nicht leicht. Alles ist neu und ungewohnt. Wo soll man anfangen, was darf man und was nicht? Welche Tipps und Tricks würdet ihr einem Neu-Diagnostizierten mit auf den Weg geben?

Von heute auf morgen verändert sich dein ganzes Leben.
Plötzlich bekommt dein Alltag noch ein paar Aufgaben hinzu und dein Hirn ist in ständiger Alarmbereitschaft, um an alles zu denken, was du seit der Diagnose gelernt hast.
Seit der Arzt dir erzählte, dass du Diabetes hast.
Vielleicht wusstest du schon vorher etwas über diese Erkrankung, vielleicht auch nicht.
Es ist am Anfang überwältigend, auf eine schreckliche Art und Weise.

Dein Leben wird vermutlich nie wieder so sein wie davor.
Jedenfalls kommt es dir so vor, als könnte diese chronische Erkrankung dich nie wieder glücklich sein lassen.
Dein ganzes Leben wirst du sie jetzt mit dir herumtragen, du kannst nichts dagegen tun und hättest es nicht verhindern können.
Scheiß Schicksal, womit hast du das verdient?

Auch mich belastet es manchmal, dass ich mein ganzes restliches Leben (außer es geschehen noch Zeichen und Wunder) mit meinem Diabetes teilen muss.
Aber es hält mich nicht davon ab, glücklich zu sein.
Es hält mich nicht davon ab, meine Träume zu verwirklichen.

Die Erkenntnis, dass ich irgendwann wieder glücklich sein kann, hat mir wirklich gut geholfen.
Denn am Anfang habe ich es auch nicht geglaubt.
Bis ich anfing, mich mit anderen Diabetikern auszutauschen und Diabetesblogs zu lesen.
Ich war damals zwar noch nicht über den Berg und hatte mein "Schicksal" noch lange nicht akzeptiert, aber ich nahm diese positiven Gedanken an.
Wenn andere Diabetiker so entspannt mit ihrem Diabetes umgehen und ein ganz normales, zufriedenes Leben führen, dann kann ich das auch!



Glücklich sein mit Diabetes bedeutet für mich nicht, dass ich immer zufrieden mit meinem Diabetes bin oder nie schlechte Phasen habe, die mich deprimieren.
Es bedeutet für mich, dass ich die Hoffnung nicht aufgebe; dass ich meine positiven Gedanken aufrecht erhalten kann.
Ich lasse es zu, schlechte Tage zu haben, denn die hat jeder und ich denke, diese Tage sind auch für Nichtdiabetiker verständlich.
Es ist auch okay, wenn man wütend ist, weil man Diabetes hat.
Klar gibt es Schlimmeres, es gibt immer Schlimmeres.
Aber das heißt nicht, dass man sich schuldig fühlen muss, wenn es einem mal zu viel wird.
Lass diese Gefühle zu, lass sie raus - und dann lass sie gehen.

Bei mir hat dieser Prozess vier lange Jahre gedauert.
Natürlich hatte das bei mir noch andere Gründe.
Fakt ist, dass es mir die ersten zwei Jahre als Diabetiker sehr schlecht ging.
Ein Jahr brauchte es, um positive Gedanken und Wünsche zu formen und ein weiteres Jahr, um diese umzusetzen.
Aber jetzt, jetzt bin ich wirklich glücklich. Auch mit Diabetes.

Deutschland misst seinen Blutzucker - die 11 ungewöhnlichsten Orte #dbw15



Deutschland misst seinen Blutzucker

…und zwar hier und dort und auch mal mit kleinen Eskapaden. Wo ist dein ungewöhnlichster Ort an dem du gemessen hast, gab es schon mal “Mess-Unfälle”, lustige oder gar unangenehme Situationen beim Blutzucker-Check?
Ganz egal ob du deinen Blutzucker innerhalb oder ausserhalb von Deutschland misst.

Für die heutige Aufgabe habe ich mir 11 ungewöhnliche Orte bzw. Situationen herausgesucht, an bzw. in denen ich schon Blutzucker gemessen habe.
Grundsätzlich messe ich meinen Blutzucker überall, denn wenn ich messe, hat das entweder den Grund, dass ich etwas Essen oder mich absichern möchte, dass alles in Ordnung ist.
Das kann dann auch nicht noch eine halbe Stunde warten, sondern muss gleich erledigt werden.
Ich nehme mir dafür einfach alle Freiheiten heraus und ignoriere die Blicke, die zwischen ängstlich, besorgt, interessiert und mitleidig wechseln.
Mir wurde schon an den Kopf geworfen, ich soll nicht in der Öffentlichkeit messen, weil es "eklig" sei.
Das hat mich zwar für einen kurzen Augenblick aus der Bahn geworfen, aber hält mich natürlich nicht davon ab, das zu tun, was für mein Leben sehr wichtig ist.
Es ist ja auch nicht so, als würde ich davor eine große Ankündigung machen: Ich messe meist so still und leise, dass es die anderen Menschen im Raum nicht mal mitbekommen.
Wenn wer fragt, erzähle ich natürlich gern, was ich da gerade gemacht habe.
Und zum Glück überwiegen die interessierten Gesichter.

