6 Jahre Diabetes - ein Blick zurück.

Heute vor genau sechs Jahren, am 11.11. 2011, bekam ich die Diagnose Typ 1 Diabetes. In diesen sechs Jahren ist sehr viel passiert, tatsächlich auch überwiegend Gutes und Vieles, wofür ich dankbar bin. Bevor ich ins Detail gehe, möchte ich euch auf ein tolles Projekt aus der Diabetes Online Community (#dedoc) hinweisen:



Das Projekt Diaversary sammelt Diagnosegeschichten von anderen Menschen mit Diabetes und soll Neudiagnostizierten so Mut machen. Zum Jahrestag der Diagnose erhält jeder Teilnehmer seine eigene Diaversary Medaille. Da das Ganze ein Mitmachprojekt ist, sind gerade eure Ideen gefragt! Wie könnte so eine Medaille aussehen? Klickt doch einfach mal hier für weitere Infos.
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Wenn ich zurückdenke, kommen die Erinnerungen in mir hoch wie Puzzleteile. Auch nach sechs Jahren habe ich das Puzzle noch nicht wieder vollständig zusammengesetzt. Immer wieder erinnere ich mich auch an neue Einzelheiten und Momente, die ich anfangs allesamt verdrängt habe. Die Erinnerungen sind sehr emotional und auch, wenn ich sehr viel über meine Diagnose spreche, so wühlt mich das Ganze immer noch etwas auf.
Oft halte ich die Story um meine Diagnose auch sehr kurz und unemotional, weil ich ansonsten meine dunkelsten Gedanken und überwältigende Szenen preisgeben müsste, die man in einem Smalltalk eher nicht beredet.
Doch gerade dafür ist diese Plattform da: Um meine Gedanken und Gefühle niederzuschreiben, sie mit euch zu teilen und sich zu vernetzen. Ich bin mir sicher, dass es da draußen viele Menschen gibt, die eine ähnliche Geschichte haben.

Ich nehme euch mit in die Zeit vor sechs Jahren.
Im August 2011 bin ich nach Wisconsin geflogen, um dort ein High-School Jahr in einer Gastfamilie zu absolvieren. Meine Gastfamilie und die kleine Stadt, in der ich lebte, sind mir schnell ans Herz gewachsen. In der Schule habe ich auch schnell Anschluss gefunden und es war tatsächlich wie in den Filmen. Die verschiedenen Cliquen saßen zum Lunch an ihren Stammplätzen, die Footballjungs wurden als Stars der Schule bejubelt und es gab sehr viele verschiedene Nachmittagsangebote, so dass das halbe Lebe in der Schule stattfand. Es gab keinen Grund, weshalb ich mich schlecht fühlen und Heimweh haben sollte.
Dennoch fühlte ich mich nicht besonders. Ich war immer wahnsinnig müde und hatte Schwierigkeiten, mich länger zu konzentrieren. Dauernd war ich erkältet und schwach. Die Besuche beim Arzt brachten außer Medikamente gegen die Grippe nichts. Immer öfter wurde mir beim Lunch schwarz vor Augen und in den Unterrichtsstunden schwindelig. Manchmal kippte ich um und musste die Zeit im Krankenraum verbringen.
Die Ärzte meinten, dass das sicherlich psychisch sei und am Heimweh liegen würde. Ich würde mir das alles nur einbilden. Ich hatte langsam aber sicher das Gefühl, verrückt zu werden. Ich war auch verängstigt. Was, wenn ich etwas wirklich Schlimmes hatte?
Mittlerweile hatte ich sogar Filmrisse. Ich saß im Bett und wusste nicht, was ich die letzten Stunden gemacht hatte, konnte mich nicht erinnern. Die Angst wuchs.
Was, wenn ich einfach nicht mehr aufwachen würde? Ich hatte Angst, in Amerika zu sterben - weit weg von Zuhause.
Mit diesen Gedanken wurde ich allein gelassen. Niemand konnte mir sagen, was ich hatte oder wie meine Symptome wieder verschwinden würden. Da ich nicht wieder als psychisch labil von den Ärzten abgestempelt werden wollte, versuchte ich einfach, das alles zu ignorieren. Ich schleppte mich jeden Tag zur Schule und musste meist nach ein paar Stunden wieder von meiner Gastmutter abgeholt werden, weil ich wieder zusammengeklappt war. Ich hatte das Gefühl, als würde ich das alles nur noch aus einer Seifenblase heraus mitbekommen - als würde ich alles nur von oben herab passiv beobachten. Ich wollte nicht mehr zur Schule und das Haus nicht mehr verlassen. Alles war sehr anstrengend geworden und zudem hatte ich immer weiter abgenommen. 
Meine Gastfamilie machte sich große Sorgen und kaufte mir Nährstoffshakes, in der Hoffnung, dass diese mich wieder zu Kräften kommen ließen.
Tatsächlich lösten sie etwas aus. Weitere Behandlungen.

