Diabetesblogger, Pharmaziekonzern und das große Warum


Wie schreibt man über ein Wochenende, welches von einem Pharmaziekonzern veranstaltet und gesponsert wurde?

Seitdem Unternehmen mit Fashionblogs Kooperationen eingehen und erfolgreiche Blogger Einfluss auf eine ganze Szene besitzen, ist die Blogosphäre vielen, vielen Diskussionen ausgesetzt.
Es geht vor allem darum, wie ein Blogger Authentizität bewahren kann, in einer Welt, in der Blogs nicht mehr nur Plattformen für Kreative, sondern auch für Werbung geworden sind.
Kann ein Mensch, der bloggt, denn überhaupt authentisch sein, wenn er doch seine Seele der Industrie verkauft?




Ihr merkt, ich stehe der Sache etwas ironisch gegenüber, denn für mich hat das Eine mit dem Anderen herzlich wenig zu tun.
Es gibt überall schwarze Schafe, aber meine liebsten Blogs lese ich nun mal vor allem deswegen, weil ich mich mit dem Geschichtenerzähler dahinter identifizieren kann.
Wir teilen in der Regel entweder Leidenschaft oder Lebensumstände – in den meisten Fällen sogar beides.
Mir gefällt ein Text immer dann, wenn er eine Meinung widerspiegelt, wenn sich für die eigene Ansicht eingesetzt wird und eine persönliche Motivation hinter der Geschichte steckt.
Wenn ein Blogger eine Kooperation mit einem Unternehmen eingeht oder dafür wirbt, dann muss der Leser das „Warum“ aus dem Artikel herausziehen können, der Mehrwert für Schreiber und Leser muss klar sein.

Ihr werdet euch nun sicher fragen, warum ich darüber schreibe, schließlich ist Insulea alles andere als ein Blog über Mode.
Die Antwort ist, dass ich meine Unsicherheit mit euch teilen möchte.
Wie schreibt man über ein Wochenende, welches von einem Pharmaziekonzern veranstaltet und gesponsert wurde?
Was denken und erwarten die Leser?

Mein Ziel ist es, Andere zu motivieren

Ich möchte gern damit beginnen, euch das Warum näherzubringen.
Am Samstag startete unser Programm mit einem Workshop, der uns helfen sollte, Interesse für unseren Blog zu wecken.
Bei einem sogenannten Elevator Pitch stellt man sich vor, mit einer einflussreichen Person in einem Fahrstuhl zu sein – man hat 60 Sekunden Zeit, um seinem Gegenüber sein Vorhaben näherzubringen.
In diesem Fall haben wir mit Frederick Banting höchstpersönlich sprechen dürfen, wenn auch nur durch Amin Zayani, der den Workshop leitete.
Meine Antwort auf „wie bist du online unterwegs und was ist das Besondere daran?“ überschneidet sich mit meinem „Warum“:

Ich habe meinen Diabetes mitten im Auslandsjahr bekommen und durch eine anfänglich falsche Behandlung zog zusätzlich eine Angsterkrankung bei mir ein.
Die Angsterkrankung habe ich mittlerweile hinter mir gelassen, in dieser Zeit haben mich vor allem Diabetesblogs motiviert.
Heute ist es mein Ziel, Andere zu motivieren, sie im täglichen Alltag mit Diabetes zu begleiten und gemeinsam mit ihnen alle Hürden zu nehmen, die uns gestellt werden.
Dafür ist mein Blog da, auf dem ich darüber schreibe, wie ich uns Diabetiker sehe:
Mit Willenskraft und Disziplin können wir alles erreichen, was wir nur wollen.

Gemeinsam sind wir stark!
Ich schreibe meinen Blog über Diabetes also nicht nur, um meine Probleme, Wünsche und Sorgen zu verarbeiten, sondern auch, um mich mit anderen Diabetikern zu vernetzen.
Zusammen lässt sich alles besser aushalten, tatsächlich hat mir das Schreiben und mit euch in Kontakt kommen geholfen, den Diabetes noch besser in mein Leben zu integrieren.
Ich habe gelernt, dass es okay ist, wenn die Werte mal nicht perfekt sind und es jedem von uns mal ähnlich geht.
Ich sehe Unterzuckerungen gelassener, ich bin informierter und habe mich schlussendlich auch durch die Hilfe der Community für eine Pumpe entschieden.

Dem Diabetes eine Stimme geben
Weiterhin führe ich den Blog, um meiner Stimme mehr Gewicht zu geben.
Ich möchte mich für uns einsetzen und zeigen, dass wir einfach nur Menschen sind, die zusätzlich zu den täglichen Aufgaben die der Bauchspeicheldrüse übernehmen.
Auf diesem Gebiet sind wir die Experten und auch davon möchte ich die Welt überzeugen.

Auf dem Event von Roche – dem #SocialMediaDialog – wurde uns genau das ermöglicht.
Wir hatten Zeit, uns gegenseitig etwas besser kennenzulernen – Blogger, Journalisten, Mitarbeiter von Roche, Politiker und Ärzte.
Uns wurde zugehört – uns, den Patienten – und es wurde viel diskutiert, wie unsere Wünsche umgesetzt werden könnten.
Nebenbei wurden wir natürlich über die neuen Produkte von Roche informiert und das war vollkommen okay, schließlich möchten wir Informationen an euch weiterleiten und eure Experten sein.

Was ist euch wichtig?
Daher ist es für mich auch wichtig zu wissen, was euch interessiert.
Sind die Workshops für euch spannend, neue Produkte oder generell das Event?
Lasst es mich wissen, denn nur so kann ich meine Artikel anpassen.



Ein schönes Wochenende mit neuen Freunden

Das Event startete für mich schon am Donnerstag: Zusammen mit Tine und Bente wurde ich mit einem Taxi zum Schloss Hohenkammer gebracht.
Überwältigt von der schönen Location spazierten wir um das Schloss, bevor wir beim gemeinsamen Abendessen die Veranstalter und andere Teilnehmer kennenlernen durften.





Am nächsten Tag gegen 10 startete der Mediendialog, welcher natürlich hauptsächlich auf die Prävention von Typ 2 Diabetes ausgelegt war, trotzdem waren ein paar interessante Vorträge dabei.
Der Abend stand unter dem Motto „bunt“ – mehr wurde im Vorfeld nicht verraten.
Abends machten wir uns also auf den Weg nach München und wurden von dem Beatboxer Robeat und einem Graffitikünstler erwartet.
Die beste Überraschung des Abends: Wir durften selbst zur Spraydose greifen!






Von den Dämpfen leicht benebelt verbrachten wir einen lustigen Abend in der Stiglerie, bevor es wieder zum Schloss ging und sich die Gespräche um den Beginn des #SocialMedienDialogs kreisten.
Samstag und Sonntag stand schließlich ganz unter dem Zeichen unserer Bloggergemeinde!
Klar, dass die Vorfreude groß war, alte und neue Gesichter zu sehen.



Verschiedene Workshops, gutes Essen, Produkt- und Kampagnenvorstellungen sowie einige Diskussionen ließen uns erschöpft, aber glücklich zurück: Es war ein tolles Wochenende!
Da Bilder bekanntlich für sich sprechen, möchte ich den Artikel gern so abrunden:










Vielen Dank an Roche für das gelungene und informative Wochenende, es war schön, euch kennenzulernen!


Ps.: Roche hat eine tolle Kampagne gelauncht, die einem guten Zweck dient!
Schaut mal vorbei: mein-buntes-leben.de