Dass es sehr wichtig ist, seinen Blutzucker regelmäßig zu checken, auch wenn man kein Diabetiker ist, ist in der Gesellschaft leider noch nicht angekommen.
Ich möchte daher noch kurz auf ein tolles Projekt verweisen, über das Tine in der Blood-Sugar-Lounge geschrieben hat.
Mehr Infos gibt es auch hier.

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1. Am Strand


Da ich dicht am Wasser wohne, bin ich vor allem im Sommer oft am Strand.
Dort ist das Blutzucker messen mit sandigen Fingern gar nicht so einfach und man muss aufpassen, dass die Geräte nicht überhitzen.


2. Beim Auto fahren


Normalerweise ist es wohl genau so wenig erlaubt, ein Messgerät zu bedienen, wie auf der Autofahrt mit dem Handy zu telefonieren.
Manchmal muss es aber sein, deswegen liegt mein Messgerät immer schön griffbereit auf dem Beifahrersitz.
Noch besser ist es, wenn gleich ein Beifahrer dabei ist.
Mit dem Libre ist das Messen natürlich viel einfacher geworden.


3. Auf Island




Während meiner Islandreise bin ich viel gewandert und musste demnach auch öfter messen.
Neben Wasserfällen, auf einem Vulkankrater oder bei der Gletscherlagune.
Egal, wie nass oder kalt es war.


4. Auf meinem Abiball


Damals noch mit Pens unterwegs, war ich wirklich froh, einen Beinschlitz im Abendkleid zu haben.
Messen war auch kein Problem, kannte doch jeder Mitschüler im Raum das Klicken und Pieksen.


5. Im Supermarkt


Irgendwie blöd, aber auch sehr praktisch, im Supermarkt zu unterzuckern.
Die rettenden Hypohelfer stehen gleich im Regal nebenan!


6. Beim Fotoshooting


Für ein Schulprojekt haben meine beste Freundin und ich alte Märchen nachgestellt und uns eine Version in der Gegenwart ausgedacht.
Vor dem Shooting als Rotkäppchen war ich leider unterzuckert - und dabei ist dieser "wunderschöne" Schnappschuss entstanden.
Danke, Pia.


7. Auf der Parkbank im strömenden Regen


Es gibt wirklich nichts Schöneres, wenn der Pod mitten auf dem Weg den Geist aufgibt.
Noch besser, wenn es in Strömen regnet und matschiges Laub auf den Straßen liegt.
Aber es nützt nichts.
Der Pod muss gewechselt und der Blutzucker gemessen werden.
Natürlich war der Wert ziemlich hoch, da der Pod wohl schon eine ganze Weile nicht mehr richtig lief.


8. Auf Reisen


Mitten auf der Millenium Bridge in London oder in Prags steilen Straßen.
Der Blutzucker spielt beim Reisen gern mal verrückt.


9. Im Labor


Bei den Chemikalien und Dämpfen der vermutlich schlechteste Ort, um Blutzucker zu messen.
Aber hey, wenn ich unterzuckert bin, kann ich schließlich nicht klar denken!


10. Auf dem Jahrmarkt


Schaubuden, Spiele, Riesenrad und leckeres Essen?
Da muss besonders gut auf die Werte geachtet werden!


11. Im Casino in Las Vegas


Bei all dem Klingeln, Surren, Jubel und den grellen Lichtern in den Casinos von Las Vegas wusste ich gar nicht mehr so richtig, wie ich mich fühlte.
Und mit 100mg/dl hatte ich dann meinen persönlichen Jackpot geknackt. :-)

Mein Diabetes Moment 2015 #dbw15



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Das Jahr 2015 war für mich das beste Jahr seit der Diagnose, sowohl gesundheitlich als auch privat.

Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase "kooperieren" mein Sensor und meine Pumpe hervorragend miteinander, ich kann meine Blutzuckerwerte nun viel besser und einfacher kontrollieren.
Auch weiß ich jetzt, das mein Gefühl immer richtig liegt, was Hypos oder Überzuckerungen angeht.
Mein letzter HbA1c war der Beste, den ich je hatte und das ohne viele Unterzuckerungen!

Am Glücklichsten macht es mich aber, dass ich dadurch endlich etwas entspannter geworden bin, was Unter- oder Überzuckerungen angeht.
Früher bin ich bereits bei einem Wert von 70mg/dl in Panik geraten, heute bleibe ich ruhig, so gut wie das bei einer Hypo eben geht.
Ich bin auch nicht mehr so übereifrig und spritze jeden schlechten Wert sofort Korrektur - und mir geht es so tatsächlich viel besser als vorher, darüber habe ich ja bereits berichtet.

