Warum es wichtig ist, vor dem Schlafengehen zu messen


In letzter Zeit gab es nicht viele Diabetes-Eskapaden, über die ich mich hätte beschweren können.
Ab und zu ein paar kleine Ausrutscher nach oben, aber im Großen und Ganzen lief das Management so nebenbei.
Mein neuer HbA1c von 6,7% veranschaulicht die Situation ganz gut.

Meine letzte schlimmere Hypo war Ewigkeiten her. Bis gestern Nacht.



Ungefähr eine Stunde vor meiner gewohnten Schlafenszeit lag der Blutzucker bei 188mg/dL, ich hatte gerade etwas gegessen und ein paar Insulineinheiten wirkten noch nach.
Nichts Aufregendes.

Doch als ich eine Stunde später das Licht ausmachen wollte, kam mir der Gedanken, doch noch einmal nachzumessen.
Ich habe mich in dem Moment nicht schlecht gefühlt, hatte keine Symptome einer Unterzuckerung, wie es sonst der Fall war.
Trotzdem zeigte meine Messgerät nur einen Wert von 50mg/dL mit noch 2 wirkenden Insulineinheiten an und ich geriet kurzzeitig in Panik.

Mit Traubenzucker und Gummibärchen war die Unterzuckerung schon bald behoben, aber ich fühlte mich zittriger und aufgewühlter als zuvor.
Vermutlich hatte ich unterbewusst doch bemerkt, dass etwas nicht stimmte und deshalb mein Messgerät gezückt.
Oft gehe ich aber auch einfach schlafen, ohne noch einmal aufs Messgerät zu schauen - jedenfalls, wenn der Blutzucker kurze Zeit zuvor stabil ist.
Die Was-Wäre-Wenn-Fragen geistern durch meinen Kopf.
Es hätte auch anders ausgehen können.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass ich das Messen vor dem Schlafengehen nicht mehr so schnell vergessen werde.

Through deep waters I will be with you


Der August war kein leichter Monat für meine Familie.
Ich hatte mir vorgenommen, in der Unistadt zu bleiben und an meiner Hausarbeit zu feilen.
Endlich mal entspannen, nachdem der Druck der letzten Klausuren von meinen Schultern gefallen war.
Ich studiere wirklich gern und bin froh über meine Fächerwahl, aber an manchen Tagen wird mir das Ständige in der Uni sein und lernen zu viel, vielleicht fühle ich mich einfach immer noch leichter unter Druck gesetzt als meine Kommilitonen.
Manchmal vergesse ich, dass ich vor ein paar Jahren nicht mal mehr allein vor die Tür gehen konnte, weil mich die Angststörung verfolgt hat.
Das ist vorbei, aber diese Jahre, in denen es mir schlecht ging, haben mich anfälliger gemacht. Noch sensibler.
Aber auch noch eigener und das ist das Schöne daran:
Ich weiß, wann es Zeit für mich wird, einen Gang zurückzuschalten und neue Kraft zu tanken.

Als der Anruf kam, wusste ich, dass ich meine Kraftreserven weiter strapazieren musste:
für meine Familie.



Mein Onkel hatte seit 2 Jahren Krebs und wir dachten, er hätte es überstanden, als er erneut über Schmerzen klagte.
Die darauf folgende Operation zeigte, dass dem leider nicht so war.
Flüssige Metastasen hatten seinen Körper eingenommen.
Er wurde von innen heraus aufgefressen.
Es gab nichts, was wir noch tun konnten, außer warten und ihm beizustehen.

Es gibt keinen Ausdruck für das Gefühl, einen geliebten Menschen sterben zu sehen, wissend, dass man absolut nichts dagegen tun kann.
Ihn leiden zu sehen, ihn weinen zu sehen und sich gemeinsam mit ihm nach dem Warum zu fragen, auf das es keine Antwort gibt.

Was mich am Meisten dabei mitgenommen hat, sind alle die unerfüllten Wünsche und Pläne, all die Ziele, die ins Nichts verlaufen.
Ein Leben, was nicht weitergeht, nur in unserer Erinnerung.
Eine Erinnerung daran, dass man nur dieses eine Leben besitzt.
Wir sollten alle viel mutiger sein, uns mehr zutrauen, mehr leben.
Dankbar für diese Chance sein, auch wenn wir nicht wissen, wo sie uns hinführt.

Mein Onkel sagte zu mir, ich soll jede Chance ergreifen, die sich mir stellt.
Alles mitnehmen.

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In den letzten Monaten habe ich das getan.
Ich habe meine Zeit mit Freunden und meiner Familie genossen, war in Berlin, Dänemark und München.
Oft gab es Momente, in denen ich dachte, wie glücklich ich mich schätzen kann.
Damit möchte ich sagen, dass ich natürlich manchmal traurig war und mir Gedanken gemacht habe, aber ich habe mich davon nicht runterziehen lassen.
Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und ich nichts außer Wolken und Regen sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue, wird es wieder ein bisschen schwieriger für mich, aber ich habe genug liebe Menschen um mich herum, die mich immer wieder aufbauen, ob bewusst oder unbewusst.



Ich wollte in den letzten Monaten schon oft Posts schreiben, denn ich hatte Ideen und das Schreiben fehlt mir.
Aber es wollte nicht so recht gelingen und ich hatte auch nicht wirklich Lust, mich mehr als nötig mit meinen Diabetessorgen auseinanderzusetzen.
Ich habe gemessen, gespritzt, korrigiert, angepasst - ohne mich groß über Werte zu ärgern.
Es lief einfach wie von selbst, warum sollte ich mich also groß aufregen?
Das kam mir plötzlich so banal und nichtig vor.

Ich denke, ihr versteht jetzt etwas besser, warum ich nicht viel von mir habe hören lassen.
Das wird sich bald wieder ändern. 

Prikkedief - der Onlineshop für bunte Diabetesaccessoires


Marijke und Sander aus den Niederlanden haben sich mit Prikkedief einen eigenen kleinen Traum erfüllt.

Alles fing damit an, dass Marijke keine Lust mehr auf die langweiligen Taschen für ihren Insulinpen hatte - sie hatte das Gefühl, dass eine schöne, farbenfrohe Tasche die tägliche Konfrontation mit Diabetes erträglicher machen würde.

Schnell entstand die Idee, auch andere Diabetesaccessoires optisch aufzuwerten.
Diabetes muss nicht länger nach klinisch reinen Therapieprodukten aussehen, die sofort an einen Krankenhausaufenthalt erinnern.

Auch wenn meine Pumpenfernbedienung mit der Folie nun oft mit einem Handy (ist das dann schon Vintage?) verwechselt wird, bin ich froh über die bunte Motivation.

Deshalb möchte ich euch heute den Shop von Prikkedief vorstellen.

Auch ich habe meine Produkte als ganz normaler Kunde gekauft, nichts davon wurde gesponsert.
Allerdings habe ich Sander erzählt, dass ich über ihren Shop schreiben möchte und einen Rabattcode für euch abgestaubt - aber dazu später mehr ;-)



Oft wurde ich gefragt, woher ich den schönen Glitzeraufkleber für meinen PDM habe - jetzt wisst ihr, woher!
Die Glitzerfolien sind übrigens wieder im Shop erhältlich - nun auch für verschiedenen Pumpen und den Freestyle Libre!




Da ich meinen alten PDM leider einsenden musste, brauchte ich natürlich eine neue Folie.
Diesmal habe ich mich für ein sommerliches Blumenmuster entschieden.
Mittlerweile gibt es noch 2 andere pflanzliche Muster im Shop, die mir sehr gut gefallen.




Neben den Aufklebern für Pumpe und Co gibt es auch andere Diabetesaccessoires.
Das T-Shirt ist momentan sogar im Sale!

