Diabetes und vegane Ernährung


Schon als ich anfing, mich vegetarisch zu ernähren, kamen einige (nicht so) schlaue Köpfe daher und fragten mich, ob das mit Diabetes überhaupt ginge.
Um ehrlich zu sein, hat mich diese Frage schon immer irritiert, brauchen wir Diabetiker doch Insulin zum Überleben und kein Fleisch - oder liegt es daran, dass Diabetiker angeblich verschiedene Nährstoffmängel aufweisen?
Das "Gute" am Diabetes ist ja, dass es das große Blutbild quasi umsonst gibt und es bei mir fast häufger abgenommen wird, als mir lieb ist.
Daher sehe ich aber auch, wie verdammt gut meine Blutwerte tatsächlich sind.
Keine Mängel, weder durch Diabetes noch durch meine nun größtenteils vegane Ernährung.
Warum sollte es auch so sein.

Heute möchte ich den Interessierten und Skeptikern zeigen, was ich alles so esse, wie lecker das aussieht (und schmeckt!) und wie einfach das Ganze eigentlich ist.
Viele weitere Rezepte und Ideen zu einem glücklichen Lebensstil findet ihr übrigens bei Stefanie, die selbst auch Typ 1 Diabetikerin ist.


Veganes Eis, auch Nicecream genannt, schmeckt himmlisch!
Einfach Bananen klein schneiden, einfrieren, ein paar Tage später mit Beeren in den Mixer geben und eiskalt genießen!
Am Liebsten mache ich das mit Himbeeren.


Mein Lieblingskuchen kommt von Cakeinvasion und wird liebevoll "Bananenshake-Kuchen" genannt.
Dieser Kuchen schmeckt auch ohne Milch und Eier sehr lecker, dazu gibt es vegane Schlagsahne.



Okay, es gibt Dinge, die appetitlicher aussehen.
Kokos-Schoko-Pfannkuchen mit Himbeeren klingt aber doch sehr lecker, oder?



Genau so gut schmecken natürlich vegane Pancakes mit Früchten und Ahornsirup zum Frühstück.



Eine weitere Abwechslung zum Frühstücksbrot bringt Müsli mit Beeren, Hafermilch und Chiasamen.
Durch die Chiasamen steigt mein Blutzucker vom Müsli nur langsam an und lässt sich besser kontrollieren.
Vorher habe ich immer äußerst ungern Müsli gegessen, weil meine Blutzuckerwerte sofort in die Höhe stiegen.


Pancakes schmecken auch mit Wassermelone!



Für Nudelgerichte stelle ich gern eigenes Basilikum Pesto her.
Sehr lecker und ohne versteckte Kohlenhydrate!



Auch vegane Pizza gelingt sehr gut - hier mit Ananas und Rucola.



Lust auf einen gesunden Burger?
Vollkornbrötchen, vegane Bulette, vegane Mayo, veganer Käse, Salat und Gürkchen - et voilà.




Und zu guter Letzt: Spinat-Erdnuss-Soße mit Nudeln geht immer.


Habt ihr auch ein veganes Lieblingsgericht?
Lasst mir gern eure Rezeptvorschläge da, ich freue mich immer über Abwechslung! :)

7 Kommentare

24. Juli 2016 um 03:16

Ich hätte da mal ein paar Fragen: Wie oft misst du am Tag? Wie ist dein Blutzucker eingestellt? Was für Insuline nutzt du? Wie lang hast du schon Typ 1 Diabetes? Und: Wann hattest du deine letzte Diabetesschulung? Ich bin nämlich ebenso Typ 1 Diabetiker, meine letzte Schulung ist etwa 'nen halben Monat her und ich seh' da oben genug Blutzuckersünden, um meinen HbA1c auf geschätzt etwas über 10 hochzukatapultieren..

Lea
24. Juli 2016 um 10:11

Ich habe seit 5 Jahren Diabetes, habe eine Pumpe mit Nocorapid und zeitweise den Freestyle Libre Sensor.
Mein HbA1c war noch nie höher als 7,5 - seit zwei Jahren pendle ich immer zwischen 6,1-6,9.

Von dem Wort "Blutzuckersünden" halte ich nicht so viel, du solltest essen können, was du möchtest.
Bei fettigen Sachen wie Pfannkuchen achte ich einfach auf den Spritz-Ess-Abstand und spritze mit der Pumpe noch verzögertes Insulin - dann klappt das eigentlich ganz gut ;)