Dieses Jahr durfte ich bereits viele schöne Momente erleben und tolle Menschen kennenlernen, ein paar Erlebnisse lasse ich hier Revue passieren:

Der Januar startete mit dem T1DAY in Berlin und der Warming-Party der Blood-Sugar-Lounge.
Dort sah ich viele bekannte Gesichter das erste Mal "live", mittlerweile habe ich das Gefühl, alle schon jahrelang zu kennen.
Es war auf jeden Fall ein toller Tag und ich hoffe, auch am nächsten T1DAY dabei sein zu können!





Im März ging es mit Roche nach München, der erste #SocialMediendialog fand auf Schloss Hohenkammer statt.




In Karlsruhe fand im Mai ein Workshop von der Blood-Sugar-Lounge statt, bei dem ich endlich auch den Rest des Autorenteams kennenlernen durfte.





Richtig aufregend wurde es im Juni - der Diabeteshelden Film mit mir in der Hauptrolle wurde gedreht!
Ich kann es kaum noch abwarten, bis der Kurzfilm endlich veröffentlicht wird und ich ihn mit euch teilen kann.
Es war auf jeden Fall ein spannender Tag mit lieben Freunden und einem tollen Filmteam!



Ein von Lea (@kaarael) gepostetes Foto am


Der September war vollgepackt mit Diabetesevents und obwohl es zeitweise etwas stressig war, ist er mal wieder mein Lieblingsmonat des Jahres (jedenfalls bis jetzt).

Erst ging es sehr spontan zum EASD2015 nach Stockholm, mein erstes internationales Event und mein erstes Mal in Schweden!






Weiter ging es dann nach Düsseldorf, zum Kick-Off-Event der Aktion #100ProzentIch von Bayer Diabetescare!
Auf diesem Workshop lernten wir das perfekte "Foodie" zu knipsen.
Und mein Nachtisch ist doch ganz gut gelungen, oder was sagt ihr? ;-)



Ein von tine (@saytine) gepostetes Foto am


Für all diese Momente bin ich sehr dankbar - noch einmal: ich liebe unsere #dedoc Community!
Ich bin sehr froh, euch alle zu kennen.

Im November geht es noch mal weiter:
Ich werde zum Weltdiabetestag in Düsseldorf sein, das Event findet bereits am 08. November statt, also ein Wochenende vorher.
Am 14. November, dem offiziellen Tag, bin ich in Schleswig anzutreffen, mehr dazu hier.
Ich würde mich wahnsinnig freuen, euch dort zu treffen!

Studium mit Diabetes - neue Stadt, neue Menschen, neue Uni!


Da mein Studium einen großen Teil meines Lebens ausmachen wird, starte ich ab jetzt die Serie "Studium mit Diabetes", in der ich über alles berichten werde, was ich mit meinem Diabetes in der Uni so erlebe.

Treue Leser wissen sicherlich, dass ich bereits letztes Jahr ein Studium begonnen habe, allerdings war da immer ein ganz anderer Berufswunsch in meinem Kopf und auch in meinem Leben, der einfach zu groß ist, als dass ich ohne ihn glücklich werden könnte.
Schon immer hat mich alles Kreative begeistert, mit Fünf schrieb ich bereits erste kleine Geschichten auf gefaltete DIN A4 Blätter und zeichnete dazu. Später kam die Fotografie hinzu.
Ich habe mir gesagt, dass das Schreiben und Fotografieren mein Leben als Hobby begleiten kann, aber ich habe gemerkt, dass mich das nicht wirklich glücklich macht.
Um genau zu sein, war ich sogar lange unglücklich und habe gehadert, ob meine Entscheidung wirklich die Richtige ist.
Jetzt weiß ich, dass es die beste Entscheidung war, auf mein Gefühl zu hören.
Denn momentan bin ich so glücklich und zufrieden wie noch nie und ich hoffe, dass das jetzt eine ganze Weile lang so bleibt.

happy me, happy life

Also, was genau studiere ich jetzt eigentlich?
Islamwissenschaften und Geschichte - ich wollte ein Studium, dass mir persönlich Spaß bringt, mich aber auch fordert und in dem ich viele verschiedene Entfaltungsmöglichkeiten habe.
Zwar ist es mein Plan, Journalistin zu werden, aber man weiß nie, was das Leben bringt.

Ab jetzt wohne ich glücklicherweise nicht mehr alleine, sondern in einer Wohngemeinschaft.
Insgeheim überlegen die Jungs schon ein gutes Thema für die Blood-Sugar-Lounge, schließlich haben sie jetzt eine Mitbewohnerin, die, ich zitiere: "manchmal piept".
Von meinem Diabetes habe ich bereits bei der Wg-Besichtigung erzählt, einfach weil es gerade zum Thema passte.
Spätestens, wenn ich mit dem Libre meinen Blutzucker "scanne", sind alle Neulinge der Diabeteswelt begeistert.

