Projekt: Diabetes - ein Umweltsünder?



Gerade in der jüngeren Generation wird Nachhaltigkeit immer mehr zum Thema. Zahnbürsten aus Bambus, veganes Leder aus Ananas und Jutebeutel statt Plastiktüte. Über Menschen, die versuchen, jeglichen Müll zu vermeiden oder die ein Jahr lang nur gebrauchte Klamotten tragen liest man oft in letzter Zeit. Es ist schön, dass ökologisches Handeln immer mehr zum Mainstream wird.
Dabei ist der Gedanke eigentlich gar nicht so neu - schon im 17. Jahrhundert wurde beispielsweise darüber nachgedacht, dass in einem Wald nur so viel abgeholzt werden solle, wie in einem Jahr wieder nachwachsen kann. Erneuerbare Ressourcen also.
Dass diese Gedanken auch heutzutage immer noch nicht in den Köpfen aller Menschen angekommen sind, wissen wir leider.
Dabei kann auch klein angefangen werden, in dem zum Beispiel keine Plastiktüten mehr gekauft werden und man allgemein darauf achtet, nicht zu viel Plastik zu kaufen. Vieles, wie zum Beispiel Putzmittel, können auch einfach selbst hergestellt werden. Gemüse und Obst findet man unverpackt auf dem Markt und in vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile auch sogenannte "unverpackt" Läden.

Aber wie sieht es eigentlich mit dem (Plastik-)Müll aus, den unsere Pumpen produzieren?
Als Maggy Saskia, Lisa und mich fragte, ob wir Lust hätten, an einem Projekt zum Thema Müllverbrauch mit Diabetes mitzumachen, war ich sofort dabei.
Ich habe mir schon länger Gedanken darüber gemacht, dass man nach jedem Pumpen- und Sensorenwechsel ganz schön viel Müll zusammenträgt. Auch bei Vorstellungen zu neuen Geräten ist dies oft ein großer Kritikpunkt.

Maggy hat uns ausgesucht, weil wir alle verschiedene Pumpen nutzen und wir es interessant finden, den Müllverbrauch von vier verschiedenen Geräten zu vergleichen. Wir werden also in einem Monat jeglichen Pumpenmüll, den unser Diabetes macht, zusammentragen und euch jede Woche über den Anstieg des Müllberges informieren. Natürlich zählen dazu nicht nur Pumpen, sondern auch Sensoren und weitere Teststreifen. Für mich gehört außerdem der Müll dazu, den ich während einer Hypo verbrauche. Leere Traubenzuckerpapiere und Liquid Gel Behälter. Diesen werde ich gesondert als "Restmüll" aufbewahren, weil es mich interessiert, wie viel Müll ich insgesamt mit meinem Diabetes produziere.
Am Ende soll der Pumpenmüll gewogen und verglichen werden. Welche Pumpe verbraucht den meisten Müll und warum? Gibt es Möglichkeiten, weniger Müll zu produzieren? Was können wir besser machen?

Wer sind die Projektteilnehmer?

Maggy (links) und Saskia
Maggy bloggt unter dem Namen Diapolitan und trägt die Accu Check Combo.

Saskia bloggt bei Diafeelings und nutzt die Ypsopump von mylife.



Lisa bloggt bei Lisabetes und trägt die Medtronic Minimed 640G und das Enlite CGM.


Mein Diabetes Müll



Ich selbst nutze die Omnipod Patchpumpe und für diesen Monat das Freestyle Libre von Abbott. Für mein Messgerät nutze ich die Freestyle Teststreifen und FastClix Lanzetten. Zusätzlich kommen Traubenzuckerverpackungen und leere Liquid Gel Behälter hinzu. Außerdem leere Teststreifenbehälter und Insulinverpackungen.
All das werde ich in unterschiedlichen Kisten aufbewahren und euch über den Fortschritt informieren. In einem Monat wird dann alles gewogen!

Meine Diabetesutensilien bestelle ich bei DiaExpert. Dort ist mir schon oft aufgefallen, dass die Sachen in einem großen Karton kommen, in dem oft noch viel Papier und Luftpolster zu finden sind. Das alles sind natürlich Vorsichtsmaßnahmen, damit nichts von der wertvollen Fracht kaputt geht, dennoch könnte man sich Gedanken über eine müllfreundlichere Versandoption machen.

Wie lauten die Entsorgungsbestimmungen für "meinen" Müll?


Die Patchpumpe selbst wird vom Hersteller recycelt. Dazu muss ich die Pods in einem Karton sammeln und diesen an den Hersteller zurücksenden. Karton und Rücksendesticker wird bei jeder Podbestellung mitgeliefert.



Alles andere wie Lanzetten, Teststreifen, Insulinfläschchen und Einmalspritzen kommen bei mir in den Restmüll. In Deutschland ist dies auch erlaubt, besser ist es allerdings, alles in einem Sammelbehälter aufzubewahren und diesen in den Restmüll zu werfen.


In Amerika zum Beispiel gibt es an jedem Arbeitsplatz und in vielen öffentlichen Einrichtungen Entsorgungsbehälter für Spritzen und andere spitze Gegenstände.

Ich bin gespannt, was uns diesen Monat erwartet und welche Gedanken und Ideen durch die Dokumentation unseres Mülls entstehen.

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