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Auf Lifestyleblogs hätte man das da oben vermutlich meinen "Prikkedief Haul" genannt - dann können wir ja ganz passend mit meiner Wunschliste weitermachen:



Die Diabetestaschen sind wirklich schön, besonders gut gefallen mir die Pastellfarben.



Auch habe ich noch nie so schöne Notfallarmbänder gesehen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob diese wirklich von Nutzen sind.


Auch Poster sind im Shop zu bekommen.



Und das Beste?
Die Sticker gibt es nun für die Animas Vibe, für das Bayer Contour Next Messgerät, für Freestyle Libre und die Sensoren, für die Medtronic 640g und für Omnipod plus PDM.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, etwas zu bestellen, habt ihr noch mehr Glück:
Es gibt einen 15% Gutscheincode für euch:

PDLEARAAK

Mein Kampf gegen die Angststörung / Diabetes und Psyche


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Wer die Geschichte meiner Diagnose kennt, weiß, dass ich damals Einiges durchmachen musste.
Aber während ich die Geschichte der Diagnose schriftlich festgehalten habe, wollte ich mich nicht näher mit der Fortsetzung auseinandersetzen: Meiner Angststörung.

Mittlerweile kann ich ganz offen über die schwierigsten Jahre meines Lebens reden und möchte daher eine neue Kategorie einführen; meinen Kampf gegen die Angststörung thematisieren.
Ich möchte den Menschen, denen es ähnlich geht, Mut machen.
Solange ihr die Hoffnung nicht aufgebt und jeden Tag weiterkämpft, wird es euch besser gehen.
Es braucht viel Kraft und vor allem viel Zeit, aber ihr werdet es schaffen, euch aus dieser Lage zu befreien.
Ihr werdet wieder unbeschwert und glücklich sein können.
Vielleicht nicht jeden Tag, aber mindestens jeden Zweiten.

Ich möchte damit anfangen, einen Text zu veröffentlichen, den ich 2014 auf meinen alten Blog online gestellt habe.
2014 ging es mir tatsächlich schon besser, aber noch lange nicht so gut, wie es heute der Fall ist.
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Besonders jetzt, zu einer Zeit, wo sich wieder alles ändern wird, denke ich oft an die letzten drei Jahre zurück.

Drei Jahre, die es gebraucht hat, um mir mein Leben zurückzuholen.
Drei Jahre, nach denen ich endlich wieder sagen kann, dass ich glücklich bin.
Drei Jahre mit täglichen Kämpfen gegen den eigenen Körper.

Ich denke, die meisten in meinem Umfeld wissen gar nicht, was für ein Glück ich wirklich habe, solch eine Willenskraft zu besitzen. Es gibt nur wenige Menschen, die sich aus den Klauen einer Angsterkrankung befreien können.
Viele von Ihnen haben seit Jahren nicht ihr Haus verlassen, aus Angst.
Angst vor dem Draußen sein, vor der Weite, vor den Menschenmassen, vor dem Gefühl, Angst zu haben.
Vor dem Gefühl der Unwirklichkeit, das einen überfällt. Das von oben auf sich selbst herunter gucken.
Das Bewusstsein kann falsch gepolt viel Schaden anrichten, ohne dass man etwas dafür kann.

Stellt euch vor, wie es sich anfühlt, wenn euch das Gehirn falsche Tatsachen vorspielt, in diesem Fall nackte Angst.
Das Herz rast, man bekommt kaum Luft, die Welt sieht plötzlich unnatürlich scharf und grell aus, man möchte flüchten.
Aber man kann nirgendwohin flüchten oder vor einer Sache weglaufen, denn da ist nichts.
Und natürlich weiß man, dass dort nichts ist, aber in einer Paniksituation kann man nicht besonders gut denken oder ruhig bleiben, während der Puls in den Ohren pocht.

Ich weiß nicht, ob man wirklich nachvollziehen kann, wie sich diese Situation anfühlt, wenn man noch nie eine ausgewachsene Panikattacke hatte.
Und genau so gut könnten mich die Leute für verrückt erklären, aber wer mich kennt, der weiß, dass ich eigentlich ein "ganz normaler Mensch" bin.

Es ist schwer, zu beschreiben, wie sich Panikattacken wirklich anfühlen, das war nur ein Versuch.
Noch viel schwerer ist es aber, dagegen anzukämpfen.
Am Anfang waren es mindestens 20 Panikattacken am Tag, die ich über mich ergehen lassen musste.
Sie kamen in den unmöglichsten Situationen, also schien es keinen bestimmten Auslöser zu geben.

Biologisch betrachtet ist es relativ einfach erklärbar: Dadurch, dass es mir zwei Monate ununterbrochen schlecht ging, haben sich meine Angstrezeptoren umgepolt.
Sie konnten nicht mehr erkennen, wann Gefahr für meinen Körper lauerte. Dadurch waren sie einfach die ganze Zeit in Betrieb (ich denke mal, das ist dann eine übermäßige Ausschüttung von bestimmten Transmittern) und mein Körper war dauerhaft in Alarmbereitschaft.
Und wenn man einmal so eine Attacke erlebt hat, ist es nur logisch, dass man Angst vor der Nächsten bekommt.
So konnte mein Körper auch nicht mehr zur Ruhe kommen, als es mit der Diabetesbehandlung bergauf ging.

Ich konnte nicht mehr aus dem Haus gehen, ohne dass eine Panikwelle mich überrollte.
Selbst im Haus gab es nur einen Ort, wo ich mich sicher fühlte. Mein Zimmer. Genauer gesagt mein Bett, meine Insel.
Und als ich dann selbst dort Panik bekam, brach natürlich eine Welt für mich zusammen.
Wenn man sich nirgendwo sicher fühlen kann, ist das ein furchtbares Gefühl.

Die letzten 3 Jahre habe ich neben der Schule versucht, diese Sicherheit zurückzugewinnen.
Ich musste oft nach Hause, da ich es in der Schule oder in der Öffentlichkeit nicht mehr aushielt, was sehr frustrierend war.
Es fühlte sich jedes Mal nach Versagen an.

Ich weiß, dass andere Angstpatienten und meine Therapeutin mich für meine Willensstärke bewunderten, aber es fühlt sich nicht nach einem Sieg an, wenn man Dinge erreicht, die für andere Menschen jeden Tag das Normalste auf der Welt sind.
Ich war im Kino ohne eine Panikattacke – wow.
Oder: Ich habe eine Panikattacke überstanden, ohne zu verweifeln.
Es fällt schwer, auf solche Dinge stolz zu sein. Vor allem, wenn die meisten deiner Mitmenschen nicht mal etwas davon mitbekommen oder einfach nicht verstehen, wie hart dieses unsichere Leben für mich war.

Psychische Probleme finden in unserer Welt zwar mehr und mehr einen Platz, aber trotzdem ist es noch ein Thema, über das nicht genug geredet und aufgeklärt wird.
Beispielsweise sind Viele immer noch der Meinung, Mädchen würden essgestört werden, um dünn zu sein. Dabei resultiert das meist aus ganz anderen Problemen.
Genau deshalb hatte ich Angst, davon zu erzählen, denn ich wollte nicht als ‚irre‘ abgestempelt werden, wenn ich das nicht war. Menschen, die sich mit solchen Erkrankungen auskennen, wissen, dass Adjektive wie mutig oder willensstark viel besser zu mir passen.

Als wir letzte Woche unsere Prüfungsergebnisse für die Abiturprüfungen bekamen, wurden die Schüler mit einem Einser-Abi geehrt, denn das ist natürlich eine Leistung.
In meinem Kopf aber habe ich auch mir selbst applaudiert, denn auch wenn mein Abitur unter den Umständen etwas gelitten hat, habe ich doch sehr, sehr viel erreicht.
Und als einige meiner Mitschüler vor Freude weinten, musste ich auch das ein oder andere Tränchen verdrücken.
Nicht aus Freude über die gute Note, sondern darüber, dass ich so weit gekommen bin.
Von ganz unten nach weit oben, endlich wieder glücklich.