Diabetiker haben immer die größten Taschen ;)



So ist es relativ einfach, ins Gespräch zu kommen und aufzuklären, noch bevor doofe Fragen aufkommen.
Tatsächlich scheinen sich die meisten Menschen hier aber einigermaßen mit Diabetes auszukennen, denn ich werde zwar oft ausgefragt, aber außer den mitleidigen Blicken gab es nichts, was mich störte.
Ich bin sehr froh, dass ich so offen mit dem Diabetes umgehen kann, denn in letzter Zeit bin ich recht oft unterzuckert und es wäre wirklich blöd, mit einem Gehirn auf Energiesparmodus ins Erklären zu verfallen.
Meine neuen Freunde wissen nun schon Bescheid und helfen mir, wo sie können - das ist sicher der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.
Wenn nicht, besteche ich sie einfach mit ein paar Traubenzuckerplättchen.



Mein erster richtiger Tag an der Uni begann am Montag mit einem Arabisch Vorkurs.
Die Sprache ist, wie ihr euch sicher vorstellen könnt, alles anderes als einfach, aber es bringt unglaublich viel Spaß und bestärkt mich noch mal darin, das Richtige gewählt zu haben.
Übrigens: Eins der ersten Wörter, die wir gelernt haben, war Zucker!
Jetzt weiß ich immerhin schon, wie ich in einem arabischsprachigen Land bei einer Unterzuckerung schnell Hypohilfe bekomme.

Die nächsten Monate werden sicher sehr interessant für mich und ich bin schon gespannt, was mich erwartet.
Ein paar der schönsten Momente werde ich wie immer mit euch teilen.
Mein erstes Abenteuer wird nun aber die Anmeldung im Fitnessstudio sein, ihr dürft mir gern Tipps geben, was ihr beim Sport mit Diabetes so beachtet.



Diabetesstreber - wie viel Management ist eigentlich zu viel?


Noch vor einem Jahr war ich aufgrund meiner Blutzuckerwerte oft frustriert.
Mein Leben glich einem Freizeitpark, in dem ich die letzten Jahre nur Achterbahn gefahren bin.

Die Blutzuckerwerte waren trotz engmaschiger Kontrolle und eiserner Disziplin nicht zufriedenstellend, die vielen Kurven und Loopings machten mich müde und antriebslos.
Natürlich hängt das auch mit meiner Psyche zu der Zeit zusammen, darum geht es mir heute aber nicht.
Eher darum, dass ich mich in mein Diabetesmanagement regelrecht reingesteigert habe und schon der kleinste Ausrutscher nach oben oder unten meinen ganzen Tag verdorben hat.

einfach positiv bleiben, auch wenn es schwer fällt

Vermutlich musste ich einfach erst lernen, locker mit meinem Diabetes umzugehen, trotzdem stellt sich mir die Frage:

Kann man auch zu viel für eine gute Einstellung tun? Wie viel Management ist ZU viel?

Klar ist: Wir sollten unseren Diabetes beherrschen, nicht Diabetes uns.
So einfach ist das aber gar nicht, können schlechte Werte doch schnell deprimieren.
Zu allererst sollte man sich klarmachen, woher dieser Ausrutscher kommt.
Stress, Krankheit, verschätzt, unpassende Basalrate oder liegt es vielleicht doch am Wetterumschwung?
Nicht immer findet man heraus, warum die Blutzuckerwerte gerade nicht stimmen und das ist auch okay.
Wir sind nun mal keine Maschinen, die immer gleich laufen und meist eine Bedienungsanleitung besitzen.
Jeder von uns hat eine genau so individuelle Einstellung wie einen Fingerabdruck, auch wenn Parallelen erkennbar sind.
Der Wert lässt sich auch sicher nicht ändern, wenn man grübelt, bis der Kopf raucht und sich dazu auch noch schwärz ärgert.
Was geschehen ist, lässt sich nicht ändern, wissen wir. Warum also sich aufregen, bis der Blutzuckerwert neue Höhen erreicht?
Lieber korrigieren oder ein paar Gummibärchen naschen und einfach weitermachen.
Der Wert oder die blöde Phase sollte natürlich vermerkt werden, damit es auch auffällt, wenn sich solche Situationen häufen.

Ein gutes Management ist das, das quasi von selbst läuft. 
Wo man Insulin abgibt und sich manchmal darüber wundert, wie automatisch das alles passiert, ganz ohne Nachdenken.
Nachdenken ist eigentlich nur nötig, wenn es nicht so gut läuft.
Dann am Besten nicht allein, sondern zusammen mit dem Diabetologen oder unserer Dedoc Community.
Manchmal kommt man allein einfach nicht auf die simpelsten Ideen, bei mir zum Beispiel war das ein längerer Spritz-Ess-Abstand.

by Emma Carey

Kurz nach meiner Diagnose hatte ich das Gefühl, nie wieder zufrieden mit mir sein zu können.
Ich fand Bilder wie Dieses und fühlte mich auf eine unglückliche Weise verstanden.
Heute weiß ich natürlich, dass das Quatsch ist - perfekt sein wäre furchtbar langweilig und ich bin momentan sehr zufrieden mit mir und meinem Leben. Und so irgendwie auch mit meinem Diabetes.

