Die 16 besten Instagram Accounts über Diabetes


Neben dem Lesen von inspirierenden Diabetes Blogs ist Instagram mein liebstes Medium, um täglich ein bisschen Motivation für meine Diabetestherapie zu sammeln.
Unter den Nutzern findet man viele Menschen, die ähnliche Interessen haben und mit denen man sich verbunden fühlt - und sei es nur durch den Hashtag #Type1Diabetes.

Plötzlich blinken tausende Fotos von Blutzuckermessgeräten, Kathetern und Sensoren auf, gemischt mit dem ein oder anderen Motivationsspruch, leckerem Essen oder Diabetes Cartoons.

Gerade hier, in einer visuellen Community, merke ich schnell, dass ich nicht allein bin und lerne außerdem Diabetiker aus der ganzen Welt kennen.
Neuseeland, Bahrain, Irland, Niederlande - wir sind so verschieden und fühlen im Bezug auf den Diabetes dennoch dasselbe.
Nervige hohe Werte oder die Freude über den guten HbA1c - alles wird miteinander geteilt, obwohl uns zum Teil tausende Kilometer trennen.

Wenn ihr noch nicht bei Instagram seid oder es bisher versäumt habt, nach Hashtags zu gucken, möchte ich euch diese Community wirklich ans Herz legen!
Damit ihr nicht allzu lange suchen müsst, stelle ich euch heute meine liebsten Instagram Accounts über Diabetes vor.




Den Anfang macht Simone, eine niederländische Weltenbummlerin, die ihren Blutzucker öfter mal am Strand misst.




Belle hat seit 2 Jahren Diabetes und ernährt sich außerdem vegan.



Rachels sportliche Fotos sind super motivierend und da sie in Melbourne wohnt, kommt die Motivation durch die Zeitverschiebung meistens morgens bei mir an. Perfekt für einen guten Start in den Tag!



Delaney sammelt Spenden für Diabetesprojekte, in dem sie Wein(!) verkauft - und nebenbei gibt es noch schöne Bilder aus ihrem Diabetesalltag.


Ein von Paloma🌸 (@glitter.glucose) gepostetes Foto am


Paloma ist die Stylingqueen für Diabetes Accessoires!

Ein von 🎀 Ⓐⓝⓝⓐ (@typeoneanna) gepostetes Foto am


Anna nimmt uns überall hin mit - genau wie Pumpe und Messgerät.


Ein von Irene (@fitwithdiabetes) gepostetes Foto am


Irenes Username sagt schon alles: #fitwithdiabetes


Auch einige Blogger haben sich bei Instagram verirrt:




Anna postet die leckersten veganen Rezepte!



Vermutlich kennt ihr Lisas Instagram bereits - wenn nicht, wird es langsam Zeit!

Ein von crawfish77 (@crawfish77) gepostetes Foto am


Bei Ilka gibt es außerdem wunderschöne Bilder vom Meer, die nicht nur jedes Nordlicht in Sehnsucht versetzen.

Nicht Jeder postet auf der Social Media Plattform über Diabetes - aber ich finde es trotzdem schön, in den Alltag eines Menschen mit Diabetes zu schauen und immer wieder zu sehen, dass mit Diabetes eben alles möglich ist!











Ein von Emilie Bro Lindhardt (@emilielindhardt) gepostetes Foto am





(Mich findet ihr natürlich auch auf Instagram, allerdings poste auch ich eher selten über Diabetes.)


Ich hoffe, diese kleine Auflistung hat euch gefallen.
Falls ihr noch weitere tolle Accounts kennt, würde ich mich über eine Empfehlung freuen! :-)


Hilfreiche Tipps für den Antrag auf einen Schwerbehindertenausweis


Früher oder später wird jeder Diabetiker mit dem Thema "Schwerbehindertenausweis" konfrontiert - sei es vom Diabetologen, von anderen Diabetikern oder der Familie.
Allgemeine Infos über die Beantragung findet ihr hier.

Normalerweise läuft die Einstufung auf einen Grad der Behinderung von 50 hinaus, wenn folgende Komponenten gegeben sind:

Menschen mit Diabetes, die eine Insulintherapie mit mindestens vier Injektionen am Tag durchführen und durch erhebliche Einschnitte gravierend in der Lebensführung beeinträchtigt sind, erhalten einen GDB von 50.
Die Insulindosis passen die Patienten je nach Blutzucker, Bewegung, Ernährung selbständig an.
Die Blutzuckermessungen und Insulindosen müssen dokumentiert sein.