Die letzten drei Jahre waren wohl die Härtesten meines Lebens und doch würde ich die Zeit nicht zurückdrehen wollen.
Meine letzte Panikattacke hatte ich im Februar und auch wenn es immer noch Dinge gibt, die ich lieber meide, geht mein Kampf weiter.

Und ich bin die Gewinnerin.

Aufruf: Internationales Diabetes-Volleyballturnier in Polen!


Du wolltest schon immer mal Zeit mit anderen Diabetikern in deinem Alter verbringen, Diabetiker aus anderen Ländern kennenlernen und Erfahrungen austauschen?
Wenn du jetzt noch zwischen 18 und 30 Jahre alt bist und vom 15. bis zum 18. September Zeit hast, ist das deine Chance!
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Die polnische Diabetesorganisation "UKRR Trzymaj Poziom", Mitglied der International Diabetes Federation (IDF), veranstaltet am 17. September ein internationales Volleyballturnier von und für junge Menschen mit Diabetes.
Das dazugehörige Camp inklusive Sightseeing findet vom 15. bis zum 18. September in Lodz, Polen, statt.

Auch 5-6 Vertreter aus Deutschland dürfen dabei sein!

Aber keine Sorge: Du musst für das Turnier kein absoluter Sportprofi sein, es geht der Organisation vorrangig um das Knüpfen neuer Kontakte und den Erfahrungsaustausch.
Natürlich wollen wir wie immer auch zeigen, dass man mit Diabetes alles schaffen kann!

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Wenn du Lust hast, ein paar schöne Tage mit Gleichgesinnten in Lodz und Warschau zu verbringen, schreib' mir eine E-Mail und erzähle etwas über dich, die ersten 5 Bewerbungen dürfen mitfahren! :-)

Sende die Mail bitte bis zum 27.07.2016 an insulea@web.de


Die Kosten für den Aufenthalt (Unterkunft, Verpflegung, Sightseeing) werden von der polnischen Organisation getragen.
Auch die Anfahrtskosten werden voraussichtlich übernommen.


Dies ist ein Projekt von der DDH-M Jugend.



Mehr als nur Diabetesblogger


Als aktiver Diabetesblogger beschäftige ich mich rund um die Uhr mit meiner "Erkrankung".
Ideen für neue Artikel ziehe ich aus meinem Alltagsleben, dauernd fotografiere ich Sensor und Pumpe, um andere Diabetiker an meinem Leben als Halbroboter teilhaben zu lassen.
Selbst im Urlaub wird fleißig geknipst, schließlich möchte ich der Welt mitteilen, dass Diabetiker durchaus zu Allem in der Lage sind und selbstverständlich nicht weniger leistungsfähig, wie einige Unwissende immer noch behaupten.

Bei jedem Satz über Diabetes und bei jeder Frage zu meinen Technikrevolutionen am Körper bin ich sofort zur Stelle und kläre gerne auf.
Wann ist der Blutzucker gut, wann schlecht, was tue ich bei einer Unter- oder Überzuckerung, wie bemerkt man so etwas, wie lange trage ich Pumpe und Sensor, tut das nicht weh, gibt die Pumpe automatisch Insulin ab, musst du dann überhaupt noch was machen, wechsele ich die etwa selber oder macht das der Arzt und wie toll, dass es mittlerweile so nützliche Geräte gibt.
Irgendwann schwirrt nicht nur mir der Kopf von zu vielen Informationen.

Unter Gleichgesinnten :-)

Ich bin sehr froh darüber, dass ich mit meinem Blog und meiner offenen Art viel zur Aufklärung über Diabetes beitragen kann.
Ich liebe es, über lustige Situationen zu berichten oder mich über die nervenden Seiten des Diabetes aufzuregen und eine Plattform zu haben, auf der mir so viele verschiedene Menschen mitteilen, dass es ihnen manchmal genau so geht wie mir!
Das Gefühl, dass alle meine Hochs und Tiefs (nicht nur auf den Blutzucker bezogen) hier verstanden werden, ist mir sehr wichtig und hilft mir bei meiner Therapie.

Trotz allem brauchte ich in letzter Zeit einfach mal eine Pause von den ganzen Gedanken um Diabetes, die nicht direkt etwas mit meinem Körper und mir zu tun hatten.
Die letzten Monate waren sehr stressig für mich und Diabetes lief nur so nebenher.
Das finde ich manchmal ganz okay, solange die Blutzuckerwerte trotzdem einigermaßen gut sind.
Andererseits ärgere ich mich schon sehr darüber, dass sich mein HbA1c verschlechtert hat.
Zugegeben, 6,9% ist immer noch ein Traumwert, allerdings war es davor eine 6,1%, die ich lieber wieder anstreben möchte.

Um ehrlich zu sein weiß ich aber selbst nicht, wie ich das wieder schaffen soll, denn der Wert entstand zu einer sehr stressfreien Zeit, in der ich nicht viel erlebt habe, was den Blutzucker verrückt spielen lässt.
Mein Studentenleben scheint den Blutzuckerwerten nicht wirklich zu gefallen - keine geregelten Zeiten, generell nicht viel Zeit und spontane Aktionen.

Das größte Stück von der Torte, bitte! 

Dafür fühlt sich mein Leben jetzt deutlich besser an.
Ich lebe in einer Stadt, die ich gern mag und die nicht all zu weit von meiner Heimat entfernt ist.
Schon morgens höre ich das Kreischen der Möwe und Schiffshorne - nichts macht mich glücklicher, als nah am Meer wohnen zu können.
Ich studiere einen wahnsinnig interessanten Studiengang und habe damit anscheinend endlich etwas gefunden, was mich erfüllt.
Zwar komme ich in letzter Zeit nicht mehr so häufig zu meinen liebsten Hobbys - Schreiben und Fotografieren - aber es fühlt sich das erste Mal in meinem Leben okay an.

Dennoch fühle ich mich manchmal noch schlecht, weil ich so selten blogge und im März das letzte Mal fotografiert habe, obwohl mir so viele Ideen im Kopf herumschwirren.
Aber das sollte ich mir wohl schleunigst abgewöhnen.

Denn: ich muss mich nicht von einer Sache definieren lassen, ich bin mehr.
Mehr als nur Diabetesblogger oder Hobbyfotograf, mehr als nur ein kreativer Mensch, mehr als nur kulturell interessiert.
Ich sollte mich nicht mehr dafür entschuldigen wollen, an so vielen verschiedenen Dingen Freude zu finden, sondern einfach mein Leben genießen.

Mein Antrag für das Freestyle Libre


Da sich mein Beitrag zum Thema "Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis" großer Beliebtheit erfreute, möchte ich euch diesmal meinen Antrag für die Kostenübernahme der Freestyle Libre Sensoren von Abbott vorstellen.

Leider bezahlen bisher nur wenige Kassen einen (Teil-)Betrag, über den Verlauf hat Antje bereits ausführlich berichtet.
Momentan sind es folgende Krankenkassen (entnommen aus der Freestyle Libre Gruppe bei Facebook):

Audi BKK
AXA
Barmer
BIK
BKK
DAK
DBV
Debeka
Pronova BKK
Siemens Betriebskrankenkasse
TK
UKV

Hierbei handelt es sich natürlich um Einzelfallentscheidungen.

__________

Ich selbst bin bei der Barmer GEK versichert und habe mich vorab informiert, welche Schreiben ich dem Antrag zufügen soll.
Fehlt etwas, wird der Antrag meist einfach stumpf abgelehnt, überprüft also vorher ganz genau, ob ihr alles parat habt.