Ich habe gemerkt, dass mir der ganze Stress um perfekte Blutzuckerwerte zusetzt und ich mich nicht mal mehr freuen konnte, wenn die Werte einen Tag lang wirklich im Rahmen blieben.
Es ist definitiv zu viel, wenn man jeden schlechten Wert sofort korrigieren will und beim kleinsten Anzeichen von Unterzucker in Panik gerät.
Zum Glück habe ich es mithilfe des Libres geschafft, endlich etwas entspannter zu werden.
Ich habe gelernt, dass ich meinem Gefühl vertrauen kann.
Und das tut auch meinen Werten gut.


#100ProzentIch - Diabetes und vegan? Na klar!


Blöde Kommentare kennt jeder Mensch mit Diabetes, egal ob Typ 1 oder 2.
In der Gesellschaft gibt es anscheinend viele Vorurteile, die besagen, dass man mit Diabetes ein eingeschränktes Leben führen muss.
"Das darfst du aber nicht essen" oder "Geht das mit Diabetes überhaupt" sind Fragen, mit denen wir uns tagtäglich herumschlagen müssen.
Eine gute Aufklärung, um diese Vorurteile aus der Welt zu schaffen oder immerhin zu minimieren, ist sehr wichtig.

Bayer hat sich dazu eine schöne Aktion überlegt und das Beste daran: wir können alle unseren Teil dazu beitragen!

#100ProzentIch ist eine Fotosammelaktion, bei der wir unserem Umfeld und anderen Diabetikern zeigen können, dass auch mit Diabetes alles möglich ist.
Wir als Gemeinschaft klären auf und schenken unsicheren Diabetikern Mut, sich auf neue Dinge einzulassen und einfach mal auszuprobieren.
Unter allen Einsendungen wird übrigens auch ein Ipad verlost, also los, worauf wartet ihr noch ;-)

An der Aktion teilzunehmen, ist ganz einfach: Schaut einfach auf der Aktionsseite vorbei.
Selbst wenn ihr nicht selbst teilnehmen wollt, gibt es dort schöne Bilder von anderen Menschen mit Diabetes zu sehen, die Mut machen und ein positives Gefühl hinterlassen: wir sind nicht allein.



Am vorherigen Wochenende traf sich Bayer mit uns Bloggern für ein Kick-off Event in Düsseldorf.
Zusammen mit dem Foodstylisten Dennis Nikolay und zwei Fotografen (Thorsten kleine Holthaus) fand für uns ein Workshop zum Thema "Das perfekte Foodie" statt.



Es war wirklich beeindruckend, mit welchen doch simplen Mitteln das Gericht von Dennis Nikolay angerichtet wurde und sofort viel schöner und auch noch appetitlicher aussah.
Es wurde gepinselt, jedes Salatblättchen einzeln auf den Teller gelegt und das ein oder andere Gericht mit roten Pfefferkörnern gespickt.
Zusammen mit den Fotografen wurde dann am letzten Schliff gearbeitet.
Hartes oder weiches Licht, aus welcher Perspektive, wie gestalten wir den Hinter- und Untergrund?

Ich habe euch ein kleines Mosaik aus Fotos zusammengestellt, damit ihr mal sehen könnt, wie lange es gedauert hat, bis alle Partien zufrieden mit dem Ergebnis waren.



Die Aktion soll zeigen, dass jeder Mensch mit Diabetes alles tun und lassen kann, was er möchte.
Das Gleiche gilt natürlich auch beim Thema Essen.
Schon vor dem Workshop durften wir angeben, ob wir uns vegetarisch oder vegan ernähren und ob es Unverträglichkeiten gibt.
Klar, dass ich vegan gewählt habe.

Ich präsentiere euch also heute auf dem Blog die 3 veganen Rezepte, die Dennis Nikolay mir vorbereitet hat.
Noch mal vielen lieben Dank an das Team, dass das berücksichtigt wurde!
Das ist leider längst noch keine Selbstverständlichkeit.

Die Vorspeise

Wildkräutersalat mit Himbeer-Estragon-Dressing und gebratenen Austernpilzen



Du brauchst:

Salat
150g Himbeeren
8 EL Himbeeressig
4 EL Walnussessig
1TL grober Senf
1TL Agavendicksaft
Estragon
250g Austernpilze
2TL Rapsöl
1TL Walnussöl
1EL Walnusskerne
3 Stiele glatte Petersilie
Meersalz und Pfeffer

Dressing:
Himbeeren, Himbeeressig, Walnussessig, Senf, Agavendicksaft und Estragon in ein hohes Gefäß geben und pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Salat:
Die Austernpilze in Rapsöl und Walnussöl anbraten. Währenddessen die Petersilie mit den Walnüssen fein hacken und zu den Pilzen geben.
Den gewaschenen und im Kühlschrank gelagerten Wildkräutersalat mit den Pilzen anrichten.