Häufig ist es aber so, dass man erst einmal mit einem GDB von 40 abgespeist wird, so ist das auch mir passiert.
Nach zwei(!) Widersprüchen habe ich nun endlich meinen Schwerbehindertenausweis erhalten und möchte bei der Gelegenheit ein paar Tipps weitergeben, die mir geholfen haben.

1. Schreibt Tagebuch!

Am Wichtigsten sind leider wie immer die gut geführten Tagebücher.
Auch wenn es mittlerweile Software gibt, die Messgerät und Co. einlesen kann, habe ich das Gefühl, dass Krankenkassen immer noch das Papierformat bevorzugen.
Hier kann man auch besser zeigen, dass man jeden Tag viel Zeit für sein Diabetes Management anwendet.
Ich benutze für schlechte Werte beispielsweise einen Rotstift und habe unter jeden dieser Werte geschrieben, wie ich mich zu dem Zeitpunkt fühlte.
Bei Werten über 230mg/dL steht dort Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Konzentrationsprobleme.
Bei Unterzuckerungen Zittrigkeit, Benommenheit oder Schwächegefühl.

Außerdem trage ich ein, wenn ich Sport mache oder feiern war, so dass die Werte zu dem Zeitpunkt besser nachvollziehbar sind.

Abgerundet wird das Ganze durch die Eselsohren oder gelegentliche Blutflecken - schließlich trägt man ja immer brav direkt nach dem Messen die Blutzuckerwerte ein, nicht wahr? ;-)

2. Persönliches ist hilfreich!

Den gewünschten Papieren habe ich einen persönlichen Brief beigelegt, in dem ich beschreibe, in welchen Situationen ich mich durch den Diabetes in meinem Alltag eingeschränkt fühle.
Wer dieses Schreiben gerne im Ganzen haben möchte, lädt es einfach hier herunter:
hier klicken
Ansonsten gibt es hier ein paar Auszüge:

Der Therapieaufwand für mein Diabetesmanagement nimmt täglich viel Zeit ein.
Bei drei Mahlzeiten und zwei Snacks zwischendurch muss das Essen vorbereitet, gewogen und zusätzlich ausgerechnet werden, wie viele Kohlenhydrate die Mahlzeit bzw. der Snack enthält.
Dies muss in Verhältnis zu dem benötigten Insulin gesetzt werden, wobei bei der Insulinpumpe der Bolusrechner verwendet werden kann.
Dann muss gegebenenfalls ein Spritz-Ess-Abstand eingehalten werden, um Blutzuckerspitzen zu vermeiden, diesen halte ich beim Frühstück ein, der Spritz-Ess-Abstand beträgt dort eine Viertelstunde. 


Bei besonders fettigen oder eiweißhaltigen Lebensmitteln wie zum Beispiel Pizza oder Müsli sollte mit der Insulinpumpe verzögert Insulin abgegeben werden. 

Bei Pizza beispielsweise spritze ich 50% meiner Insulindosis sofort und 50% über 2 Stunden verteilt.


Dies ist allerdings für jede Diabetestherapie individuell anzupassen und kann nicht vom Diabetologen bestimmt oder aus einem Handbuch entnommen werden.
Daher muss bei jeder Mahlzeit Insulindosis, Spritz-Ess-Abstand und Verzögerung der Insulinmenge von Neuen bedacht werden.

Zum Glück überwiegt das Negative in diesem Text meistens nicht ;)

Denn gerade weil mein Körper dabei sehr sensibel reagiert, wird mir schon bei Blutzuckerwerten um die 70mg/dL schwindelig und häufig fühle ich mich sehr zittrig und benommen.

Schon einige Mal ist es mir passiert, dass ich außerdem leicht krampfe und darauf angewiesen bin, von näherstehenden Personen zuckerhaltige Getränke oder Traubenzucker zu bekommen und nicht mehr selbst in die Küche/Vorratskammer gelangen kann.
Für die Nacht habe ich einen Vorrat an Traubenzucker und Cola am Bett stehen, auch hier ist es wichtig, dass diese Vorräte immer aufgefüllt sind. 


