Diabeteschaos - die Eingewöhnung in einen neuen Alltag


Lange habe ich nichts von mir hören lassen, denn ich war viel zu beschäftigt damit, mich an meinem Studienort einzuleben, neue Freunde kennenzulernen und zu lernen.
Ich bin sehr glücklich damit, hier gelandet zu sein - das Einzige, was mein Glück etwas trübt, ist mein momentanes Diabeteschaos.
Denn nicht nur ich muss mich an einen neuen Alltag gewöhnen, auch mein Diabetes reagiert darauf - und das nicht gerade gut.



Bestimmt kennt ihr das auch - andere Arbeits- und Essenszeiten, neue Angewohnheiten.
Da braucht es einfach ein bisschen, bis die innere Uhr mitmacht und das Diabetesmonster nicht mehr verwirrt ist.
Die Basalrate und benötigtes Mahlzeiteninsulin müssen angepasst werden und das bedeutet tüfteln.
Tüfteln in einer Phase, in der man sowieso viel um die Ohren hat und viel Neues geschieht, ist allerdings gar nicht so einfach.
Deswegen muss ich gestehen, dass mein Diabetes jetzt eine Zeit lang hinten anstand.
Ich habe hingenommen, dass die Werte spinnen und hohe bzw. niedrige Werte behoben, ohne danach nach dem Grund zu suchen.

Nun müsste ich eigentlich etwas dagegen unternehmen, beispielsweise einen Basalratentest durchführen.
Das Problem ist dabei nur, dass jeder Tag hier anders aussieht und ich tatsächlich fast jeden Tag andere Faktoren brauche.
Für jeden Wochentag ein eigenes Schema zu haben, ist aber auch unmöglich.

Und jetzt kommen auch noch die Weihnachtsferien dazwischen, so dass ich mein Vorhaben erst mal auf Eis legen muss.
Immerhin sind meine Werte zuhause bei meinen Eltern immer brav, hoffentlich auch in der Weihnachtszeit.
Ich weiß jetzt schon, dass ich die Basalrate erhöhen muss, bei all dem Essen und Rumsitzen.
Wenigstens das bleibt jedes Jahr gleich.

Um euch und auch mir einen besseren Einblick zu geben, würde ich gern ein paar Situationen niederschreiben, die ich einfach nicht verstehe.
Vielleicht hat ja einer von euch eine Idee, wie es zu diesen Werten kommen konnte.

Mittlerweile gehe ich regelmäßig ins Fitnessstudio und habe meine Werte dort ganz gut im Griff.
Diese Woche aber lief alles schief.
Für das Frühstück gab ich etwas weniger Insulin ab und machte mich danach auf ins Studio.
Nach einer Runde auf dem Laufband war ich bei 127mg/dL mit noch 3 wirkenden Einheiten angelangt.
Ich aß notgedrungen eine Banane und ein Traubenzuckerplättchen und setzte das Training fort.
Mit 150mg/dL kam ich heraus und war ganz zufrieden, so könnte es immer laufen.
Eine Stunde später stieg mein Blutzucker auf 270mg/dL an und ich war verwirrt.
Zwar hatte ich schon mal gehört, dass das nach dem Sport passieren kann, aber das Warum habe ich schon wieder vergessen.
Ein Tipp, wie das zu vermeiden ist, wäre jedenfalls super.



Manchmal habe ich Nächte, in denen mein Blutzucker 3-4 Stunden nach dem letzten Essen plötzlich auf über 250mg/dL ansteigt.
(Und nein, ich esse nichts Fettiges.)
Als ich dann Korrektur gespritzt habe, wachte ich gegen Drei mit 50mg/dL. auf.
Kein schönes Erwachen also.
Wenn ich aber nicht korrigiere, lande ich morgens wieder zwischen 90-130mg/dL.

Ein weiteres Problem ist mein Spritz-Ess-Abstand am Morgen.
Manchmal brauche ich diese Viertelstunde, manchmal jedoch nicht.
Leider lässt es sich nicht abschätzen, wann ich den SEA nutzen muss.
Daraus resultieren natürlich viele Unter- bzw. Überzuckerungen, die ich kaum vermeiden kann.



Am Montag habe ich endlich einen Termin bei meinem neuen Diabetologen und ich hoffe, dass wir einige meiner Probleme angehen können.
Drückt mir die Daumen, dass es ein fähiger Arzt ist!
Ich werde euch dann berichten.


Habt ihr auch einige unerklärbare Blutzucker-Phänomene wie diese?
Schreibt mir doch gern von euren Erlebnissen.

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