Diabetesfrischling - von heute auf morgen verändert sich dein ganzes Leben #dbw15


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DBW15 Samstag – Diabetes-Frischling

Als Diabetes-Frischling hat man es nicht leicht. Alles ist neu und ungewohnt. Wo soll man anfangen, was darf man und was nicht? Welche Tipps und Tricks würdet ihr einem Neu-Diagnostizierten mit auf den Weg geben?

Von heute auf morgen verändert sich dein ganzes Leben.
Plötzlich bekommt dein Alltag noch ein paar Aufgaben hinzu und dein Hirn ist in ständiger Alarmbereitschaft, um an alles zu denken, was du seit der Diagnose gelernt hast.
Seit der Arzt dir erzählte, dass du Diabetes hast.
Vielleicht wusstest du schon vorher etwas über diese Erkrankung, vielleicht auch nicht.
Es ist am Anfang überwältigend, auf eine schreckliche Art und Weise.

Dein Leben wird vermutlich nie wieder so sein wie davor.
Jedenfalls kommt es dir so vor, als könnte diese chronische Erkrankung dich nie wieder glücklich sein lassen.
Dein ganzes Leben wirst du sie jetzt mit dir herumtragen, du kannst nichts dagegen tun und hättest es nicht verhindern können.
Scheiß Schicksal, womit hast du das verdient?

Auch mich belastet es manchmal, dass ich mein ganzes restliches Leben (außer es geschehen noch Zeichen und Wunder) mit meinem Diabetes teilen muss.
Aber es hält mich nicht davon ab, glücklich zu sein.
Es hält mich nicht davon ab, meine Träume zu verwirklichen.

Die Erkenntnis, dass ich irgendwann wieder glücklich sein kann, hat mir wirklich gut geholfen.
Denn am Anfang habe ich es auch nicht geglaubt.
Bis ich anfing, mich mit anderen Diabetikern auszutauschen und Diabetesblogs zu lesen.
Ich war damals zwar noch nicht über den Berg und hatte mein "Schicksal" noch lange nicht akzeptiert, aber ich nahm diese positiven Gedanken an.
Wenn andere Diabetiker so entspannt mit ihrem Diabetes umgehen und ein ganz normales, zufriedenes Leben führen, dann kann ich das auch!



Glücklich sein mit Diabetes bedeutet für mich nicht, dass ich immer zufrieden mit meinem Diabetes bin oder nie schlechte Phasen habe, die mich deprimieren.
Es bedeutet für mich, dass ich die Hoffnung nicht aufgebe; dass ich meine positiven Gedanken aufrecht erhalten kann.
Ich lasse es zu, schlechte Tage zu haben, denn die hat jeder und ich denke, diese Tage sind auch für Nichtdiabetiker verständlich.
Es ist auch okay, wenn man wütend ist, weil man Diabetes hat.
Klar gibt es Schlimmeres, es gibt immer Schlimmeres.
Aber das heißt nicht, dass man sich schuldig fühlen muss, wenn es einem mal zu viel wird.
Lass diese Gefühle zu, lass sie raus - und dann lass sie gehen.

Bei mir hat dieser Prozess vier lange Jahre gedauert.
Natürlich hatte das bei mir noch andere Gründe.
Fakt ist, dass es mir die ersten zwei Jahre als Diabetiker sehr schlecht ging.
Ein Jahr brauchte es, um positive Gedanken und Wünsche zu formen und ein weiteres Jahr, um diese umzusetzen.
Aber jetzt, jetzt bin ich wirklich glücklich. Auch mit Diabetes.

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