Die Hauptspeise

Karotten-Fenchel-Gemüse an Kräuterpolenta



Du brauchst:

6 Karotten
2 Knollen Fenchel
etwas Rapsöl
300ml Gemüsefond
250g Polenta
150ml Sojamilch
Kräuter
2 Schalotten
Olivenöl
Sal, Pfeffer, Muskat
Zucker

Für die Polenta:
Die Schalotte schälen und fein würfeln. Die Kräuter hacken.
Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Schalotte darin anschwitzen.
Mit 250ml Gemüsefond und der Sojamilch ablöschen und anschließend aufkochen lassen.
Unter ständigem Rühren die Polenta zugeben und die Hitze reduzieren. Ca. 5 Minuten leicht köcheln lassen.
Dabei öfter rühren, damit es nicht anbrennt. Dann die Polenta beiseite stellen.

Für das Gemüse:

Karotten schälen und in dünne Scheiben schneiden. Fenchel vom Strunk befreien, das Grün entfernen und in Scheiben schneiden.
Rapsöl in einen Topf geben und das Gemüse darin anschwenken. Zucker hinzugeben und leicht karamellisieren. Mit etwas Fond ablöschen.

Die Polenta warmrühren. Die Kräuter unterrühren und mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken.
Alles anrichten und zusammen servieren.

Der Nachtisch

Himbeer-Kokos-Trifle



Du brauchst:

2 Becher Soja-Kokos-Schokoladendessert
1 Becher Sojajoghurt
1 Schale Himbeeren
2 EL Haferflocken
2 EL Kokosflocken
brauner Rohrzucker
1EL Kokos oder Reismehl
1,5 EL Kokosöl

Für die Streusel:
Haferflocken, Kokosflocken, Kokosmehl, Rohrzucker und Kokosöl in einer Schüssel vermengen.
Eventuell etwas mehr Kokosöl hinzugeben, bis die Masse zusammenhält.
Im Backofen bei 180°C für 7-10Min goldbraun backen und abkühlen lassen.

Abwechselnd Schoko-Dessert, Joghurt, Himbeeren und Streusel in ein Glas schichten.
Mit Streuseln und einer Himbeere garnieren und bis zum Servieren kühl stellen.

Schon bei den Bildern bekomme ich wieder Hunger!
Besonders das Trifle hat es mir angetan, ein wirklich leckerer Nachtisch, den ich sicher bald nachmachen werde.



An dieser Stelle möchte ich mich bei Bayer, unseren talentieren Fotografen, dem begnadeten Foodstylisten, dem Ein-Mann-Filmteam und den anderen Bloggern für diesen unvergesslichen Tag bedanken!
Ich habe mich wirklich sehr wohlgefühlt und konnte den ein oder anderen Tipp mit nach Hause nehmen.
Mal schauen, wie gut meine nächsten "Foodies" werden :-)

6 Dinge, die ich durch den #EASD2015 gelernt habe

Drei Tage in Stockholm mit vielen Veranstaltungen rund um den EASD 2015 liegen hinter mir und mein Kopf ist gefüllt mit schönen Erinnerungen und neuen Ideen, die in die Tat umgesetzt werden wollen.
Tatsächlich ist es gar nicht so einfach, all diese Informationen, die in den letzten Tagen auf mich eingerieselt sind, zu bündeln.



Ich beschränke mich daher auf die für mich interessantesten Neuheiten, auf Dinge, die ich auf meiner Reise gelernt habe und auf einige Erlebnisse, die ich mitnehmen konnte.
Falls es zusätzlich noch Themen gibt, die euch interessieren, fragt gerne nach.

Schön gestaltete Diabetesaccessoires erregen Aufsehen

Ihr habt es sicher schon mitbekommen, dass auf dem EASD ein neues farbenfrohes Pumpensystem enthüllt wurde - die Rede ist natürlich von Kaleido.
Die Frage, die sich der Betrachter nun stellt: steckt hinter der fashiontauglichen Fassade noch mehr, das interessant sein könnte?
Tatsächlich hat Kaleido auch mich in seinen Bann gezogen, der Austeller lockte mit einem Mosaik aus Farben und einem mir noch ganz unbekannten Namen.





Die Pumpe selbst könnte man wohl am Ehesten als eine Mischung aus Schlauch- und Patchpumpe beschreiben.
Mir gefällt besonders gut, dass das Pumpengehäuse immer nur neu aufgefüllt werden muss, so entsteht kaum Müll.
Außerdem kann man die Pumpe mithilfe eines speziellen Pflasters und Klett jederzeit an eine andere Stelle setzen.
Das Design der Pumpe und der Fernbedienung haben mich auch überzeugt: Diabetes kann auch modern!
Bis das Ganze System in Deutschland auf den Markt kommt, wird es wohl noch eine Weile dauern, erst mal sind die Niederlande und UK dran.
Danach, so Kaleido, ist der deutschsprachige Raum großer Favorit.
Wer noch etwas mehr über die Kaleido erfahren möchte, sollte sich mal Ilkas Artikel dazu durchlesen.
Ich für meinen Teil bin gespannt, was der Markt in den nächsten Jahren an (Patch)pumpen bereit hält!