Auf der anderen Seite müssen auch die Korrekturen von „hohen“ Blutzuckerwerten über 160mg/dL gut durchdacht werden, reagiere ich doch tagsüber unterschiedlich auf die Korrekturen.
Bei Unterzuckerungen und auch bei Überzuckerungen hängt deshalb auch viel vom Gefühl ab, welches man erst nach einiger Zeit mit Diabetes entwickelt.

Denn es lässt sich manchmal nicht vermeiden: ein Teufelskreis aus Unter- und Überzuckerungen.

Hinzu kommt meine Vorbereitung auf Aktivitäten.


Vor dem Sport muss ich einen Blutzucker von mindestens 200mg/dl haben, um nicht während der Ausübung zu unterzuckern. 

Dazu spritze ich entweder weniger für die vorherige Mahlzeit oder esse eine Kohlenhydrateinheit extra, wie beispielsweise eine Banane.
Das Problem bei einer Mahlzeit davor ist, dass das aktive Insulin dennoch einige Zeit wirkt und den Blutzuckerwert während des Sports zusätzlich beeinflusst.

Das heißt also auch, dass ich mich nicht einfach spontan dazu entschließen kann, Sport zu treiben.

Wenn ich also mit Freunden am Strand bin und wir beschließen, Volleyball spielen zu wollen, müssen meine Freunde erstmal einige Zeit auf mich warten, bis ich so weit bin.
Auch wenn ich einfach nur eine längere Zeit unterwegs sein möchte, ist eine Extra-KE angebracht, denn auch bei Spaziergängen oder Fahrradtouren sinkt mein Blutzucker ungewöhnlich schnell ab.

Diese Situationen belasten mich psychisch und führen dazu, dass ich mich häufig ausgegrenzt und unwohl fühle.
Es ist sehr anstrengend, jeden Tag aufs Neue erklären zu müssen, dass ich ohne Insulin sterben würde und daher natürlich darauf angewiesen bin. 

Ich kann diese chronische Erkrankung nicht einmal für eine Stunde aus meinen Gedanken verbannen, ohne dass es auf mich selbst zurückfällt.
Die Aussicht, auf diese Krankheit für den Rest des Lebens Rücksicht nehmen zu müssen, deprimiert mich häufig.
Auch eine Angst vor Folgeerkrankungen, selbst bei guter Einstellung, bleibt immer im Hinterkopf bestehen. 



Das Diabetesmanagement ist also auszuhalten, beschränkt mich aber ganz eindeutig in meiner Lebensqualität, auf physischer und psychischer Ebene.

Dazu bleibt zu sagen, dass in einer solchen Auflistung nur auf die negativen Gedanken eingegangen wird und ich mich nicht grundsätzlich so fühle.
Dennoch finde ich es wichtig, dass auch diese Gefühle berücksichtigt werden, schließlich gehört dies zum Leben mit Diabetes dazu.

Oft werde ich gefragt, warum ich einen Schwerbehindertenausweis haben wollte und ob es auch Dinge gibt, die gegen eine Beantragung sprechen.
Dazu kann ich sagen, dass ich gern alle Vorteile in Anspruch nehme, die mir zustehen.




- Steuervergünstigungen
- Bevorzugte Einstellung
- Kündigungsschutz
- eine Arbeitswoche Zusatzurlaub
- Ermäßigungen bei einigen Fluggesellschaften, Fernbussen usw.



Der größte Nachteil ist wohl der negativ behaftete Begriff "Schwerbehinderung".
Gerade Arbeitgeber schreckt dies oft ab, obwohl größere Firmen in der Regel eine bestimmte Anzahl von Menschen mit Behinderung einstellen müssen.

Ich denke, bei einem Vorstellungsgespräch sollte man den Diabetes ohnehin in ein positives Licht rücken.
Man könnte erwähnen, dass man durch das tägliche Management diszipliniert und verantwortungsbewusst ist.
Dadurch, dass man sehr offen mit der Erkrankung umgeht, merkt der Arbeitgeber auch gleich, dass der Diabetes kein großes Problem darstellen wird.

Am Schluss bleibt es natürlich die Entscheidung des Einzelnen, einen solchen Nachteilsausgleich zu beantragen.

Wie steht ihr zum Thema Schwerbehindertenausweis?
Habt ihr noch Fragen zur Beantragung oder könnt Hilfe gebrauchen?
Schreibt mir einfach eine Nachricht.