Diabetessau vs. Schweinehund - Sport mit Diabetes

Von Steffi inspiriert, möchte ich euch heute über meinen Weg erzählen, wieder regelmäßig Sport zu treiben.

Zu einem gesunden Leben gehört Sport dazu wie Insulin zum Diabetiker.
Trotzdem ist es manchmal gar nicht so einfach, diesen in seinen Alltag zu integrieren, vor allem dann nicht, wenn man der gefühlt unsportlichste Mensch der Welt ist und schon in der Schule immer als Letzter ins Team gewählt wurde.
An dieser Stelle möchte ich sagen: es gibt Hoffnung für uns (ehemalige) Sportmuffel!



Denn mit ein bisschen Disziplin und Motivation eurerseits besuche ich nun seit einigen Monaten wieder regelmäßig das Fitnessstudio und habe endlich Gefallen daran gefunden, mich zwischen den anstrengenden Unitagen auszupowern.
Sport bringt mir jetzt nicht nur Spaß, ich fühle mich auch gesünder und leistungsstärker als vorher.
Das Beste an der Sache ist aber, dass ich meinen Insulinbedarf senken konnte.




Wie besiegt man den inneren Schweinehund am Besten?
Oder ist es doch eher die Diabetessau, die faul in der Ecke liegt?

Am Anfang bin ich zusammen mit Freundinnen zum Probetraining ins Fitnessstudio gegangen und habe außerdem einen Kurs ausprobiert, um zu sehen, was mir besser liegt.
Nachdem klar war, dass mir das Fitnessstudio gefällt, habe ich einen Vertrag abgeschlossen und auch gleich einen Termin zum Erstellen eines Trainingsplans abgemacht.

Der Trainingsplan ist nach meinen Zielen ausgerichtet und dient lediglich als Motivator und Anhaltspunkt.
Durch die Stunde mit einem Trainer habe ich das Fitnessstudio mit all den Geräten besser kennengelernt und fühle mich nun auch sicher genug, um immer mal etwas Neues auszuprobieren.

Eine weitere Motivation sind für mich wie immer Bilder und motivierende Sprüche sowie Musik.
Es hilft, ab und an durch die Fitness Blogs und Instagram Accounts zu stöbern und sich inspirieren zu lassen.
Beim Sport höre ich eine eigens zusammengestellte Playlist oder schaue, was mein Musikdienst zu bieten hat.

Man sollte sich im Klaren darüber sein, dass Erfolge nicht von heute auf morgen zu sehen sind, bleibt man aber dabei, bemerkt man doch recht schnell kleine Veränderungen.
Das spornt weiter an und bald ist gar keine Extraportion Motivation mehr notwenig, ihr werdet sehen!

Um optimal auf den Sport vorbereitet zu sein, sollte dennoch Einiges beachtet werden:



Meistens gehe ich gleich Morgens zum Sport - um meine Energie aufzufüllen, frühstücke ich wie gewohnt.
Jetzt muss ich nur darauf achten, etwas weniger Insulin abzugeben - meistens reduziere ich die Menge auf 2/3.
Gerade beim Aufwärmen auf dem Laufband sinkt mein Blutzucker sehr schnell - dort muss ich am Meisten aufpassen!

Wenn ich zu einer anderen Zeit gehe, esse ich vor dem Sport eine Banane und starte mit einem Blutzuckerwert von ungefähr 180mg/dL.

Während des Krafttrainings sinkt mein Blutzucker recht langsam - trotzdem teste ich des Öfteren mit dem Libre, ob meine Werte okay sind.

Damit habe ich es schon verraten: Zusätzlich zu meiner Trinkflasche schleppe ich auch immer mein Diabetestäschchen mit mir herum.
Dort drin befindet sich neben Messgerät und Libre auch Traubenzucker, damit ich bei einer Unterzuckerung schnell reagieren kann.





Nach dem Sport gibt es zwei Phänomene:
Entweder der Blutzucker befindet sich auf den Weg in die Tiefe und ich muss mich mit der Essenszubereitung sputen.
Oder mein Blutzucker schießt nahezu unaufhaltsam in die Höhe.

Letzteres hat damit zu tun, dass bei bestimmter Intensität des Trainings Stresshormone freigesetzt werden, welche sich auf den Blutzuckerspiegel auswirken.
Doch Vorsicht!
Wer den Wert sofort mit voller Korrektur runterspritzt, handelt sich oft eine Unterzuckerung ein.
Wenn ich merke, dass mein Blutzucker wieder Achterbahn fahren möchte, gebe ich eine Insulineinheit ab und komme damit immer gut hin.
Zu dem Blutzuckeranstieg nach dem Sport erfahrt ihr bei mysugr noch Genaueres.

Berichtet mir doch auch von euren Erfahrungen!

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