An dem Tag, als ich den ersten Shake trank, war ich nicht in der Schule gewesen, sondern hatte den ganzen Tag meine Zimmerdecke aus dem Bett aus angestarrt, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Nach dem Getränk hatte ich Probleme, etwas mit meinen Augen zu fokussieren. Alles entglitt mir. Ich hatte das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen und atmete schnell und flach. Ich weiß noch, dass mein Gastvater mich ins Auto trug und wir ins nächste Krankenhaus fuhren. Dort wurde ich an Geräte angeschlossen und endlich wurde mein Blutzucker gemessen. Die 400mg/dL hatte ich lange überschritten. Ich musste wie in den Filmen in eine Tüte atmen, um nicht mehr zu hyperventilieren. Das Kribbeln aus den Fingern wurde ich erst am nächsten Tag los.
Nun fingen endlich die Tests an, auf die ich lange gewartet hatte. Es war tatsächlich eine Erleichterung. Endlich würde ich wissen, weshalb es mir so schlecht ging.
Auch ein Glukosetoleranztest wurde mit mir durchgeführt und ich kann sagen, dass das mit Abstand das Schlimmste war, was mir je widerfahren ist.
Mir wurde Blut für einen Nüchternblutzucker abgenommen. Danach musste ich eine konzentrierte Zuckerlösung zu mir nehmen und im Wartezimmer eine Stunde auf die nächste Blutabnahme warten. Kurz danach fing der Raum an, sich zu drehen und ich wurde in einem Nebenzimmer auf eine Liege gelegt. Mir wurde dringlich klargemacht, dass ich meine Augen unter keinen Umständen schließen dürfe und nicht einschlafen solle. Sehr beruhigende Worte, wenn sich der ganze Raum dreht und man nicht weiß, was passiert. In dem Moment dachte ich wirklich, dass ich dort auf dieser Liege sterben würde. Auf jeden Fall fühlte es sich nach Sterben an.
Nach dieser Tortur war dann auch klar, dass ich Diabetes hatte. Dass es verschiedene Formen gab und was das überhaupt war, wurde mir nicht mitgeteilt. Ich verließ das Krankenhaus ohne Insulin. Eine Schulung für Basalinsulin sollte in den nächsten Tagen folgen. In der ganzen Zeit, in der ich noch in den USA war, bekam ich weder eine Schulung noch Insulin für die Mahlzeiten. Mir wurde gesagt, dass ich am Besten keine Kohlenhydrate zu mir nehmen solle - meine Blutzuckerwerte waren so immer sehr niedrig. Kurzzeitig wurde mir sogar gesagt, dass ich doch kein Diabetes haben könne. Das Hin und Her ging mehrere Wochen, in denen ich mindestens 3-4x täglich unterzuckerte und immer Hunger hatte.
Natürlich konnte es mir so auch nicht besser gehen. Ich nahm weiter ab und wurde langsam schwächer.
Jeder kurze Fußweg strengte mich an und es ging so weit, dass ich im Sitzen duschen musste, da ich nicht mehr lange genug Stehen konnte.
Nach langer Überlegung entschloss ich mich dazu, mein Auslandsjahr abzubrechen und nach Deutschland zurückzukehren. Hier kam ich sofort ins Krankenhaus und wurde anständig geschult.

Auf dem Weg zurück nach Deutschland - inklusive Rollstuhlservice

Leider war der Leidensweg damit nicht vorbei. Durch die lange falsche Behandlung hatte ich eine Angststörung entwickelt. Ich bekam ständig Panikattacken, die Auslöser waren meist unklar. Schon das Haus und mein sicheres Bett zu verlassen, veranlasste Panik. Dabei wurde mir schwarz vor Augen, alle Muskeln brannten und ich bekam keine Luft mehr. Das passierte bis zu zehn Mal täglich und kostete mich viel Energie. Energie, die ich eigentlich dazu brauchte, um gegen ebendiese Attacken anzukämpfen. Drei Jahre meines Lebens verbrachte ich in einem konstanten Kampf gegen mich selbst und mein Unterbewusstsein. Drei Jahre meines Leben, in denen ich nicht richtig leben konnte, weil ich meine ganze Kraft für andere Dinge brauchte. Drei Jahre, die mir genommen wurden. In denen meine Freunde auf Partys und Festivals gingen, sich auslebten, sich verliebten, sich unbeschwert verabredeten, nicht so viel ans Morgen dachten. Und dazwischen ich - die versuchte, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Die versuchte, wieder alltägliche Dinge tun zu können wie ins Kino zu gehen, ohne von den Panikattacken schachmatt gesetzt zu werden. Das ist das, was mir am Meisten weh tut. Ich wurde aus dem gewohnten Leben gerissen und musste plötzlich so schnell erwachsen werden.

Allerdings ist das auch eine Zeit, die mich ausmacht. Ich habe unglaublich viel über mich selbst und das Leben gelernt. Wenn es mir schlecht geht, weiß ich, was ich tun muss, um aus den negativen Gedanken herauszukommen. Ich sehe das Leben mehr. Ich sehe die Schönheit, die das Leben ausmacht, beobachte gern die kleinen Dinge und erfreue mich daran, ganz still in mir und nur für mich. Ich sehe auch das Gegenteil und versuche, daraus etwas Positives mitzunehmen. Ich weiß, dass es besser ist, seinen Gefühlen einfach freien Lauf zu lassen uns sich nicht zu verstellen. Ich tue so gut es geht das, was ich machen möchte, weil ich weiß, dass wir nur eine Chance haben im Leben.
Wobei das nicht so ganz stimmt. Denn am 11.11. habe ich eine zweite Chance bekommen. Die Chance, weiterzuleben. Und deshalb mache ich an meinem Diabetesjubiläum (Diaversary) jedes Jahr etwas Schönes. Sei es ein Essen mit Freunden oder ein entspannter Tag am Wasser. Etwas, was mich glücklich macht.

In den letzten sechs Jahren gab es wie ihr gelesen habt viele Höhen und Tiefen. Aber Diabetes hat mich auch zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Und auf eine gewisse Art bin ich dafür dankbar.
Es hat mir außerdem gezeigt, dass es viele tolle Menschen gibt, die immer für mich da sind, mich unterstützen und mich so mögen wie ich bin. Ich kann euch nie genug dafür danken. Damit meine ich nicht nur meine Familie und meine Freunde, sondern die gesamte Diabetes Community. Mit eurer Hilfe habe ich gelernt, dass ich auch mit Diabetes alles machen und schaffen kann und niemals allein bin. Durch euch habe ich gelernt, keine Angst mehr vor meiner Krankheit zu haben und diese zu akzeptieren.
Ich könnte noch so viel mehr über die letzten Jahre und meine Erlebnisse schreiben, aber das würde den Rahmen hier sprengen.

Heute, sechs Jahre später, geht es mir sehr gut. 2017 war bisher das beste Jahr seit der Diagnose für mich. Ich durfte an tollen Events und Projekten teilhaben, habe viele interessante Menschen kennengelernt und habe viel dafür getan, um mein Leben noch aktiver und zufriedener zu gestalten.
Mögen die nächsten Jahre mit Diabetes genau so schön und aufregend werden!

