Ein Forschungsprojekt über Insulea




Vor ein paar Wochen wurde ich von vier Studentinnen der TU Dresden angeschrieben, welche im Rahmen ihres Studiums (Kommunikationswissenschaften) ein Forschungsprojekt über die Glaubwürdigkeit auf Blogs durchführen möchten.
Dafür haben sie sich bewusst die Sparte "Diabetes" ausgesucht - eine ähnliche Umfrage könnte euch also noch auf weiteren Blogs begegnen.
Dennoch bezieht sich jede Umfrage direkt auf den jeweiligen Blog, ihr beantwortet also Fragen über meine Artikel bzw. über mich als Blogger.

Da ich solche Forschungsarbeiten immer gern unterstütze und mich das Thema Glaubwürdigkeit neugierig gemacht hatte, habe ich dem Ganzen zugestimmt und meinen Blog für dieses Projekt zur Verfügung gestellt.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr an der Umfrage teilnehmt und den Studentinnen helft.
Die Befragung dauert nur 5-10 Minuten und schon habt ihr eure gute Tat für den Tag in der Tasche ;-)
Also worauf wartet ihr noch?

Hier geht es zur Umfrage: xxx

Wenn euch die Ergebnisse dieser Umfrage interessieren, lasst es mich wissen - ich werde euch gern einen Einblick geben!

Vielen Dank schon vorab von Beatrix, Franziska, Lisa, Maria und mir natürlich :-)


Diabetes Type YOU - eine Blogparade


Da ich von einigen Diabetesbloggern getaggt wurde, kommt heute mein Beitrag zur Blogparade Diabetes Type YOU von Sassi und Marcel.
Da ich viele dieser Fragen schon in anderen Blogposts beantwortet habe, werde ich euch Auszüge aus diesen bereitstellen und wenn ihr Lust habt, könnt ihr natürlich gern auch den ganzen Beitrag dazu lesen.

1. Wie alt bist du und wie lange hast du Diabetes?

Kurz nach meinem 17. Geburtstag (September 2011) veränderte sich mein Leben für immer.
Ich befand mich gerade als Austauschschülerin in America, genauer gesagt in Wisconsin.

Seit einiger Zeit fühlte ich mich seltsam schlapp und mir wurde oft schwindelig.
Während der Mittagspausen (Lunch break) wurde mir auch oft schwarz vor Augen und ich bekam infolgedessen keinen Bissen herunter, später plagten mich regelrechte Fressattacken, da mein Magen knurrte.
Abends ging ich immer früh zu Bett, da ich schon den ganzen Tag über so müde war.

Meine Gastfamilie und ich schoben es auf die ungewohnte Sprache, das ungewohnte Essen und mein neues, aufregendes Umfeld.
Doch entgegen aller Versprechen, wurde es nach einiger Zeit nicht besser, sondern schlimmer.

[...]

Endlich, nach zwei Monaten voller Quälerei, wurde tatsächlich mal mein Blutzucker gemessen.
Dass der die 400er Marke längst überschritten hatte, muss ich wohl kaum erwähnen.

Nach der Nacht im Krankenhaus war ich vor allem erleichtert. Ich würde wieder gesund werden, denn mit Diabetes konnte man leben.
Komisch, wie glücklich man über eine Stoffwechselerkrankung sein kann.
Aus Wie alles begann - meine Diagnose 2011


2. Penste noch oder pumpste schon?

Ich bin glücklich mit meinem Omnipod - mehr dazu gibt es hier




3. Was war dein schönstes Diabetes-Erlebnis und wie beschreibt sich deine schlimmste Erinnerung?

Die schönste Erlebnisse sind für mich Dinge, die ich von meinem Diabetes gelernt habe.
Dieser Post ist einer meiner Liebsten, denn ich bin stolz darauf, dass ich dem Diabetes und meinem schlechten Start in die Diabeteswelt etwas Positives abgewinnen kann.

Ich weiß jetzt, dass ich aus jedem tiefen Loch wieder herausfinde, allein oder mit Hilfe.
Ich weiß auch, dass nach den schlechten Tagen wieder gute Tage folgen und erlaube es mir daher, auch mal einen Schlechten zu haben.
Das ist okay, solange ich nicht aufgebe, ich versuche es einfach am nächsten Tag wieder.
Wenn mir etwas Negatives widerfährt, kann ich oft etwas Positives aus der Situation herausziehen und sei es auch nur, dass ich diesen Fehler bestimmt nicht noch einmal begehe.
Denn es ist doch so: Sich über die negativen Dinge im Leben zu ärgern, macht nicht glücklicher.
Meine positive Grundeinstellung hilft mir nicht nur beim Management meiner Blutzuckerwerte, sondern auch im alltäglichen Leben.

4. Misst du oder scannst du?

Ich mache beides, denn man kann sich nicht in jeder Situation auf das Libre verlassen.


5. Dein liebster Hypohelfer?

Ich habe immer Cola und Traubenzucker dabei, wobei ich von der Cola eigentlich wegkommen möchte.
Das Problem ist nur, dass Cola bei mir wirklich am Schnellsten hilft.