1. Blutzuckertagebücher

Ich habe drei Monate sehr genau Tagebuch geführt - dazu gehören für mich neben den bekannten Konstanten ein Farbwechsel zwischen hohen, im Normalbereich liegenden oder niedrigen Werten sowie ein kurzer Satz zum Wohlbefinden.
Hatte ich zum Beispiel an diesem Tag eine Unterzuckerung, habe ich meine Symptome aufgelistet.

2. Das Schreiben vom Diabetologen

Die Barmer verlangt "die Bestätigung des Diabetologen, dass durch ihn die technische und medizinische Einweisung im Umgang mit dem Freestyle Libre erfolgte".
Diese Bestätigung muss folgende Punkte umfassen:

-Der Patient kennt die Definition des Gewebszuckers und den Unterschied zur bisherigen Messung.

-Der Patient kann die Trendpfeilanzeige richtig bewerten und kennt die therapeutischen Optionen bei der Insulingabe anhand des gemessenen Wertes.

-Der Patient kennt die Gefahren einer Gewebszuckermessung und misst bei Bedarf mittels einer Blutzuckermessung nach.

Außerdem muss der Diabetologe bestätigen, dass der Patient an einer Schulung für das Freestyle Libre teilgenommen hat und auch weiterhin von einer diabetologischen Schwerpunktpraxis betreut wird.

Always by my side ♥ 

3. (Optional:) Der persönliche Brief

Wie auch bei meinem Antrag zum Schwerbehindertenausweis habe ich einen persönlichen Brief beigelegt, weil ich damit gute Erfahrungen gemacht habe.
Auch hier gilt: Wer den ganzen Antrag haben möchte, darf ihn sich gerne aus meinem Dropboxordner herunterladen:
hier
Zu Inspirationszwecken folgen nun ein paar Auszüge:
(Dazu bleibt zu sagen, dass sich das Schreiben natürlich auf Extremsituationen bezieht und nicht unbedingt meinen Alltag mit Diabetes widerspiegelt.)

Punkt 1: Messungen

Im Folgenden möchte ich gern erklären, warum ich das Freestyle Libre für eine optimale Diabetestherapie benötige.

Punkt 1: Messungen

Zuallererst möchte ich auf meine täglichen Blutzuckermessungen eingehen.
Aus den mitgesendeten Tagebüchern der letzten Monate können Sie entnehmen, dass meine Blutzuckerwerte stark schwanken und ich oft mit unerklärlichen Unter- bzw. Überzuckerungen zu kämpfen habe.
Daher bin ich gezwungen, meine Blutzuckerwerte häufiger zu kontrollieren, im Schnitt messe ich zwischen 8-10x am Tag.
Dass diese Messungen sinnvoll sind, möchte ich anhand einer Auflistung verdeutlichen.

Nüchternblutzuckerwert nach dem Aufstehen
Blutzuckerwert 2 Stunden nach dem Frühstück, bzw. vor der Zwischenmahlzeit
Blutzuckerwert zum Mittagessen bzw. 2 Stunden nach der Zwischenmahlzeit
Blutzuckerwert 2 Stunden nach dem Mittagessen
Blutzuckerwert für eine Zwischenmahlzeit (gegen 16 Uhr)
Blutzuckerwert für das Abendbrot
Blutzuckerwert für einen Snack bzw. vor dem Schlafen gehen
Außerdem:
Blutzuckerwert während der sportlichen Betätigung (nach dem Ausdauertraining)
Eventueller 2. Blutzuckerwert nach dem Training
Blutzuckerwert bei Unwohlsein (zittrige Beine, taube Lippen, Bauchschmerzen) - bei einer eventuellen Unter- oder Überzuckerung.
Kontrollmessung nach einer Unterzuckerung (15min danach) bzw. bei einer Überzuckerung (1 Stunde danach)
Blutzuckerwert vor dem Auto fahren

Nur durch diese sinnvollen Messungen ist es mir möglich, meine Blutzuckerwerte in den Zielwerten zu halten.

Dies ist wichtig, da ich sehr sensibel auf Schwankungen reagiere, mehr dazu unter Punkt 2.

Gehen wir also nun davon aus, dass ich im Schnitt 8x pro Tag meinen Blutzucker messe.
Das ergibt 56 Messungen in der Woche und 224 Messungen im Monat.
Pro Quartal ergibt sich ein Bedarf von 672 Teststreifen.

Gegenüberstellung der Kosten

1.2 Gegenüberstellung der Kosten

Beim Versandhandel Diaexpert werden die Freestyle Teststreifen, die ich nutze, ab 6 Packungen für 57,89€ pro 100 Stück angeboten.
Das heißt, dass ein Teststreifen 0,5789€ kostet.
Im Monat kosten die Teststreifen also 129,67€, Im Quartal 389,02€.
Hinzu kommen noch Lanzetten für circa 10€ im Quartal.

Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 399,02€.

Das Freestyle Libre Messgerät kostet 59,90€ und hält 14 Tage.
Für einen Monat komme ich hier auf einen Preis von 119,80€, im Quartal sind das 359,40€.

Die Kostenübernahme bzw. eine anteilige Zahlung sind die kostengünstigeren Alternativen.

Natürlich muss erwähnt werden, dass ich einige Kontrollmessungen ausführe, um zu schauen, ob das Freestyle Libre nicht defekt ist und die Messungen aus dem Gewebszucker mit denen des Blutzuckers übereinstimmen.
Außerdem messe ich bei Unterzuckerungen nach, um sicherzugehen.

Weitere Argumente für das Freestyle Libre
2. Weitere Gründe für den Freestyle Libre

Leider reagiere ich sehr sensibel auf jegliche Schwankungen der Blutzuckerwerte.
Ich fühle mich bei hohen bzw. niedrigen Blutzuckerwerten oft unwohl, bekomme Bauch- oder Kopfschmerzen und fühle mich auch Stunden danach noch nicht wieder fit.
Daher versuche ich natürlich alles, damit meine Werte im Zielbereich bleiben und nehme auch zusätzliche Messungen in Kauf.
Ich schreibe alles ordentlich auf und versuche, die Basal- und Bolusinsulineinheiten anzupassen, um eine stabile Blutzuckerlage zu erreichen.

Durch den Libre ist dies natürlich viel einfacher möglicher, da auch die Tageskurven miteinander verglichen werden können und ich auch die Basalrate nachts anpassen kann, ohne jede Nacht den Blutzuckerwert zu messen.
Momentan klappen gute Werte nur, in dem ich jede Woche meine Basalrate und die Bolusfaktoren anpasse.
Das ist nervig, aber durch das Freestyle Libre weniger aufwendig als mit normalen Blutzuckermessungen.

Eine genaue Messung mit Blutzuckerteststreifen erfordert saubere, trockene und warme Finger. 
In meinem Alltag als Studentin ist dies leider nicht dauerhaft gewährleistet, da ich in den Vorlesungen, Sprachkursen etc. nicht einfach den Raum verlassen darf und sich nicht immer Sanitäranlagen in unmittelbarer Nähe befinden.


Jede der ca. 8 Blutzuckermessungen am Tag an den stellt eine Verletzung an den Fingerkuppen dar und erhöht damit das Infektionsrisiko. 
Gleichzeitig besteht dabei auch die Gefahr, dass die Sensitivität der Finger langfristig verringert wird. 

Für ein rechtssicheres Autofahren als Diabetiker muss man Blutzuckermessungen vor der Fahrt und bei längeren Fahrten alle 2 bis 3 Stunden nachweisen können. 
Dies ist aufgrund des limitierten Teststreifenkontingents nicht möglich. 
Mit dem „FreeStyle Libre" sind diese notwendigen und sinnvollen Messungen ohne zusätzliche Kosten möglich. 