Des Omnipods neue Kleider

Auf dem ADA wurde im Juni der Prototyp des neuen PDMs für die Omnipodfraktion vorgestellt.
Schick sieht er aus, fast wie ein Smartphone, mit einem netten Touchdisplay.
Am Stand von myLife habe ich mich dann gleich schlau gemacht, wann dieser PDM auch in Deutschland erhältlich sein wird.
Gemunkelt wurde Anfang 2016, leider gilt das aber nur für den amerikanischen Markt.
Bei uns in Deutschland ist der Launch erst 2017 geplant. Schnief.


Was bei den Ärzten endlich angekommen ist




Okay, zugegeben, das Zitat stammt sogar von 2008, wie aus dem Bild zu entnehmen ist.
Aber erst in letzter Zeit höre ich immer öfter, dass der HbA1c nicht mehr allein im Fokus stehen sollte.
Wichtig ist ein genauer Blick in die Diabetestherapie UND in das Seelenleben des Patienten.
Der psychische Aspekt kommt viel zu kurz, obwohl selbst Begriffe wie Diabetesburnout längst in den Wortschatz übergegangen sind.
Mit meinen Diabetologen hatte ich anscheinend immer viel Glück, hört man doch täglich Horrorgeschichten über Unverständnis bis hin zur Demütigung aufgrund eines schlechten HbA1cs in den Sozialen Netzen.
Natürlich reicht es nicht, dass die Patienten von einer psychischen Belastung sprechen, es müssen erst ein paar Studien laufen, bis das Ziel klar wird.
Aber immerhin, es tut sich was.


Stockholm ist ein toller Ort (für Diabetiker)


Läuft man einmal durch die Stadt, findet man gleich Läden wie diese. Und das bei einer Hypo.


Danke an Tine für das schöne Bild! 
Gemeinsam sind wir stark

Wir, die Diabetesblogs lesen und in den Sozialen Netzen aktiv sind, wissen, wie wichtig unsere Gemeinschaft ist und wie sehr es hilft, zu wissen, dass wir nicht allein mit all den Problemen sind, die der Diabetes manchmal mit sich bringt.
Wie schön ist es, zu wissen, dass man verstanden wird und Mut zugesprochen bekommt, wenn es mal nicht so klappt mit dem Management.
Ich kann ganz offen sagen, dass diese Gemeinschaft mein Leben verändert hat - ich habe durch sie gelerent, ein positives Leben mit Diabetes zu führen, trotz der schlechten Phasen ab und an.



Um so mehr hat es mich gefreut, dass ich nun Diabetiker aus ganz Europa und sogar Australien kennenlernen durfte.
Es ist wirklich sehr inspirierend und spannend zu sehen, wie andere Nationalitäten mit ihrem Diabetes umgehen.
Was noch wichtiger ist: wir alle haben eine Stimme. Und wir sollten sie benutzen.
Es gibt so viele schöne Projekte, wie zum Beispiel Anna Ps (dazu gleich mehr), aber auch unsere #dedoc hier in Deutschland wurde hochgelobt.

Es gibt auch Mode für Diabetiker

Und damit meine ich nicht unvorteilhafte Omischlüpper, in denen zur Not sogar ein ganzer Kühlschrank mit Insulin verstaut werden könnte.
Nein, Anna PS ist eine Marke von und für trendbewusste Diabetiker.
Im Onlineshop können Unterwäsche, T-shirts und sogar Schwimmsachen mit diskret eingenähten Pumpentaschen erworben werden, für Männer, Frauen und auch Kinder.



Ich finde die Idee wirklich klasse und bin gespannt, wie sich das Unternehmen ausweitet.
Wie wäre es mit schönen schwarzen Kleidern für die nächste Party, bei der Pumpe und vielleicht auch Smartphone sicher am Körper getragen werden können?
Ich bin sicher, dass das längst in Planung ist ;-)




Auch andere Blogger berichten über unsere Tage in Stockholm, schaut mal vorbei:

Emilie schreibt über den ersten Tag in Stockholm
Tine gibt euch allgemeine Infos zum EASD und ihrem "Comeback", hurra!

Wie werde ich ein Diabetesstreber?