Lea
24. Juli 2016 um 10:12

Novorapid natürlich :D

24. Juli 2016 um 18:05

Danke ersma für die schnelle Antwort! :)
Ja, das Wort "Blutzuckersünden" ist kein besonders schönes Wort und ich kann Deine Abneigung dagegen verstehen - auf mich trifft's aber leider zu. Spritz-Ess-Abstand würde bei mir nicht ausreichen, vor Allem halt auch für den Konsum von Nüssen nicht - leider, denn die hab ich früher gern gegessen. :/
Ich hab seit 12 Jahren Typ 1 Diabetes, auch Novo Rapid, aber zusätzlich Abasaglar und bin Penspritzer. 'ne Pumpe würde meine Krankenkasse nicht übernehmen, aber ich denke, ich kann Deinem Kommentar die nötigen Informationen entnehmen, warum es bei dir klappt.
Zusätzlich ist es ja noch von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie der Körper auf was reagiert und es freut mich, dass das bei Dir zu funktionieren scheint.
Ich halte mich davon aber lieber fern, mein HbA1c geht grade endlich mal wieder runter (von 9,5 in 0,5er "Schritten" sinkend) und viele der oben aufgeführten Sachen destabilisieren das Konstrukt leider massiv, wie ich rausfinden musste.. :/
Danke an der Stelle aber auch für Deine Offenheit! :)
Eine Frage hätt' ich jedoch noch: Bei so Sachen wie der Wassermelone, den Trockenfrüchten, dem Müsli (auch das mit den Chiasamen, die reichen da wirklich?) und den Bananenshakes - funktioniert das gänzlich ohne Überzuckerspitzen (und wenn ja: Wie?) oder ist das einfach in dem Rahmen, indem man sagt, dass die eigene Lebensqualität nich' unter'm Diabetes leiden soll?

Lea
25. Juli 2016 um 15:58

Hey :)
Echt, bei Nüssen? Auch wenn du die FPE(Fett-Protein-Einheiten) mitberechnest?
Ich habe das Glück, dass mein Blutzucker bei Fruchtzucker und auch bei fetthaltigen Sachen nicht wirklich ansteigt.
Beim Müsli helfen die Chiasamen, dass es langsamer ins Blut geht und ich dementsprechend mit einem SEA arbeiten kann :)
Pfannkuchen oder Pizza esse ich aber zum Beispiel nur sehr selten und wenn passiert es mir leider auch mal, dass der Zucker zwischenzeitlich bei 250mg/dL liegt.
Das ist für mich aber im Rahmen, solange der Bz dann 2 Stunden nach dem Essen wieder im Zielbereich liegt :)
Generell habe ich aber seit der Diagnose nie wieder Blutzuckerwerte über 300 gehabt (außer als meine Pumpe einmal ausgefallen ist...).
Für mich ist das so in Ordnung, sonst würde ich mir auch viel zu viel Stress machen...
Liebe Grüße

25. Juli 2016 um 22:25

Ja, leider auch trotz Berücksichtigung aller Faktoren, auch der FPE; Nüsse wirken mit bis zu 7 Std Wirkzeit zu lang und verursachen somit bei mir immer entweder 'nen Über- oder 'nen Unterzucker (Letzteres natürlich nur indirekt, wenn ich sie zu berechnen versuch') :/
Aber wie kommt das zustande, dass Dein Blutzucker bei eigentlich ja schnell wirksamem Fruchtzucker genauso wenig ansteigt, wie bei fetthaltigen Sachen, die ja langsam wirken? Bzw: Ist das dann nicht auch ein Problem im Falle eines Unterzuckers? Oder hast Du da was Anderes als Not-BE gefunden?
Und: Ja, ich bin da derselben Meinung wie Du: Die Lebensqualität sollte nicht zu viel unter'm Diabetes leiden. Nachdem zumindest nur zwischenzeitlich 250 erreicht werden, sollte das gehen, nachdem Deine restliche Einstellung ja sehr gut zu sein scheint. :)
Keine Blutzuckerwerte mehr über 300: Wow, das ist wirklich respektabel! Sowas rutscht mir leider immer mal wieder dazwischen.. :/
Zur Pumpe: Da hab ich ja schon die schlimmsten Sachen gehört, wenn die ausfällt D:
Ich als Penspritzer kann schonmal paar Tage durchschnittlich 'nen höheren Blutzucker haben, ohne dass ich eine gefährliche Ketoazidose bekomm'.. wie früh wurde denn der Ausfall deiner Pumpe bemerkt? Ich hab da von einer Mitpatientin gehört, dass die jemanden kannte, deren Pumpe ausgefallen war, die das nicht bemerkt hat und keine 24 Stunden nach Ausfall der Pumpe bereits an der Ketoazidose verstorben war.. :/ War das denn bei Dir auch schonmal knapp? Oder hast Du da ein zu gutes Gespür für?
Sorry, dass ich Dich so mit Fragen bombadier', ich bin ein von hausaus sehr neugieriger Mensch.. :D
Lg,

Lea
26. Juli 2016 um 12:28

7 Stunden? Das habe ich auch noch nie gehört, dass das so lange dauert...

Also ich habe kein Problem, bei einer Unterzuckerung gibt es immer Traubenzucker oder ein süßes Getränk, das geht komischerweise :D

Ich habe mir um ehrlich zu sein nie Gedanken darüber gemacht, dass mein Körper so anders reagiert, als bei den meisten Diabetikern.
Ist interessant zu sehen, dass jeder Körper anscheinend wirklich sehr verschieden reagieren kann.

Ich hatte auch noch nie eine Keto.
Ich merke "hohe" Werte ab so 220mg/dL auch ohne nachzumessen und kann dementsprechend schnell korrigieren.
Als aus meiner Pumpe Insulin rauskam, habe ich das auch zusätzlich noch gerochen, das war höchstens eine Stunde, in der die Insulinzufuhr unterbrochen war.

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