Das „FreeStyle Libre" zeigt zu jeder Zeit einen Trend des Blutzuckerwertes an, so dass auch viel eher auf eine mögliche Entgleisung der Werte reagiert werden kann und Über- bzw. Unterzuckerungen häufig vermieden werden können.
Gerade bei meinen stark schwankenden Werten sind diese Trendpfeile eine große Hilfe.

Die völlig unauffällige Messung ohne zusätzliche Messutensilien verkürzt den zeitlichen Aufwand der Messung erheblich und vermindert damit die Einschränkungen durch den Diabetes erheblich.
Gerade bei Busfahrten, bei Tests und Klausuren ist diese schnelle Messung sinnvoll, ohne viel Aufsehen zu erregen.

Auch bei sportlicher Betätigung kann das „Freestyle Libre“ helfen, bessere Blutzuckerzielwerte zu erreichen.
Durch die kurze Verzögerung sieht man bereits, wann die Anstrengung auf den Körper zurückfällt und kann während des Trainings Traubenzucker zu sich nehmen, ohne wie vorher aufgrund einer Unterzuckerung das Training zu unterbrechen. 
Außerdem kann durch die Trendpfeile ein Blutzuckeranstieg nach dem Sport (bei großer Anstrengung werden spezielle Hormone ausgeschüttet, die den Blutzucker ansteigen lassen) vermieden werden.

Eine Senkung des HbA1c (Langzeitwert) durch das „FreeStyle Libre“ ist bei mir bereits eingetroffen.
Ich trage das Freestyle Libre nun schon seit November 2014 und hatte trotz Insulinpumpentherapie Schwierigkeiten, den Langzeitwert auf unter 7% zu bekommen.
Mein letzter HbA1c Wert war nun 6,1% ohne erhebliche Unterzuckerungen.
Gute Langzeitwerte zeugen von einer guten Einstellung und vermindern das Risiko von Folgeerkrankungen.
Ich fühle mich leistungsstärker und freier, seitdem ich das „Freestyle Libre“ nutze.

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Kommen wir abschließend zu meinem Antrag:
Ja, ich bekomme die Kosten für die Sensoren teilweise erstattet.

Leider ist es jedoch so, dass die Barmer den Verbrauch der Teststreifen im letzten Jahr berechnet und daraus die Summer der Teilübernahme bestimmt.
Bei mir sind das nun 23,46€ pro Sensor.

So, und nun möchte ich mich kurz aufregen:
Da ich das Libre aber schon ein Jahr trage und deshalb selbstverständlich nicht besonders viele Teststreifen verschrieben bekommen habe, bin ich darüber nicht sehr glücklich, um nicht zu sagen wütend.

Dieser Teufelskreis scheint mich zu verfolgen, leiste ich mir das Libre doch auch aus dem Grund, dass ich NIE genügend Teststreifen von meinen Diabetologen verschrieben bekommen habe.
4x täglich Messen reicht vollkommen aus, wenn es nach ihnen gehen würde.

Natürlich kann ich mich glücklich schätzen, überhaupt einen Anteil der Kosten erstattet zu bekommen, allerdings geht es mir hier auch mal wieder um das ewige Teststreifenproblem.
Ich möchte einfach das bekommen, was mir und MEINER GESUNDHEIT zusteht.
Ich weiß tatsächlich nicht mehr, was ich machen soll, ein Arztwechsel steht nicht zur Auswahl und selbstverständlich möchte ich das Libre auch nicht mehr missen.
So langsam habe ich aber all meine Ersparnisse aufgebraucht und möchte ungern auf das Geld aus meinem Nebenjob zugreifen.
Ich bin mir nicht sicher, ob man die eigene Gesundheit als ein "first world problem" bezeichnen kann.

Falls also jemand eine gute Idee hat, wie ich meinen Arzt davon überzeugen kann, dass ich mehr Teststreifen benötige, immer her damit.

Die 16 besten Instagram Accounts über Diabetes


Neben dem Lesen von inspirierenden Diabetes Blogs ist Instagram mein liebstes Medium, um täglich ein bisschen Motivation für meine Diabetestherapie zu sammeln.
Unter den Nutzern findet man viele Menschen, die ähnliche Interessen haben und mit denen man sich verbunden fühlt - und sei es nur durch den Hashtag #Type1Diabetes.

Plötzlich blinken tausende Fotos von Blutzuckermessgeräten, Kathetern und Sensoren auf, gemischt mit dem ein oder anderen Motivationsspruch, leckerem Essen oder Diabetes Cartoons.

Gerade hier, in einer visuellen Community, merke ich schnell, dass ich nicht allein bin und lerne außerdem Diabetiker aus der ganzen Welt kennen.
Neuseeland, Bahrain, Irland, Niederlande - wir sind so verschieden und fühlen im Bezug auf den Diabetes dennoch dasselbe.
Nervige hohe Werte oder die Freude über den guten HbA1c - alles wird miteinander geteilt, obwohl uns zum Teil tausende Kilometer trennen.

Wenn ihr noch nicht bei Instagram seid oder es bisher versäumt habt, nach Hashtags zu gucken, möchte ich euch diese Community wirklich ans Herz legen!
Damit ihr nicht allzu lange suchen müsst, stelle ich euch heute meine liebsten Instagram Accounts über Diabetes vor.




Den Anfang macht Simone, eine niederländische Weltenbummlerin, die ihren Blutzucker öfter mal am Strand misst.




Belle hat seit 2 Jahren Diabetes und ernährt sich außerdem vegan.



Rachels sportliche Fotos sind super motivierend und da sie in Melbourne wohnt, kommt die Motivation durch die Zeitverschiebung meistens morgens bei mir an. Perfekt für einen guten Start in den Tag!



Delaney sammelt Spenden für Diabetesprojekte, in dem sie Wein(!) verkauft - und nebenbei gibt es noch schöne Bilder aus ihrem Diabetesalltag.


Ein von Paloma🌸 (@glitter.glucose) gepostetes Foto am


Paloma ist die Stylingqueen für Diabetes Accessoires!

Ein von 🎀 Ⓐⓝⓝⓐ (@typeoneanna) gepostetes Foto am


Anna nimmt uns überall hin mit - genau wie Pumpe und Messgerät.


Ein von Irene (@fitwithdiabetes) gepostetes Foto am


Irenes Username sagt schon alles: #fitwithdiabetes


Auch einige Blogger haben sich bei Instagram verirrt:




Anna postet die leckersten veganen Rezepte!



Vermutlich kennt ihr Lisas Instagram bereits - wenn nicht, wird es langsam Zeit!

Ein von crawfish77 (@crawfish77) gepostetes Foto am


Bei Ilka gibt es außerdem wunderschöne Bilder vom Meer, die nicht nur jedes Nordlicht in Sehnsucht versetzen.

Nicht Jeder postet auf der Social Media Plattform über Diabetes - aber ich finde es trotzdem schön, in den Alltag eines Menschen mit Diabetes zu schauen und immer wieder zu sehen, dass mit Diabetes eben alles möglich ist!











Ein von Emilie Bro Lindhardt (@emilielindhardt) gepostetes Foto am





(Mich findet ihr natürlich auch auf Instagram, allerdings poste auch ich eher selten über Diabetes.)


Ich hoffe, diese kleine Auflistung hat euch gefallen.
Falls ihr noch weitere tolle Accounts kennt, würde ich mich über eine Empfehlung freuen! :-)


Hilfreiche Tipps für den Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis


Früher oder später wird jeder Diabetiker mit dem Thema "Schwerbehindertenausweis" konfrontiert - sei es vom Diabetologen, von anderen Diabetikern oder der Familie.
Allgemeine Infos über die Beantragung findet ihr hier.