Wie viel Müll produziert die Omnipod Patchpumpe?


Vor einem Monat haben wir unser Projekt Müllverbrauch mit Diabetes veröffentlicht. In den letzten vier Wochen haben wir fleißig unseren Müll gesammelt und möchten euch heute eine Auswertung präsentieren.

An unserem Projekt kam einiges an Kritik auf, weshalb ich noch mal erklären möchte, warum ich mich für das Projekt entschieden habe. Mir ging es einzig und allein darum, zu schauen, wie viel Müll meine Diabetesutensilien in einem Monat verursachen. Mir ist bewusst, dass dieser Müll größtenteils nicht vermieden werden kann und die Verpackungen so erarbeitet wurden, dass sie sterilen und hygienischen Standards entsprechen. Es ging mir nicht darum, aufzuzeigen, dass ein Mensch mit Diabetes zu viel Müll verbraucht und ich wollte sicher auch sonst niemanden dazu beschuldigen.
Ich finde es einfach interessant und ich bin mir sicher, dass die Zukunft eine Verwendung von nachhaltigeren Ressourcen mit sich bringen wird. Das wäre jedenfalls mein (noch utopischer) Wunsch für eine Verbesserung. Aber wer weiß, was die Zeit und Erfahrung uns bringt!


Zuerst muss ich sagen, dass ich viel weniger Müll verbrauchte, als ich es mir vorgestellt und ausgerechnet habe. Der kleine Müllberg, der sich in einem Monat angesammelt hat, wiegt unter 100g, genau gesagt bei 86g. Das ist eine sehr positive Erfahrung, die ich da machen durfte!
Da die Pods an Ypsomed zum Recyceln geschickt werden, habe ich diesen Müll erst nicht in meinen Hausmüll mit einbezogen. Das Recyceln wird von einem Verwertungshof übernommen, einzelne Komponenten des Omnipods werden wiederverwertet. Leider konnte ich nicht herausfinden, welche das im Speziellen sind. Vermutlich werden vor allem die Metalle wiederverwendet, für den Rest darf ich mir wohl keine zu großen Hoffnungen machen.
Den Omnipod wechselt man circa alle 3 Tage, in diesem Monat habe ich so 11 Pods verbraucht. Ein Pod wiegt 25g, wobei ich dann auf eine Gesamtmenge von 275g komme.
Zusammen mit den 86g an Zubehör lande ich bei einem Müllverbrauch von 361g.
In einem ganzen Jahr sind das also "nur" 4kg Müll und ich denke, dass das ein zufrieden stellendes Ergebnis präsentiert.

Auch bei meinen Projektpartnern ist die Menge an Müll niedriger ausgefallen als erwartet. Hier könnt ihr ihre Ergebnisse sehen:




Auf den unterschiedlichen Blogs könnt ihr euch außerdem noch genauer über den Müllverbrauch der einzelnen Pumpen informieren:

Die Accu Chek Combo bei Diapolitan, die Ypsopump bei Diafeelings und die Minimed 640g bei Lisabetes.

Projekt: Diabetes - ein Umweltsünder?



Gerade in der jüngeren Generation wird Nachhaltigkeit immer mehr zum Thema. Zahnbürsten aus Bambus, veganes Leder aus Ananas und Jutebeutel statt Plastiktüte. Über Menschen, die versuchen, jeglichen Müll zu vermeiden oder die ein Jahr lang nur gebrauchte Klamotten tragen liest man oft in letzter Zeit. Es ist schön, dass ökologisches Handeln immer mehr zum Mainstream wird.
Dabei ist der Gedanke eigentlich gar nicht so neu - schon im 17. Jahrhundert wurde beispielsweise darüber nachgedacht, dass in einem Wald nur so viel abgeholzt werden solle, wie in einem Jahr wieder nachwachsen kann. Erneuerbare Ressourcen also.
Dass diese Gedanken auch heutzutage immer noch nicht in den Köpfen aller Menschen angekommen sind, wissen wir leider.
Dabei kann auch klein angefangen werden, in dem zum Beispiel keine Plastiktüten mehr gekauft werden und man allgemein darauf achtet, nicht zu viel Plastik zu kaufen. Vieles, wie zum Beispiel Putzmittel, können auch einfach selbst hergestellt werden. Gemüse und Obst findet man unverpackt auf dem Markt und in vielen deutschen Städten gibt es mittlerweile auch sogenannte "unverpackt" Läden.

Aber wie sieht es eigentlich mit dem (Plastik-)Müll aus, den unsere Pumpen produzieren?
Als Maggy Saskia, Lisa und mich fragte, ob wir Lust hätten, an einem Projekt zum Thema Müllverbrauch mit Diabetes mitzumachen, war ich sofort dabei.
Ich habe mir schon länger Gedanken darüber gemacht, dass man nach jedem Pumpen- und Sensorenwechsel ganz schön viel Müll zusammenträgt. Auch bei Vorstellungen zu neuen Geräten ist dies oft ein großer Kritikpunkt.

Maggy hat uns ausgesucht, weil wir alle verschiedene Pumpen nutzen und wir es interessant finden, den Müllverbrauch von vier verschiedenen Geräten zu vergleichen. Wir werden also in einem Monat jeglichen Pumpenmüll, den unser Diabetes macht, zusammentragen und euch jede Woche über den Anstieg des Müllberges informieren. Natürlich zählen dazu nicht nur Pumpen, sondern auch Sensoren und weitere Teststreifen. Für mich gehört außerdem der Müll dazu, den ich während einer Hypo verbrauche. Leere Traubenzuckerpapiere und Liquid Gel Behälter. Diesen werde ich gesondert als "Restmüll" aufbewahren, weil es mich interessiert, wie viel Müll ich insgesamt mit meinem Diabetes produziere.
Am Ende soll der Pumpenmüll gewogen und verglichen werden. Welche Pumpe verbraucht den meisten Müll und warum? Gibt es Möglichkeiten, weniger Müll zu produzieren? Was können wir besser machen?