Im Leben gibt es immer mal wieder Phasen, in denen es nicht so läuft, wie man es sich ausgemalt hat.
Man fokussiert sich auf das Negative und hat bald das Gefühl, alles würde schieflauen.
Oft hilft es mir dann, ein oder zwei Tage nichts zu tun, an nichts außer an mich zu denken und zu versuchen, meine Gedanken wieder in positive Bahnen zu lenken.
Wenn aber das Diabetesmanagement gerade nicht so will, ist es natürlich keine Lösung, alles zu vernachlässigen und in eine Trotzhaltung zu verfallen.
Wichtig ist zuallererst, dass man sich selbst gut zuredet.
Es ist okay, dass es mal nicht gut läuft und es passiert jedem Menschen mit Diabetes, dass die Werte von einem auf den anderen Tag verrückt spielen.
Es ist okay, dass man sich deswegen schlecht fühlt, nur: Aufgeben ist keine Option.
Keinem ist geholfen, wenn man nicht mehr messen oder spritzen mag.
Wir kämpfen damit nicht gegen ein Gefühl, sondern gegen uns selbst.
Unsere Kräfte sollten wir uns aber dafür aufsparen, FÜR uns zu kämpfen, nicht gegen uns.

In so einer Situation helfen mir folgende Dinge:

Ich führe Listen - schriftlich oder gedanklich - in denen ich aufzähle, was ich dem Tag Positives abgewinnen konnte.
Das können gute Gespräche sein, ein Marienkäfer, der auf meiner Hand gelandet ist oder ein Schokoriegel.
Völlig egal, Hauptsache es verbindet sich bei mir mit einem positiven Gefühl.

Ich gehe der Sache auf den Grund - gibt es überhaupt einen Grund für meinen Gemütszustand? Kann ich diesen Grund ändern oder ihn besser machen?
Wenn es keinen konkreten Grund gibt, hilft immer eins: ein heißes Bad und meine Lieblingsnascherei. Oder liebevoll angerichtete Gemüsesticks mit Dip. Hilft auch.

Ich wende mich an Bezugspersonen - zum Aufmuntern oder gemeinsamen Schmollen.
In bestimmten Situationen tut es einfach gut, liebe Menschen um einen herum zu haben.
Selbst wenn man nur zusammen still ist.

Ich schreibe meine Sorgen auf.
Manchmal ist mein Kopf so voll, dass ich die Gedanken und Gefühle zu Papier (oder auf den Bildschirm) bringen muss, damit es mir besser geht.
Beim Schreiben findet man die Wörter plötzlich viel schneller.




Tipps für angehende Diabetesstreber

Noch besser ist es, gar nicht erst in solche Phasen abzurutschen und glücklicherweise passiert mir das nur noch selten.
Ich bin ein richtiger Diabetesstreber geworden, ohne wirklich viel dafür zu tun.
Mein neuer HbA1c ist der Beste, den ich je hatte und doch habe ich das Gefühl, viel weniger über meinen Diabetes nachzudenken.
Was mir hilft, motiviert zu bleiben, möchte ich natürlich auch mit euch teilen.

Schöne Accessoires und Glücksbringer

Egal ob für das Studium oder die Diabetestherapie - mich motivieren schön gestaltete Accessoires.
Meine hübsch gestaltete Pumpe mit Silikonhülle und meine Leotasche machen alles gleich um Einiges persönlicher und vorzeiglicher.
Sogar die Nichtdiabetiker in meinem Umfeld waren begeistert von der plötzlich rosa-strahlenden Pumpenfernbedienung.





Ordentlich geführte Blutzuckertagebücher

In einem sauber geführten Heft bringt das Schreiben einfach viel mehr Spaß, das war in der Schule schon so.
Mein Blutzuckertagebuch kommt also nicht nur mit einem einfarbigen Stift aus - hohe Werte werden mit Rotstift aufgezeichnet, gute Werte mit grün.
Das hilft auch dem Veranschaulichen auf die Sprünge.




Vorbilder

Ich hatte immer einige Vorbilder in Sachen Diabetesmanagement - allen voran die anderen Blogger.
Wie man so lässig und diszipliniert mit seinem Diabetes umgehen kann, war mir lange schleierhaft.
Und wie, bitte schön, schafft man es, HbA1cs unter 7% zu haben?
Unmöglich, dachte ich. Bis ich meinen eigenen Blog startete.
Ob es jetzt am Blog liegt oder an den daraus entstandenen Bekanntschaften - ich bin mir sicher, dass es hilft, sich an solchen Vorbildern zu orientieren.




Motivierende Sprüche und Zitate

Was darf nicht fehlen, wenn es um Motivation geht?
Natürlich, die inspirierenden Sprüche!
Ich persönlich liebe es, Spruchsammlungen anzulegen und zu durchstöbern.
Sie geben mir die positive Energie, die ich brauche, um den Schöpfern dieser Werke nachzueifern.
Eine kleine Auswahl gebe ich euch jetzt zum Besten und hoffe, dass auch ihr diese Worte nutzen könnt.





Denkt immer daran: Alles, was ihr in der Diabetestherapie macht, macht ihr nur für euch.
Und ihr seid damit nicht allein.