Normalerweise läuft die Einstufung auf einen Grad der Behinderung von 50 hinaus, wenn folgende Komponenten gegeben sind:

Menschen mit Diabetes, die eine Insulintherapie mit mindestens vier Injektionen am Tag durchführen und durch erhebliche Einschnitte gravierend in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erhalten einen GDB von 50.
Die Insulindosis passen die Patienten je nach Blutzucker, Bewegung, Ernährung selbständig an.
Die Blutzuckermessungen und Insulindosen müssen dokumentiert sein.



Häufig ist es aber so, dass man erst einmal mit einem GDB von 40 abgespeist wird, so ist das auch mir passiert.
Nach zwei(!) Widersprüchen habe ich nun endlich meinen Schwerbehindertenausweis erhalten und möchte bei der Gelegenheit ein paar Tipps weitergeben, die mir geholfen haben.

1. Schreibt Tagebuch!

Am Wichtigsten sind leider wie immer die gut geführten Tagebücher.
Auch wenn es mittlerweile Software gibt, die Messgerät und Co. einlesen kann, habe ich das Gefühl, dass Krankenkassen immer noch das Papierformat bevorzugen.
Hier kann man auch besser zeigen, dass man jeden Tag viel Zeit für sein Diabetes Management anwendet.
Ich benutze für schlechte Werte beispielsweise einen Rotstift und habe unter jeden dieser Werte geschrieben, wie ich mich zu dem Zeitpunkt fühlte.
Bei Werten über 230mg/dL steht dort Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme.
Bei Unterzuckerungen Zittrigkeit, Benommenheit oder Schwächegefühl.

Außerdem trage ich ein, wenn ich Sport mache oder feiern war, so dass die Werte zu dem Zeitpunkt besser nachvollziehbar sind.

Abgerundet wird das Ganze durch die Eselsohren oder gelegentliche Blutflecken - schließlich trägt man ja immer brav direkt nach dem Messen die Blutzuckerwerte ein, nicht wahr? ;-)

2. Persönliches ist hilfreich!

Den gewünschten Papieren habe ich einen persönlichen Brief beigelegt, in dem ich beschreibe, in welchen Situationen ich mich durch den Diabetes in meinem Alltag eingeschränkt fühle.
Wer dieses Schreiben gerne im Ganzen haben möchte, lädt es einfach hier herunter:
hier klicken
Ansonsten gibt es hier ein paar Auszüge:

Der Therapieaufwand für mein Diabetesmanagement nimmt täglich viel Zeit ein.
Bei drei Mahlzeiten und zwei Snacks zwischendurch muss das Essen vorbereitet, gewogen und zusätzlich ausgerechnet werden, wie viele Kohlenhydrate die Mahlzeit bzw. der Snack enthält.
Dies muss in Verhältnis zu dem benötigten Insulin gesetzt werden, wobei bei der Insulinpumpe der Bolusrechner verwendet werden kann.
Dann muss gegebenenfalls ein Spritz-Ess-Abstand eingehalten werden, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden, diesen halte ich beim Frühstück ein, der Spritz-Ess-Abstand beträgt dort eine Viertelstunde. 


Bei besonders fettigen oder eiweißhaltigen Lebensmitteln wie zum Beispiel Pizza oder Müsli sollte mit der Insulinpumpe verzögert Insulin abgegeben werden. 

Bei Pizza beispielsweise spritze ich 50% meiner Insulindosis sofort und 50% über 2 Stunden verteilt.


Dies ist allerdings für jede Diabetestherapie individuell anzupassen und kann nicht vom Diabetologen bestimmt oder aus einem Handbuch entnommen werden.
Daher muss bei jeder Mahlzeit Insulindosis, Spritz-Ess-Abstand und Verzögerung der Insulinmenge von Neuen bedacht werden.

Zum Glück überwiegt das Negative in diesem Text meistens nicht ;)

Denn gerade weil mein Körper dabei sehr sensibel reagiert, wird mir schon bei Blutzuckerwerten um die 70mg/dL schwindelig und häufig fühle ich mich sehr zittrig und benommen.

Schon einige Mal ist es mir passiert, dass ich außerdem leicht krampfe und darauf angewiesen bin, von näherstehenden Personen zuckerhaltige Getränke oder Traubenzucker zu bekommen und nicht mehr selbst in die Küche/Vorratskammer gelangen kann.
Für die Nacht habe ich einen Vorrat an Traubenzucker und Cola am Bett stehen, auch hier ist es wichtig, dass diese Vorräte immer aufgefüllt sind. 


Auf der anderen Seite müssen auch die Korrekturen von „hohen“ Blutzuckerwerten über 160mg/dL gut durchdacht werden, reagiere ich doch tagsüber unterschiedlich auf die Korrekturen.
Bei Unterzuckerungen und auch bei Überzuckerungen hängt deshalb auch viel vom Gefühl ab, welches man erst nach einiger Zeit mit Diabetes entwickelt.

Denn es lässt sich manchmal nicht vermeiden: ein Teufelskreis aus Unter- und Überzuckerungen.

Hinzu kommt meine Vorbereitung auf Aktivitäten.


Vor dem Sport muss ich einen Blutzucker von mindestens 200mg/dl haben, um nicht während der Ausübung zu unterzuckern. 

Dazu spritze ich entweder weniger für die vorherige Mahlzeit oder esse eine Kohlenhydrateinheit extra, wie beispielsweise eine Banane.
Das Problem bei einer Mahlzeit davor ist, dass das aktive Insulin dennoch einige Zeit wirkt und den Blutzuckerwert während des Sports zusätzlich beeinflusst.

Das heißt also auch, dass ich mich nicht einfach spontan dazu entschließen kann, Sport zu treiben.

Wenn ich also mit Freunden am Strand bin und wir beschließen, Volleyball spielen zu wollen, müssen meine Freunde erstmal einige Zeit auf mich warten, bis ich so weit bin.
Auch wenn ich einfach nur eine längere Zeit unterwegs sein möchte, ist eine Extra-KE angebracht, denn auch bei Spaziergängen oder Fahrradtouren sinkt mein Blutzucker ungewöhnlich schnell ab.

Diese Situationen belasten mich psychisch und führen dazu, dass ich mich häufig ausgegrenzt und unwohl fühle.
Es ist sehr anstrengend, jeden Tag aufs Neue erklären zu müssen, dass ich ohne Insulin sterben würde und daher natürlich darauf angewiesen bin. 

Ich kann diese chronische Erkrankung nicht einmal für eine Stunde aus meinen Gedanken verbannen, ohne dass es auf mich selbst zurückfällt.
Die Aussicht, auf diese Krankheit für den Rest des Lebens Rücksicht nehmen zu müssen, deprimiert mich häufig.
Auch eine Angst vor Folgeerkrankungen, selbst bei guter Einstellung, bleibt immer im Hinterkopf bestehen. 



Das Diabetesmanagement ist also auszuhalten, beschränkt mich aber ganz eindeutig in meiner Lebensqualität, auf physischer und psychischer Ebene.

Dazu bleibt zu sagen, dass in einer solchen Auflistung nur auf die negativen Gedanken eingegangen wird und ich mich nicht grundsätzlich so fühle.
Dennoch finde ich es wichtig, dass auch diese Gefühle berücksichtigt werden, schließlich gehört dies zum Leben mit Diabetes dazu.

Oft werde ich gefragt, warum ich einen Schwerbehindertenausweis haben wollte und ob es auch Dinge gibt, die gegen eine Beantragung sprechen.
Dazu kann ich sagen, dass ich gern alle Vorteile in Anspruch nehme, die mir zustehen.