Wer sind die Projektteilnehmer?

Maggy (links) und Saskia
Maggy bloggt unter dem Namen Diapolitan und trägt die Accu Check Combo.

Saskia bloggt bei Diafeelings und nutzt die Ypsopump von mylife.



Lisa bloggt bei Lisabetes und trägt die Medtronic Minimed 640G und das Enlite CGM.


Mein Diabetes Müll



Ich selbst nutze die Omnipod Patchpumpe und für diesen Monat das Freestyle Libre von Abbott. Für mein Messgerät nutze ich die Freestyle Teststreifen und FastClix Lanzetten. Zusätzlich kommen Traubenzuckerverpackungen und leere Liquid Gel Behälter hinzu. Außerdem leere Teststreifenbehälter und Insulinverpackungen.
All das werde ich in unterschiedlichen Kisten aufbewahren und euch über den Fortschritt informieren. In einem Monat wird dann alles gewogen!

Meine Diabetesutensilien bestelle ich bei DiaExpert. Dort ist mir schon oft aufgefallen, dass die Sachen in einem großen Karton kommen, in dem oft noch viel Papier und Luftpolster zu finden sind. Das alles sind natürlich Vorsichtsmaßnahmen, damit nichts von der wertvollen Fracht kaputt geht, dennoch könnte man sich Gedanken über eine müllfreundlichere Versandoption machen.

Wie lauten die Entsorgungsbestimmungen für "meinen" Müll?


Die Patchpumpe selbst wird vom Hersteller recycelt. Dazu muss ich die Pods in einem Karton sammeln und diesen an den Hersteller zurücksenden. Karton und Rücksendesticker wird bei jeder Podbestellung mitgeliefert.



Alles andere wie Lanzetten, Teststreifen, Insulinfläschchen und Einmalspritzen kommen bei mir in den Restmüll. In Deutschland ist dies auch erlaubt, besser ist es allerdings, alles in einem Sammelbehälter aufzubewahren und diesen in den Restmüll zu werfen.


In Amerika zum Beispiel gibt es an jedem Arbeitsplatz und in vielen öffentlichen Einrichtungen Entsorgungsbehälter für Spritzen und andere spitze Gegenstände.

Ich bin gespannt, was uns diesen Monat erwartet und welche Gedanken und Ideen durch die Dokumentation unseres Mülls entstehen.

Das Dexcom CGM auf Reisen - mein Testbericht


Seitdem ich das CGM von Dexcom 2013 eine Woche zur Probe tragen durfte, wünsche ich mir für meine Diabetestherapie dieses CGM. Auch wenn ich das Libre als kostengünstigere Alternative super finde, an ein CGM mit Alarmfunktion kommt es nicht heran. Auch hatte ich nun schon einige Libre Sensoren, die mir einfach zu stark abgewichen sind, um sie für Therapieentscheidungen nutzen zu können.
Aus diesen Gründen habe ich schon lange mit einem CGM geliebäugelt, aber leider habe ich als Studentin nicht die finanziellen Möglichkeiten, um so ein System aus eigener Tasche zahlen zu können.
Doch manchmal gehen Wünsche (jedenfalls erstmal so halb) in Erfüllung:

Kurz bevor ich nach Amerika aufgebrochen bin, bekam ich das Angebot, das CGM G5 von Dexcom testen zu dürfen. 
Normalerweise bin ich bei Kooperationen eher vorsichtig, da ich meinen Blog so authentisch wie möglich halten möchte. Zwischen mir und der Firma gibt es jedoch keinen verpflichtenden Vertrag, alles, was ich über das CGM schreibe, passiert auf freiwilliger Basis. Transmitter und Sensoren sind mir zur Verfügung gestellt worden, wobei ich den Transmitter nach Ablauf der Testphase an Dexcom zurückschicke.

Da mich das System in den letzten Wochen überzeugt hat und ich es auf meiner Reise auf Herz und Nieren prüfen konnte, möchte ich euch hier etwas mehr darüber berichten.



Was ist ein CGM?

CGM ist die Abkürzung für „Continuous Glucose Monitoring“, was auf Deutsch so viel heißt wie „kontinuierliche Glukoseüberwachung“. Der Sensor misst also kontinuierlich den Gewebezucker. Anders als bei einer normalen Blutzuckermessung wird hier die Glukosekonzentration im Zwischenzellraum gemessen. Diese kann dem Blutzuckermesswert bis zu 10 Minuten hinterher hängen.
Die Messungen des CGMs werden an einen Transmitter (Sender) weitergeleitet, welcher die Werte dann an ein Empfängergerät sendet. Dieses Gerät alarmiert den Träger bei zu hohen oder niedrigen Blutzuckerwerten.
Das CGM muss außerdem nach einem bestimmten Zeitraum erneut mit einem gemessenen Blutzuckerwert kalibriert werden und passt sich bei Bedarf dem Messwert an.

Was ist der Unterschied zwischen CGM und dem Freestyle Libre?

Das Freestyle Libre von Abbott ist kein CGM, da es keinen Sender besitzt, welcher die Werte automatisch an ein Empfängergerät sendet. Dies passiert nur, wenn das System gescannt wird. Außerdem besitzt es keine Alarmfunktion und muss nicht kalibriert werden.

Das Dexcom G5 im Test

Bevor man das CGM System anlegt, muss man ein virtuelles Schulungsprogramm (Webinar) über Dexcom absolvieren, bei dem ein Dexcom Techniker über das CGM informiert und Schritt für Schritt das Setzen und Entfernen des Systems durchgeht sowie über die App und das Empfängergerät spricht. Das Ganze spielt sich in einem Chat ab, bei dem der Techniker über Videofunktion zugeschaltet ist. Bei Fragen kann man ganz einfach in den Chat schreiben.
Auch wenn ich über das Meiste bereits Bescheid wusste, hat mir diese persönliche Einführung gut gefallen und ich hatte das Gefühl, gut betreut zu werden.
Der Sensor hält 7 Tage und muss dann erneuert werden. Der Transmitter/Sender hat eine Akkulaufzeit von ca. 3 Monaten.