6. Tagebuch schreiben, in einer App dokumentieren oder „F*** off“?

Obwohl ich durchaus technikaffin bin, sind Apps für den Diabetes einfach nicht mein Ding.
Das liegt gar nicht daran, dass ich die Apps blöd finde, sondern eher daran, dass ich meine Werte nicht gern auf dem Handy habe.
Ein altmodisches Tagebuch gefällt mir besser und dieses führe ich (meistens) regelmäßig.



7. Familie nervend oder helfend?

Meine Familie ist super!
Natürlich fragen sie öfters mal nach, wie die Werte sind und wie es läuft.
Da ich die Therapie aber von Anfang an allein gemanagt habe, wird mir nicht reingeredet.
Dafür bekomme ich oft Traubenzucker geschenkt ;-)


8. Warum bloggst du oder liest Diabetes-Blogs?



Es ist mein Ziel, Andere zu motivieren, sie zu begleiten und gemeinsam mit ihnen Hindernisse zu überwinden, die uns Diabetikern tagtäglich in den Weg gelegt werden.
Dafür ist mein Blog da, auf dem ich darüber schreibe, wie ich uns sehe:

Wir sind Experten auf unserem Gebiet.
Wir sind stark.
Wir sind Helden.
Wir können alles schaffen, wenn wir nur wollen.
(und vor allem alles essen!)

Ich möchte uns Menschen mit Diabetes eine Stimme geben, denn nur wenn wir gemeinsam stark sind, können wir etwas erreichen.
Die Welt ist noch immer voller Vorurteile, die im schlimmsten Fall Leben kosten können.
Unzureichende Insulinversorgung, fehlende Aufklärung und Schulungen, keine Unterstützung bei der Diabetestherapie - das muss sich ändern!

Außerdem habe ich durch meinen Blog bereits viele Dinge über Diabetes lernen können und habe tolle Menschen kennengelernt, die mich täglich aufs Neue motivieren.

9. Diabetes als Sportbremse? Oder wie vereinigst du die beiden Dinge?

Dazu kommt bald ein Post, bleibt gespannt ;-)


10. Wie offensiv gehst du mit deinem Diabetes um?

Als ich vor 3 Jahren mit dem Diabetes im Gepäck ein paar Monate früher als geplant nach Hause kehrte, wusste bereits jeder in meinem Umfeld über mein neues Anhängsel Bescheid.
Denn wie es so in der menschlichen Natur liegt, war ich vielleicht nicht Gesprächsthema Nummer Eins, aber immerhin Zwei: „Hast du schon gehört, Lea ist wieder da! Sie musste das Auslandsjahr abbrechen, weil sie so krank ist.“

Zugegeben, so falsch war das nicht, denn bis ich mich entschloss, nach Hause zu fliegen, hatte ich weder Bolus-Insulin noch eine Schulung erhalten.
Mein Gesundheitszustand ließ daher zu wünschen übrig und obwohl ich zu der Zeit im Krankenhaus lag, kamen blöde Sprüche unwissender Schulkameraden auf, die nur von denen vehement verteidigt wurden, die Menschen mit Diabetes in ihrer Familie hatten.
„Also, ich hätte ja nicht abgebrochen, nur weil ich ein bisschen krank bin.
Mit Diabetes ist es ja einfach zu leben und überhaupt hat sie ja selbst Schuld, wenn sie sich mit Süßigkeiten vollgestopft hat.“
In dieser Situation musste ich mich schließlich entscheiden:
Sollte ich verletzt schweigen und doofe Sprüche über Diabetes über mich ergehen lassen, während ich mich so unauffällig wie möglich um meine Diabetestherapie kümmerte, oder sollte ich aufstehen und selbstbewusst dafür kämpfen, dass Menschen mit Diabetes nicht nur akzeptiert, sondern auch verstanden wurden?
Klar, dass ich mich für die zweite Möglichkeit entschied.
Aus Wie ich lernte, für meinen Diabetes mutig zu werden

11. Wenn du einen Wunsch frei hättest…

Jeder denkt bei diesem Satz sofort an Heilung - ich denke, das ist (leider) eher unrealistisch.
Was ich mir wünsche, ist, dass wir Menschen mit Diabetes besser verstanden werden - denn obwohl man mit der "Krankheit" meistens gut leben kann, gibt es einige Dinge, die uns manchmal einschränken.
Außerdem möchte ich eine größere Aufklärung darüber, dass es immer noch Menschen gibt, die an Diabetes sterben müssen.
Momentan überlege ich mir, wie ich besser helfen kann.
Wer gute Projekte oder Ideen hat - immer her damit!

5 Dinge, die passieren, wenn alle Bekannten deinen Diabetesblog lesen


Lange Zeit kannten nur meine engsten Freunde und meine Eltern meinen Blog, bis ich mich dazu entschied, ein paar Inhalte auf meinem privaten Facebookprofil zu teilen.
Aufrufe für die Aktion zum Weltdiabetestag, meinen Diabeteshelden Film oder das Bild mit unserem Ministerpräsidenten Torsten Albig zum Beispiel.