- Steuervergünstigungen
- Bevorzugte Einstellung
- Kündigungsschutz
- eine Arbeitswoche Zusatzurlaub
- Ermäßigungen bei einigen Fluggesellschaften, Fernbussen usw.



Der größte Nachteil ist wohl der negativ behaftete Begriff "Schwerbehinderung".
Gerade Arbeitgeber schreckt dies oft ab, obwohl größere Firmen in der Regel eine bestimmte Anzahl von Menschen mit Behinderung einstellen müssen.

Ich denke, bei einem Vorstellungsgespräch sollte man den Diabetes ohnehin in ein positives Licht rücken.
Man könnte erwähnen, dass man durch das tägliche Management diszipliniert und verantwortungsbewusst ist.
Dadurch, dass man sehr offen mit der Erkrankung umgeht, merkt der Arbeitgeber auch gleich, dass der Diabetes kein großes Problem darstellen wird.

Am Schluss bleibt es natürlich die Entscheidung des Einzelnen, einen solchen Nachteilsausgleich zu beantragen.

Wie steht ihr zum Thema Schwerbehindertenausweis?
Habt ihr noch Fragen zur Beantragung oder könnt Hilfe gebrauchen?
Schreibt mir einfach eine Nachricht.

Diabetessau vs. Schweinehund - Sport mit Diabetes

Von Steffi inspiriert, möchte ich euch heute über meinen Weg erzählen, wieder regelmäßig Sport zu treiben.

Zu einem gesunden Leben gehört Sport dazu wie Insulin zum Diabetiker.
Trotzdem ist es manchmal gar nicht so einfach, diesen in seinen Alltag zu integrieren, vor allem dann nicht, wenn man der gefühlt unsportlichste Mensch der Welt ist und schon in der Schule immer als Letzter ins Team gewählt wurde.
An dieser Stelle möchte ich sagen: es gibt Hoffnung für uns (ehemalige) Sportmuffel!



Denn mit ein bisschen Disziplin und Motivation eurerseits besuche ich nun seit einigen Monaten wieder regelmäßig das Fitnessstudio und habe endlich Gefallen daran gefunden, mich zwischen den anstrengenden Unitagen auszupowern.
Sport bringt mir jetzt nicht nur Spaß, ich fühle mich auch gesünder und leistungsstärker als vorher.
Das Beste an der Sache ist aber, dass ich meinen Insulinbedarf senken konnte.




Wie besiegt man den inneren Schweinehund am Besten?
Oder ist es doch eher die Diabetessau, die faul in der Ecke liegt?

Am Anfang bin ich zusammen mit Freundinnen zum Probetraining ins Fitnessstudio gegangen und habe außerdem einen Kurs ausprobiert, um zu sehen, was mir besser liegt.
Nachdem klar war, dass mir das Fitnessstudio gefällt, habe ich einen Vertrag abgeschlossen und auch gleich einen Termin zum Erstellen eines Trainingsplans abgemacht.

Der Trainingsplan ist nach meinen Zielen ausgerichtet und dient lediglich als Motivator und Anhaltspunkt.
Durch die Stunde mit einem Trainer habe ich das Fitnessstudio mit all den Geräten besser kennengelernt und fühle mich nun auch sicher genug, um immer mal etwas Neues auszuprobieren.

Eine weitere Motivation sind für mich wie immer Bilder und motivierende Sprüche sowie Musik.
Es hilft, ab und an durch die Fitness Blogs und Instagram Accounts zu stöbern und sich inspirieren zu lassen.
Beim Sport höre ich eine eigens zusammengestellte Playlist oder schaue, was mein Musikdienst zu bieten hat.

Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass Erfolge nicht von heute auf morgen zu sehen sind, bleibt man aber dabei, bemerkt man doch recht schnell kleine Veränderungen.
Das spornt weiter an und bald ist gar keine Extraportion Motivation mehr notwenig, ihr werdet sehen!

Um optimal auf den Sport vorbereitet zu sein, sollte dennoch Einiges beachtet werden:



Meistens gehe ich gleich Morgens zum Sport - um meine Energie aufzufüllen, frühstücke ich wie gewohnt.
Jetzt muss ich nur darauf achten, etwas weniger Insulin abzugeben - meistens reduziere ich die Menge auf 2/3.
Gerade beim Aufwärmen auf dem Laufband sinkt mein Blutzucker sehr schnell - dort muss ich am Meisten aufpassen!

Wenn ich zu einer anderen Zeit gehe, esse ich vor dem Sport eine Banane und starte mit einem Blutzuckerwert von ungefähr 180mg/dL.

Während des Krafttrainings sinkt mein Blutzucker recht langsam - trotzdem teste ich des Öfteren mit dem Libre, ob meine Werte okay sind.

Damit habe ich es schon verraten: Zusätzlich zu meiner Trinkflasche schleppe ich auch immer mein Diabetestäschchen mit mir herum.
Dort drin befindet sich neben Messgerät und Libre auch Traubenzucker, damit ich bei einer Unterzuckerung schnell reagieren kann.





Nach dem Sport gibt es zwei Phänomene:
Entweder der Blutzucker befindet sich auf den Weg in die Tiefe und ich muss mich mit der Essenszubereitung sputen.
Oder mein Blutzucker schießt nahezu unaufhaltsam in die Höhe.

Letzteres hat damit zu tun, dass bei bestimmter Intensität des Trainings Stresshormone freigesetzt werden, welche sich auf den Blutzuckerspiegel auswirken.
Doch Vorsicht!
Wer den Wert sofort mit voller Korrektur runterspritzt, handelt sich oft eine Unterzuckerung ein.
Wenn ich merke, dass mein Blutzucker wieder Achterbahn fahren möchte, gebe ich eine Insulineinheit ab und komme damit immer gut hin.
Zu dem Blutzuckeranstieg nach dem Sport erfahrt ihr bei mysugr noch Genaueres.

Berichtet mir doch auch von euren Erfahrungen!

Ein Forschungsprojekt über Insulea




Vor ein paar Wochen wurde ich von vier Studentinnen der TU Dresden angeschrieben, welche im Rahmen ihres Studiums (Kommunikationswissenschaften) ein Forschungsprojekt über die Glaubwürdigkeit auf Blogs durchführen möchten.
Dafür haben sie sich bewusst die Sparte "Diabetes" ausgesucht - eine ähnliche Umfrage könnte euch also noch auf weiteren Blogs begegnen.
Dennoch bezieht sich jede Umfrage direkt auf den jeweiligen Blog, ihr beantwortet also Fragen über meine Artikel bzw. über mich als Blogger.

Da ich solche Forschungsarbeiten immer gern unterstütze und mich das Thema Glaubwürdigkeit neugierig gemacht hatte, habe ich dem Ganzen zugestimmt und meinen Blog für dieses Projekt zur Verfügung gestellt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr an der Umfrage teilnehmt und den Studentinnen helft.
Die Befragung dauert nur 5-10 Minuten und schon habt ihr eure gute Tat für den Tag in der Tasche ;-)
Also worauf wartet ihr noch?

Hier geht es zur Umfrage: xxx

Wenn euch die Ergebnisse dieser Umfrage interessieren, lasst es mich wissen - ich werde euch gern einen Einblick geben!

Vielen Dank schon vorab von Beatrix, Franziska, Lisa, Maria und mir natürlich :-)


Diabetes Type YOU - eine Blogparade


Da ich von einigen Diabetesbloggern getaggt wurde, kommt heute mein Beitrag zur Blogparade Diabetes Type YOU von Sassi und Marcel.
Da ich viele dieser Fragen schon in anderen Blogposts beantwortet habe, werde ich euch Auszüge aus diesen bereitstellen und wenn ihr Lust habt, könnt ihr natürlich gern auch den ganzen Beitrag dazu lesen.