Ich habe das Dexcom G5 nicht mit dem Empfängergerät, sondern mit der App für mein Iphone getestet. Die App kann man sich ganz einfach im Appstore runterladen und auch dort wird man in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung durch das erste Setzen des Sensors geführt.
Da ich das Ganze dann schon zwei Mal gesehen hatte, funktionierte das Setzen auch problemlos.
Ich musste mich nur an die Setzhilfe gewöhnen und an das Gefühl, die Nadel quasi selbst zu setzen. Vom Omnipod bin ich das anders gewohnt.
Die Handgriffe sind jedoch wirklich simpel und mit der Setzhilfe auch kein Problem.

Diabetes auf dem Smartphone

Die App zum Ablesen der Werte ist auch relativ selbsterklärend. Unter den Einstellungen kann man seinen Zielbereich einstellen und ab wann das System einen Alarm abgeben soll. Auch die Alarmtöne oder Vibration kann ausgewählt werden.
Man sieht die Wertkurve in einem Zeitraum von vier Stunden, wobei die Zielwerte in grauer Farbe angezeigt werden, hohe Werte in gelb und niedrige Werte in rot.
Es gibt verschiedene Trendpfeile, ein doppelter Pfeil zeigt die Anstiegsrate oder einen schnellen Abfall der Blutzuckerwerte an.
Dreht man das Iphone, kann man sich die Kurve für eine Stunde, 3, 6, 12 oder auch für 24 Stunden anzeigen lassen. Klickt man auf eine Stelle in der Kurve, wird der exakte Wert zu der angeklickten Uhrzeit angezeigt.
Sofern man es nutzt, werden auch gegessene Kohlenhydrate, Insulin, Aktivitäten und sonstige Notizen angezeigt. Die Ereignisse können auch nachträglich ins System eingetragen werden.





Die App bietet außerdem die Möglichkeit, seine Blutzuckerwerte an andere Personen wie z.B. Familie oder Freunde zu senden. Diese Funktion habe ich jedoch nicht ausprobiert. Ich denke aber, dass sie gerade für Typ F Eltern sinnvoll sein kann.

Von der App gibt es auch ein Widget, welches man dem Iphone Sperrbildschirm hinzufügen kann. So reicht ein Blick auf das Smartphone, um seinen Wert zu erfahren. Super praktisch!
Gerade während meines Roadtrips konnte meine Mitfahrerin so meine Werte im Auge behalten, ohne extra die App dafür geöffnet zu haben.

Die Alarmfunktion

Was mir an einem CGM am Meisten gefällt, ist wohl die Alarmfunktion. Ich habe meinen Zielwert zwischen 85-200 mg/dL eingestellt, was nach oben vielleicht etwas streng ist. Allerdings geht es mir ab einem 200er Wert meist schon schlecht und da es mein Therapieziel ist, Spitzen zu vermeiden, fand ich die Idee gar nicht schlecht.
Gerade nach dem Essen, wo der Wert oft über 200mg/dL steigt, hat mich das Gepiepe dann zwar schon manchmal genervt, aber es hat mich auch dazu angespornt, meinen Spritz-Ess-Abstand besser einzuhalten und meine Insulineinheiten klüger aufzuteilen.
Ich kann mir vorstellen, dass mir die Alarme in der Unizeit z.B. während einer Vorlesung auch unangenehm sein könnten, während meines Roadtrips war mir sowas natürlich egal.



Trotzdem sind die Alarme sehr hilfreich.
Durch die Zeitumstellung waren die ersten Tage meiner Reise blutzuckertechnisch sehr chaotisch und ich konnte dennoch beruhigt schlafen gehen, weil ich wusste, dass mich die Alarme nachts wecken würden.
Aber auch die vielen Wanderungen durch die National Parks ließen mich öfters unterzuckern und ich war froh, dass mich das CGM rechtzeitig warnte.



Mein niedrigster Wert in diesen vier Wochen lag bei 61mg/dL (tatsächlich nur ein Mal!) und das ist eine Zahl, bei der ich noch einigermaßen gut handeln kann. Gerade in den Wochen vor dem Roadtrip und CGM dümpelte ich des Öfteren bei 50mg/dL herum.

Die Genauigkeit

Besonders überrascht war ich von der Genauigkeit des Dexcom CGMs. Natürlich wusste ich, dass das G5 momentan das einzige CGM auf dem deutschen Markt ist, welches durch die hohe Genauigkeit für Therapieentscheidungen genutzt werden darf, dennoch hätte ich nicht gedacht, dass es so gut funktioniert. Außer für die Erstmessung und die Kalibrierungen musste ich keine Teststreifen nutzen. Selbst bei Unterzuckerungen war das G5 sehr genau, beim Libre hatte ich damit dauernd Probleme.

Die Vorteile des Dexcom CGM im Überblick:

  • Die Alarmfunktion bei zu hohen oder niedrigen Werten
  • Die hohe Genauigkeit der Messwerte
  • Die einfach zu bedienende App
  • Das Widget im Sperrbildschirm - schnelle Anzeige des Blutzuckers z.B. während der Autofahrt
  • Die Trendpfeile sowie Anstiegs- und Abfallrate
  • Die Möglichkeit, seine Werte zu teilen
  • Auch im Wasser und in der Hitze des Death Valleys (50°C) lief das CGM problemlos





Das Dexcom G5 CGM hat meine Erwartungen noch mal übertroffen und ich würde das System am Liebsten gar nicht mehr abgeben!
Tatsächlich stelle ich jetzt zusammen mit meinem Diabetologen und Hilfestellung von Dexcom einen Antrag auf Kostenübernahme für die Krankenkasse.
Hoffentlich lässt sich mein Traum vom CGM bald dauerhaft erfüllen.
Drückt mir die Daumen!

Falls ihr weitere Fragen zum Dexcom System habt, immer her damit!