Ich hatte zugegeben ein bisschen Angst, diese Inhalte und damit den Blog zu teilen, denn ich schreibe hier über meine verwundbare Seite und zum Teil sehr persönliche Dinge.
Nachdem ich aber darüber nachdachte, wurde mir klar, dass ich auch im Alltag viel über meinen Diabetes preisgebe und gern aufkläre, wenn Bekannte danach fragen.
Ich habe kein Problem damit, dass jeder weiß, was ich durchgemacht habe, denn so kann man mich und meine Taten viel besser nachvollziehen.
Zum Beispiel mein Problem damit, in der Mitte des Hörsaals zu sitzen, das einfach noch eine kleine Nachwirkung meiner Angsterkrankung ist.

Über psychische Probleme zu reden, ist mir lange Zeit sehr schwer gefallen.
Ich habe viele Erinnerungen an diese Zeit verdrängt und ich wollte mich auch lange nicht daran erinnern, wie unglücklich ich war.
Mittlerweile tut das alles gar nicht mehr so weh, ich bin nur manchmal traurig über die Zeit, die ich verloren habe.
Zeit, die man nicht wiederholen kann.
Aber das ist okay, denn mittlerweile bin ich zufriedener als je zuvor und weiß dieses Gefühl viel besser zu schätzen.



Außerdem habe ich gemerkt, dass die Menschen um mich herum verstehen, wie es dazu kommen konnte und ich habe viele Menschen kennengelernt, die selbst mit ihrer Psyche zu kämpfen haben.
Das ist nichts, wofür man sich schämen muss.
Ich habe das Gefühl, je offener ich damit umgehe, je mehr Respekt bekomme ich zurück - und umso mehr kann ich anderen Betroffenen helfen.
Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern sich ihr zu stellen.
Wenn man über seine Angst redet, dann erfährt man oft Unterstützung - und genau die ist es, die man braucht, um mutig zu werden und es zu bleiben.

Vorab möchte ich also euch allen danken - meiner Familie, meinen Freunden und euch Lesern, dafür, dass ihr mich unterstützt.
Mit Worten, mit Taten oder mit stiller Zuneigung.
Danke, dass ihr mir Mut geschenkt habt.

Ich freue mich über jedes liebe Wort, jedes aufmunternde Lächeln, über jeden Daumen hoch bei Facebook.
Manchmal bin ich überrascht, wer mich da unterstützt - es gibt Menschen, von denen ich es wirklich nicht erwartet hätte.
Danke.



Es gibt also oft Situationen, in denen ich erfahre, dass Bekannte diesen Blog lesen.
Kommilitonen, die Arbeitskollegen meiner Mutter oder Freunde von der anderen Seite der Welt (die sich den Blog übersetzen) - sind einige der exotischeren Leser.
Dabei entstehen oft Situationen wie diese Fünf:

1. "Das weiß ich doch schon von deinem Blog"

Wenn ich Freunden von meinem Wochenende in Diabetesdingen erzähle, wissen sie durch den Blog meistens schon Bescheid, bevor ich überhaupt erwähnen konnte, dass ein neuer Artikel online ist.
Manchmal ist das etwas irritierend.

2. Schreib doch mal über...

Inspirationen jeglicher Art ziehe ich nicht nur aus meinem Alltag, auch Bekannte haben oft gute Ideen.
Tatsächlich gibt es aber auch jede Menge kuriose Vorschläge, über die ich einen ganz eigenen Post verfassen könnte.
"Was ist eigentlich mit Diabetes und kiffen?"...

3. Mein Name wird gegoogelt

Natürlich kann ich sehen, über welche Suchanfragen bei Google die Menschen auf meinen Blog zugreifen.
Da gibt es ganz harmlose Dinge wie "Insulinpumpe Omnipod" oder "Angst vor Unterzuckerungen".
Im letzten halben Jahr wurde aber auch immer wieder mein voller Name gegoogelt, was mir ein bisschen Angst gemacht hat.
Bis meine Mutter mir erzählte, dass eine Freundin aus Zypern dauernd den Namen meines Blogs vergisst und dann eben über Umwege auf meine Seite gelangt.
Wenn ich also diese Klicks aus Zypern sehe, bin ich beruhigt.

4. Diabetes ist kein Zuckerschlecken

Oft witzig gemeint, kommen diese Witze bei mir leider nur an, wenn ich sie selber mache.
Denn ob ich in der Stimmung bin, mich über meinen Diabetes zu amüsieren, entscheide ich.
Leider versteht das nicht jeder und ist dann ganz enttäuscht, wenn ich nicht reagiere.
Sorry for that.

5. Wir sind so stolz!

Ich bekomme viel Lob für diesen Blog und natürlich freue ich mich wahnsinnig über solche Worte.
Manchmal weiß ich aber gar nicht, wie ich reagieren soll, denn ich freue mich eher still und leise als überschwänglich.
Meine Familie und meine Freunde wissen das, andere Bekannte nicht.
Aber glaubt mir, diese Worte sind meine Motivation, diesen Blog zu führen.
Besonders schön ist es, wenn meine Leser mir schreiben, dass sie durch meine Worte neuen Mut schöpfen konnten.
So ist es auch umgekehrt!