1. Wie alt bist du und wie lange hast du Diabetes?

Kurz nach meinem 17. Geburtstag (September 2011) veränderte sich mein Leben für immer.
Ich befand mich gerade als Austauschschülerin in America, genauer gesagt in Wisconsin.

Seit einiger Zeit fühlte ich mich seltsam schlapp und mir wurde oft schwindelig.
Während der Mittagspausen (Lunch break) wurde mir auch oft schwarz vor Augen und ich bekam infolgedessen keinen Bissen herunter, später plagten mich regelrechte Fressattacken, da mein Magen knurrte.
Abends ging ich immer früh zu Bett, da ich schon den ganzen Tag über so müde war.

Meine Gastfamilie und ich schoben es auf die ungewohnte Sprache, das ungewohnte Essen und mein neues, aufregendes Umfeld.
Doch entgegen aller Versprechen, wurde es nach einiger Zeit nicht besser, sondern schlimmer.

[...]

Endlich, nach zwei Monaten voller Quälerei, wurde tatsächlich mal mein Blutzucker gemessen.
Dass der die 400er Marke längst überschritten hatte, muss ich wohl kaum erwähnen.

Nach der Nacht im Krankenhaus war ich vor allem erleichtert. Ich würde wieder gesund werden, denn mit Diabetes konnte man leben.
Komisch, wie glücklich man über eine Stoffwechselerkrankung sein kann.
Aus Wie alles begann - meine Diagnose 2011


2. Penste noch oder pumpste schon?

Ich bin glücklich mit meinem Omnipod - mehr dazu gibt es hier




3. Was war dein schönstes Diabetes-Erlebnis und wie beschreibt sich deine schlimmste Erinnerung?

Die schönste Erlebnisse sind für mich Dinge, die ich von meinem Diabetes gelernt habe.
Dieser Post ist einer meiner Liebsten, denn ich bin stolz darauf, dass ich dem Diabetes und meinem schlechten Start in die Diabeteswelt etwas Positives abgewinnen kann.

Ich weiß jetzt, dass ich aus jedem tiefen Loch wieder herausfinde, allein oder mit Hilfe.
Ich weiß auch, dass nach den schlechten Tagen wieder gute Tage folgen und erlaube es mir daher, auch mal einen Schlechten zu haben.
Das ist okay, solange ich nicht aufgebe, ich versuche es einfach am nächsten Tag wieder.
Wenn mir etwas Negatives widerfährt, kann ich oft etwas Positives aus der Situation herausziehen und sei es auch nur, dass ich diesen Fehler bestimmt nicht noch einmal begehe.
Denn es ist doch so: Sich über die negativen Dinge im Leben zu ärgern, macht nicht glücklicher.
Meine positive Grundeinstellung hilft mir nicht nur beim Management meiner Blutzuckerwerte, sondern auch im alltäglichen Leben.

4. Misst du oder scannst du?

Ich mache beides, denn man kann sich nicht in jeder Situation auf das Libre verlassen.


5. Dein liebster Hypohelfer?

Ich habe immer Cola und Traubenzucker dabei, wobei ich von der Cola eigentlich wegkommen möchte.
Das Problem ist nur, dass Cola bei mir wirklich am Schnellsten hilft.


6. Tagebuch schreiben, in einer App dokumentieren oder „F*** off“?

Obwohl ich durchaus technikaffin bin, sind Apps für den Diabetes einfach nicht mein Ding.
Das liegt gar nicht daran, dass ich die Apps blöd finde, sondern eher daran, dass ich meine Werte nicht gern auf dem Handy habe.
Ein altmodisches Tagebuch gefällt mir besser und dieses führe ich (meistens) regelmäßig.



7. Familie nervend oder helfend?

Meine Familie ist super!
Natürlich fragen sie öfters mal nach, wie die Werte sind und wie es läuft.
Da ich die Therapie aber von Anfang an allein gemanagt habe, wird mir nicht reingeredet.
Dafür bekomme ich oft Traubenzucker geschenkt ;-)


8. Warum bloggst du oder liest Diabetes-Blogs?



Es ist mein Ziel, Andere zu motivieren, sie zu begleiten und gemeinsam mit ihnen Hindernisse zu überwinden, die uns Diabetikern tagtäglich in den Weg gelegt werden.
Dafür ist mein Blog da, auf dem ich darüber schreibe, wie ich uns sehe:

Wir sind Experten auf unserem Gebiet.
Wir sind stark.
Wir sind Helden.
Wir können alles schaffen, wenn wir nur wollen.
(und vor allem alles essen!)

Ich möchte uns Menschen mit Diabetes eine Stimme geben, denn nur wenn wir gemeinsam stark sind, können wir etwas erreichen.
Die Welt ist noch immer voller Vorurteile, die im schlimmsten Fall Leben kosten können.
Unzureichende Insulinversorgung, fehlende Aufklärung und Schulungen, keine Unterstützung bei der Diabetestherapie - das muss sich ändern!

Außerdem habe ich durch meinen Blog bereits viele Dinge über Diabetes lernen können und habe tolle Menschen kennengelernt, die mich täglich aufs Neue motivieren.

9. Diabetes als Sportbremse? Oder wie vereinigst du die beiden Dinge?

Dazu kommt bald ein Post, bleibt gespannt ;-)


10. Wie offensiv gehst du mit deinem Diabetes um?

Als ich vor 3 Jahren mit dem Diabetes im Gepäck ein paar Monate früher als geplant nach Hause kehrte, wusste bereits jeder in meinem Umfeld über mein neues Anhängsel Bescheid.
Denn wie es so in der menschlichen Natur liegt, war ich vielleicht nicht Gesprächsthema Nummer Eins, aber immerhin Zwei: „Hast du schon gehört, Lea ist wieder da! Sie musste das Auslandsjahr abbrechen, weil sie so krank ist.“

Zugegeben, so falsch war das nicht, denn bis ich mich entschloss, nach Hause zu fliegen, hatte ich weder Bolus-Insulin noch eine Schulung erhalten.
Mein Gesundheitszustand ließ daher zu wünschen übrig und obwohl ich zu der Zeit im Krankenhaus lag, kamen blöde Sprüche unwissender Schulkameraden auf, die nur von denen vehement verteidigt wurden, die Menschen mit Diabetes in ihrer Familie hatten.
„Also, ich hätte ja nicht abgebrochen, nur weil ich ein bisschen krank bin.
Mit Diabetes ist es ja einfach zu leben und überhaupt hat sie ja selbst Schuld, wenn sie sich mit Süßigkeiten vollgestopft hat.“
In dieser Situation musste ich mich schließlich entscheiden:
Sollte ich verletzt schweigen und doofe Sprüche über Diabetes über mich ergehen lassen, während ich mich so unauffällig wie möglich um meine Diabetestherapie kümmerte, oder sollte ich aufstehen und selbstbewusst dafür kämpfen, dass Menschen mit Diabetes nicht nur akzeptiert, sondern auch verstanden wurden?
Klar, dass ich mich für die zweite Möglichkeit entschied.
Aus Wie ich lernte, für meinen Diabetes mutig zu werden

11. Wenn du einen Wunsch frei hättest…

Jeder denkt bei diesem Satz sofort an Heilung - ich denke, das ist (leider) eher unrealistisch.
Was ich mir wünsche, ist, dass wir Menschen mit Diabetes besser verstanden werden - denn obwohl man mit der "Krankheit" meistens gut leben kann, gibt es einige Dinge, die uns manchmal einschränken.
Außerdem möchte ich eine größere Aufklärung darüber, dass es immer noch Menschen gibt, die an Diabetes sterben müssen.
Momentan überlege ich mir, wie ich besser helfen kann.
Wer gute Projekte oder Ideen hat - immer her damit!