SEATTLE - Roadtrip Diary I


Ende Juli startete mein vierwöchiger Roadtrip quer durch die USA. Mitten in der Nacht ging es los zum Flughafen. Bis wir über 24 Stunden später in Seattle angekommen waren, gab es so einige Herausforderungen zu bewältigen. Erst haben wir falsche Boarding Pässe erhalten, dann gab es heftige Turbulenzen auf einem der Flüge und zu guter Letzt gab es für den letzten Flug gar keine Sitzplätze mehr außer am Notausgang. Auch beim Autoverleih gab es erst ein Missverständnis, aber das konnte glücklicherweise schnell geklärt werden, so dass wir endlich todesmüde ins Motelbett fallen konnten!


Am nächsten Morgen war wohl das Motel Frühstück eine weitere Enttäuschung und wir haben den Entschluss gefasst, lieber eigenes Frühstück zuzubereiten.

Meine Blutzuckerwerte waren durch die Zeitverschiebung ziemlich chaotisch, aber mit meinem CGM konnte ich das Chaos einigermaßen im Zaum halten.
Mit meinem Diabetologen habe ich vorher abgesprochen, dass ich die Uhrzeit der Pumpe jeden Tag um 2-3 Stunden verstelle, bis ich bei der neuen Zeitzone angekommen bin.
Über Diabetes und Roadtrips werde ich noch einen gesonderten Beitrag posten, aber ich kann schon mal sagen, dass mein Körper einige Tage brauchte, um sich an die neue Zeitzone zu gewöhnen.


Auf dem Weg nach Downtown Seattle war ich dann natürlich gleich das erste Mal unterzuckert. Kein Wunder, normalerweise wäre ich um diese Zeit im Bett und nicht aktiv.
Nach einem kurzen Zwischenstopp bei Chipotle konnten wir dann endlich mit dem Sightseeing starten.
Seattle liegt direkt am Wasser und die Hochhäuser scheinen bläulich zu schimmern.
Als Erstes haben wir uns den Pike Place Market angeschaut, der natürlich sehr überlaufen war, da es eine typische Touristenattraktion ist und wir auch noch am Wochenende dort waren. Gekauft haben wir hier nichts, da alles recht teuer erschien, aber es war trotzdem interessant, die verschiedenen Stände anzusehen.








Auch die "Gum Wall" stand auf dem Programm und wir konnten es uns nicht nehmen, selbst ein Kaugummi an die Wand zu kleben. Manche Attraktionen sind einfach schräg!


Nachmittags sind wir mit dem The Great (Ferris) Wheel gefahren, wodurch wir einen schönen Blick auf Downtown und den Fähranleger hatten. Im Hintergrund sieht man auch die Space Needle, das Wahrzeichen Seattles.


Tatsächlich sieht das Wahrzeichen der "Emerald City" von Nahem nicht mehr so spektakulär aus. Der Park drumherum bietet aber so Einiges, neben Restaurants und Skulpturen auch das Museum of Pop Culture.



Auf dem Rückweg zum Auto erreichte mich dann die nächste Unterzuckerung, die ich ganz nebenbei mit Liquid Gel bekämpfte. Sieht immer ein bisschen so aus, als würde ich eine Haarkur trinken. Was muss, das muss!


Faster-acting Insulin aspart (Fiasp) - Der erste Eindruck


Seit zwei Wochen läuft mein Omnipod nun mit dem neuen Insulin Fiasp von NovoNordisk, welches einen schnelleren Wirkeintritt verspricht.
Bevor ich meine Pumpe mit dem Insulin befüllte, habe ich mich in der Diabetes Community nach ersten Erfahrungen und Tipps umgeschaut.


Worauf sollte ich achten, wenn ich das neue Insulin teste?


  • Die Wirkdauer von Fiasp ist kürzer als die von NovoRapid. Eventuell muss mit einem verzögerten Bolus gearbeitet werden, damit der Blutzucker nicht plötzlich nach zwei Stunden ansteigt, weil nicht mehr genügend Bolusinsulin vorhanden ist. Außerdem sollte die Wirkdauer in der Pumpe bei Bedarf umgestellt werden.
  • Der Wirkeintritt bei Fiasp ist kürzer als bei NovoRapid. Das bedeutet, dass ein eventuell eingehaltener Spritz-Ess-Abstand (SEA) nicht mehr oder kürzer eingehalten werden sollte.
  • Da das Fiasp schneller wirkt, sollte eine Korrektur vorsichtiger berechnet werden, um nicht zu unterzuckern.
  • Eventuell muss die Basalrate durch den schnelleren Wirkungseintritt geändert werden
  • Einige Nutzer beklagten sich über Kopfschmerzen nach der Umstellung. Außerdem brannte die Einstichstelle bei einigen Nutzern nach der Abgabe von Fiasp und/oder die Katheter mussten schneller gewechselt werden, da die Einstichstelle angeschwollen war.
  • Auch wenn es paradox klingt: Manchmal braucht der Körper etwas, um auf ein neues Insulin umzustellen. Auch bei Fiasp wurde das beobachtet.


Meine Erfahrungen

Glücklicherweise hatte ich in den ersten Tagen keine Probleme mit Kopfschmerzen oder schmerzenden Hautirritationen. Leider wirkte das Fiasp aber auch noch nicht so wie versprochen. Tatsächlich brauchte mein Körper zwei Tage, um sich an das neue Insulin zu gewöhnen. Die ersten zwei Tage hatte ich wirklich das Gefühl, nichts anderes als Wasser zu spritzen.
Da meine Werte vor dem Fiasp eine sehr chaotische Phase durchmachten, war das für mich nicht frustrierender als sowieso schon. Dauernd stand auf meinem Libre eine Zahl über 250mg/dL, obwohl ich wirklich versuchte, alles richtig zu machen.
Ich war als gerade schon dabei, meine Basalrate anzupassen und meine KE-Faktoren zu erhöhen.
Und ab dem dritten Tag lief es plötzlich!
Über Nacht hatte sich der Blutzucker bei netten 110mg/dL eingependelt und verließ diesen Rang höchstens, um bis auf 140mg/dL anzusteigen. So einen Tag mit Werten im blauen (grünen!) Bereich hatte ich lange nicht mehr!
Seitdem ich dann auch meinen perfekten Spritz-Ess-Abstand (SEA) für das Fiasp ausgetestet habe, hören diese Tage gar nicht mehr auf. Bis jetzt bin ich also wirklich begeistert vom Fiasp!
Ich würde also Jedem, der ein Problem mit langen SEAs empfehlen, das Insulin auszutesten. Allerdings muss dann auch eine engmaschige Überwachung des Blutzuckers erfolgen. Man muss ein bisschen an seinen Faktoren feilen, bis es zu einem zufrieden stellenden Resultat kommt.


