Mein dreijähriges Diabetesjubiläum - das muss gefeiert werden!


Viele Diabetiker denken mit Schrecken an ihre Diagnose zurück und verstehen nicht, warum ich so ein schicksalhaftes Datum feiere.
Aber ich möchte versuchen, euch den Sinn dahinter zu erklären, bevor wir zum spaßigen Teil der ganzen Sache kommen.

Über die Zeit vor meiner Manifestation hatte ich ja bereits geschrieben und ich möchte mich nicht groß wiederholen.
Fakt ist, dass ich zu der Zeit nicht wusste, was ich hatte, die meisten amerikanischen Ärzte mich als "Simultant" belächelten und mir bereits nach dem Gang von Bett zu Dusche die Kraft fehlte, um überhaupt noch allein duschen zu können (als Beispiel für mein Befinden).
Ich hatte jeden Abend Angst ins Bett zu gehen, weil ich nicht wusste, ob ich wieder aufwachen würde.
Weil ich Angst hatte, zu sterben.

Und sind wir mal ehrlich: Hätte niemand bis jetzt das Insulin entdeckt, dann wäre ich es.
Oder hätten es die Ärzte weiterhin als Heimweh abgetan und ich wäre irgendwann zusammengebrochen.
Oder ich würde in einem Land leben, in dem es keine Insulinversorgung gäbe.
Ich wäre seit 3 Jahren tot.

Und so ist der 11.11.2011 zwar ein Schicksalstag, aber gleichzeitig der Tag, an dem mir eine Chance gegeben wurde. Die Chance, zu leben. Weiterzuleben.
Nicht jeder bekommt diese Chance und ich bin dankbar dafür.

Denn natürlich kann Diabetes zermürbend sein, aber mir wurde die Wahl gelassen und solange ich eine Wahl habe, würde ich mich immer wieder für das Leben entscheiden. Mit Diabetes.

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Wie ihr alle wisst, ist der blaue Kreis das internationale Zeichen für Diabetes und so ließen wir es uns nicht nehmen, blau zu schmücken und blaue Lebensmittel zu kaufen.
Natürlich gab es auch wieder Donuts, diesmal in blau mit Blaubeerfüllung.
blaue Donuts, blaugefärbtes Wasser und Traubenzuckerherzchen + Schlümpfe ♥

Ein paar meiner Freunde waren dann auch tapfer genug, um sich den Blutzucker messen zu lassen.
Durch die Donuts und Traubenzuckerherzen waren manche Werte höher als erwartet und eine kurzzeitige Panik brach aus, die sich aber wieder beruhigte, nachdem wir eine Stunde später erneut gemessen haben.






Zwischendurch haben wir dann noch versucht, Fotos zu machen, was durch das schlechte Licht nicht so gelungen ist, wie wir uns das vorgestellt hatten, trotzdem möchte ich die Fotos mit euch teilen:



Es war ein schöner Abend und ich bedanke mich an dieser Stelle nochmal an meine Freunde, die verrückt genug waren, um so ein Jubiläum mitzufeiern. Danke, ihr seid toll! ♥








Der neue Diabetiker in der Stadt.


Seit knapp zwei Monaten lebe ich nun schon in einer Stadt ganz am anderen Ende Deutschlands und habe hier mein Studium begonnen.

Vor dem Umzug kamen natürlich Bedenken auf.
Klappt alleine wohnen mit dem Diabetes? Was mache ich bei einer schweren Unterzuckerung? Erzähle ich meinen Kommilitonen vom Diabetes und wenn ja, wie?
Finde ich einen Diabetologen, der genau so verständnisvoll und einfühlsam ist wie mein Letzter? Wie mache ich das mit Rezepten?
Und und und.

Zum Glück waren alle meine Sorgen übertrieben und es läuft (fast) alles so, wie ich es mir gewünscht habe.
Dieser Post hier ist also einfach als kleines Update gedacht.



Alleine wohnen gefällt mir besser, als ich erwartet habe.
Zum Glück hatte ich noch keine schlimmeren Unterzuckerungen und konnte mir so immer ganz gut mit Cola oder Traubenzucker helfen - vorausgesetzt man vergisst nicht, Cola zu kaufen.
Mein alternatives Unterzuckerungsgetränk ist momentan Fritz-Limo mit Melonengeschmack- also Fritzkola, wenn ihr das lest, schickt mir doch was zu. Am Besten schließen wir ein Abo über 50 Jahre ab. Mindestens.

Das Beste am Alleine wohnen ist wohl noch, um 3 Uhr nachts wegen einer Unterzuckerung die Schränke plündern zu können, ohne besorgte Menschen damit zu wecken.



Mein Blutzucker fährt momentan ganz gerne Achterbahn und ich arbeite jeden Tag daran, in meiner blauen Linie zu bleiben.
Ich denke, dass der (noch) fehlende Alltag daran Schuld ist, dass der Zucker Zicken macht.
Hoffentlich pendelt sich alles schnell wieder ein.
Mit dem neuen Libre Sensor kann ich das Ganze zum Glück besser beobachten.

Von Links oben nach rechts unten: Couscouspfanne, Seelachsfilet mit Käse überbacken und Spinatsoße, Buffet beim Mexikaner, Wrap mit Seitan-Nuggets
Gemüseburger-Sandwich, selbstgemachter Falafeldöner, Österreichische Mohnnudeln, Gemüse-Tortellini mit Walnuss-Käsesoße und Birnen-Nuss-Salat ♥

Vegetarisches (Pescetarisches) Essen und Diabetes vertragen sich übrigens sehr gut und da meine Uni auch eine vegetarisch/vegane Mensa hat, gibt es jeden Tag leckeres Essen, welches ich euch nicht vorenthalten wollte.
#Icaneateverything