Mein SEA vor den Mahlzeiten lag bei NovoRapid bei einer halben Stunde und ich hatte oft Schwierigkeiten, diesen einzuhalten, vor allem in der Universität. Deshalb gab es jeden Tag nervige Spitzen nach dem Essen, die ich natürlich gern vermeiden wollte.
Mit Fiasp halte ich einen SEA von so ungefähr 5-7 Minuten ein, die Wirkdauer in der Pumpe habe ich bei 2.5 Stunden gelassen. Für mich passt das sehr gut. Natürlich arbeite ich auch weiterhin mit einem verzögerten Bolus bei bestimmten Nahrungsmitteln, zum Beispiel bei Nudeln oder Pizza.
Tatsächlich habe ich es bisher nie so richtig geschafft, für eine Pizza so zu spritzen, dass ich nicht entweder unterzuckere oder nach 2-3 Stunden überzuckere. Mit Fiasp ist es mir das erste Mal gelungen, konstant bei 134mg/dL nach dem Pizzagenuss zu bleiben! Das war ein kleines Erfolgserlebnis.

Ich werde euch über weitere Erfolgserlebnisse auf dem Laufenden halten! Falls ihr Fragen zu meiner Nutzung von Fiasp habt, hinterlasst mir gern ein Kommentar. Ich würde mich auch freuen, wenn ihr mir von euren Erfahrungen mit dem Fiasp berichtet!


Weitere Artikel zum Thema Fiasp findet ihr hier:

Tim: Ein Monat mit Fiasp + Grafiken

Ramona: Die erste Woche mit Fiasp

Christians Erfahrungen mit Fiasp

Bietet Fiasp Vorteile für Sportler?

Was ist Fiasp überhaupt?




Diabetes und Zahnop - ein Erlebnisbericht


Was ist passiert?
Es ist ein halbes Jahr her, dass mein Zahnarzt den Zahnfleischschwund an meinen unteren Vorderzähnen entdeckte.
Das müsse schnellstmöglich operiert werden, da sonst die Gefahr des Zahnverlustes bestünde.
Natürlich ist das nichts, was man gern hören möchte, wenn man morgens im Zahnarztstuhl hängt, während man vom grellen Licht geblendet wird.
Erst hatte ich Angst, dass dieser Schwund eine Art Folgeerkrankung vom Diabetes sein könnte, aber mein Zahnarzt beruhigte mich schnell. Es sei wohl damals eher durch meine feste Zahnspange entstanden, die meine Zähne zwar schön im Kiefer nach vorne gerückt, damit meine Zähne in einer Reihe glänzten, das Zahnfleisch aber nicht mitgenommen habe.
(Warum genau der Schwund aber erst Jahre danach auftritt, konnte er mir auch nicht beantworten.)


Der Tag der OP
Tatsache war, dass etwas gemacht werden musste und so fand ich mich Anfang März in der Kieferchirurgie wieder.
Es war ein halbstündiger Eingriff geplant, bei dem mir aus dem Gaumen aus einem circa 1cm langem Schnitt Bindegewebe entnommen werden sollte, welches dann als Ersatzzahnfleisch implantiert werden sollte.
Wie Zahnarzt und Chirurgin versicherten: Alles halb so wild!

Vor der Operation bekam ich ein Beruhigungsmittel, welches nicht so sehr anschlug, wie ich es mir vorgestellt hatte. Zwar war ich relativ ruhig, aber mir war sicher nicht alles so egal, wie vorher angekündigt.
Für die Überwachung der Blutzuckerwerte während der Operation hatte ich meine Mutter dabei, die sich als Einzige etwas auskennt. Bei der Operation selbst durfte sie dann aber leider nicht dabei sein, was ich nicht besonders gut fand, da so niemand meine Werte überprüfen konnte und ich gerade in solchen stressigen Situationen oft unterzuckere.
Vorsichtshalber hatte ich die Basalrate komplett ausgestellt.

Schon der Beginn der Operation war mehr als unangenehm, da ich zuerst 16 Piekser der Betäubungsspritze über mich ergehen lassen musste.
Zum Glück hatte ich vorher von der Assistenzärztin einen Knautschball bekommen.

Wie sollte es auch anders sein kam es zu einer Komplikation während der OP: Ich habe einfach zu wenig Bindegewebe im Gaumen!
Statt des 1 cm langen Schnittes wurden es dann zwei Schnitte von je 2,5cm Länge, recht nah an den Zähnen.
Tatsächlich wurde so viel Bindegewebe entnommen, dass ich nach der Operation auf jeder Seite ein Loch bis zum Kieferknochen hatte.
Natürlich musste alles sehr ordentlich genäht werden, weshalb die halbstündige Operation dann doch eineinhalb Stunden dauerte.

Babygläschen Power!


Komplikationen
Die geplanten 2 Tage nichts essen wurden schnell auf zwei Wochen korrigiert.
In den ersten Tagen konnte ich weder reden noch essen.
Eine extra angefertigte Gaumenplatte half mir, die Wunden im Gaumen zu schonen. Das entnommene Bindegewebe an meinen Vorderzähnen wuchs nun als Zahnfleischersatz an und schmerzte ebenfalls.
Da ich nicht wirklich essen wollte und konnte, hatte ich meine Basalrate schon runtergeschraubt, trotzdem unterzuckerte ich oft. Zum Glück gibt es auch flüssige Hypohelfer!

Nach ein paar Tagen stieg ich dann auf Babygläschen und Püriertes um.
Ungelogen kann man sagen, dass ich mich einen Monat lang eher flüssig und nicht besonders ausgewogen ernähren konnte.
Gesundheitlich fühlte ich mich dadurch ziemlich schwach und die Versuche, Sport zu machen, endeten in Schwindelanfällen. Ich musste wohl oder übel einen Gang runterschalten und ausruhen.
Die ganze Situation erinnerte mich unterbewusst ziemlich an die schlimme Zeit nach meiner Diagnose, weshalb ich daran auch psychisch ziemlich zu knabbern hatte.
Alles in allem waren das nicht die besten zwei Monate meines Lebens.

Ein typisches Frühstück

Wie sieht es jetzt aus?
Tatsächlich kann ich erst seit einer Woche wieder einigermaßen normal vom Essen abbeißen. Davor musste ich alles in mundgerechte Stücke schneiden. Die Löcher im Gaumen sind glücklicherweise nicht mehr ganz so tief, allerdings immer noch gut spürbar. Das Gefühl im Gaumen kommt langsam zurück.
Leider hat sich das implantierte Zahnfleisch entzündet und ist an einigen Stellen nicht so angewachsen, wie es sollte.
Das bedeutet, dass ich die Operation wiederholen sollte(muss), allerdings ist mir die Entscheidung freigestellt.
Da es keine wirkliche Alternative gibt, werde ich das Prozedere höchstwahrscheinlich erneut über mich ergehen lassen.
Zuerst muss ich diese unerfreuliche Nachricht jedoch sacken lassen.

Ein Erlebnisbericht vom #DiabetesMeetUp und dem ATTD 2017


Letzte Woche war ich zu Gast beim ATTD (Advanced Technologies & Treatments for Diabetes) in Paris.
Zu dem Event für Diabetes Blogger (Diabetes Meet up) und dem Kongress hatte Roche eingeladen.

Die Diabetes Online Community <3

Passend zum Valentinstag landeten wir abends am 14. Februar in der Stadt der Liebe und wie echte Touristen das eben so machen, schauten wir uns nach einem kurzen Abendessen gleich den Eiffelturm an, der direkt neben unserem Hotel in gold erstrahlte.
Nach einer kurzen Fotosession ging es dann aber auch schnell zurück ins Hotel, um für die zwei folgenden Tage ein wenig Schlaf zu bekommen.



Am nächsten Morgen schien bereits die Sonne über Paris und das Thermometer zeigte frühlingshafte 16 Grad, die wir vor dem Event natürlich für einen kleinen Spaziergang nutzten.
Eine schöne Abwechslung vom norddeutschen Schietwetter!

Um die Mittagszeit versammelten sich dann eine Horde von Diabetes Bloggern aus ganz Europa und Australien in der Lobby des Hotels, um zusammen zur Eventlocation zu fahren.
Es war schön, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Blogger kennenzulernen - es ist wirklich beeindruckend, Teil einer solchen Community zu sein, die stetig weiter wächst.

Das Event fand im Cyclone Studio statt, einer hellen und modernen Location, die sofort an einen Dschungel erinnerte.



Hier hatten wir die Möglichkeit, eine Kleinigkeit zu essen, bevor Roche uns Neuerungen ihres CGM Systems (Insight CGM) vorstellte und wir als Patienten kreativ werden konnten.

Einer der wichtigsten Vorteile der kontinuierlichen Glucosesensoren sind die Alarme, die uns bei hohen oder niedrigen Blutzuckerwerten warnen.
Roche hatte die Idee, diese Alarme zu individualisieren, denn nicht jeder Diabetiker findet jeden Alarm sinnvoll.
So entstand das Konzept der sogenannten "Smart Warnings", die Roche uns auf dem Event vorstellte.
Es gibt zum Beispiel einen Alarm, wenn die Werte über längere Zeit erhöht sind oder auch die Möglichkeit, den Alarm eine Zeit lang abzustellen, nachdem man gegessen hat, da hohe Werte auftreten können, die keine Korrektur benötigen und der piepsende Sensor nur irritieren würde.

Auch wir wurden gefragt, welche Alarme oder Features uns bei einem CGM fehlen.
Ziemlich übereinstimmend kam die Antwort: Eine Kopplung mit allen auf dem Markt verfügbaren Pumpen!
(Man wird ja wohl träumen dürfen...)

Anschließend wurden uns Ideen aus dem Thinklab DAS LAB unter anderem von Bastian Hauck und Kevin Röhl, dem Erfinder von lumind, vorgestellt.



Besonders gut gefiel mir dabei die Idee eines Chat Bots, der den Nutzer in Diabetesfragen helfen und unterstützten kann.
Man schreibt dem Bot beispielsweise eine Sms mit der Frage, wie die heutigen Blutzuckerwerte waren und der Bot wird basierend auf den Werten aus Pumpe, Sensor und Blutzuckermessgerät antworten.
Der motivierende Satz am Ende ist doch auch ganz süß, oder?



Abends ging es dann ins Louvre für eine Art Schatzsuche, bei der wir jedoch bald aufgaben, weil keiner von uns Französisch konnte und manche Fragen leider auf die Texte neben den Gemälden angewiesen waren.
Die Mona Lisa durfte man glücklicherweise auch anschauen, ohne die Sprache zu beherrschen ;-)



Am nächsten Tag ging es dann zum Kongress, bei der größere Unternehmen außerdem mit Messeständen vertreten waren.
Bei Sarah könnt ihr nachlesen, was wir dort bei Cellnovo und über das Eversense gelernt haben.


Zum Abschluss schauten wir noch beim Triumphbogen vorbei, der vom Kongressgelände nicht weit entfernt war.


Vielen Dank an Roche für die großartige Chance, am ATTD teilnehmen zu dürfen!