(Omni)podpourri - wenn die Pumpe nicht so will wie der Diabetiker


Seit 4 Monaten begleitet mich die Omnipod Pumpe nun schon durch mein Diabetesleben und ich möchte sie nicht mehr missen.
Mit der Pumpe fühle ich mich sicher und frei, ein Gefühl, welches ich seit der Diagnose und der Agoraphobie nicht mehr hatte.
Besonders gefällt mir die individuelle Basalrateneinstellung und der verzögerte Bolus, die meine Blutzuckerwerte in den positiven Zahlen halten.

Aber das soll keine Lobeshymne auf meine Pumpe sein, sondern eine kleine Anreihung von Missgeschicken, die mir mit der Pumpe schon passiert sind.
Ich fasse diese Dinge nicht negativ auf, denn es gehört dazu, wenn man mit neuer Technik arbeitet, die noch nicht allzu lange auf dem Markt ist.

Trotzdem denke ich, dass es wichtig ist, sich auf diese Dinge einzustellen, wenn man sich für eine Patchpumpe entscheidet oder noch überlegt.

Würde ich die Omnipod Pumpe also weiterempfehlen?
Es gibt kein Rezept für die perfekte Pumpe, jeder Diabetiker hat andere Kriterien und sollte nicht nur auf Erfahrungsberichte vertrauen, sondern auf sein Gefühl.
Falls euch aber eine Frage zu der Omnipod auf dem Herzen brennt, würde ich mich freuen, diese zu beantworten.


Die Reihe dieser "Probleme" habe ich kurzerhand "(Omni-)Podpourri" getauft.

Omnipods werden in 10er-Boxen geliefert, 10 Omnipods sind also eine "Charge".
Es kann passieren, dass eine komplette Charge fehlerhaft ist, also zum Beispiel Insulin ausläuft oder die Nadel nicht auslöst.
Diese Omnipods werden euch dann von Ypsomed direkt ersetzt.

Wenn das im Urlaub auf Island passiert, ist es natürlich mehr als ärgerlich. Deshalb gilt bei Reisen: Immer genug Ersatz dabei haben und zur Vorsicht Insulinpens mitnehmen.



Blöd ist es auch, wenn im kleinen Sichtfenster des Omnipods Blut zu sehen ist oder sich ein großer blauer Fleck unter dem Pflaster abzeichnet.
Sollten die Werte unnormal hoch sein, sofort den Pod wechseln.




Das Schmerzhafteste ist mir erst letzte Woche passiert.
Deaktiviert man den Omnipod, wird die Nadel eingezogen und nur die weiche Kanüle sitzt noch in der Haut. So wird das Abziehen des Pods von der Haut schmerzfrei. Normalerweise.
Denn aus unerklärbaren Gründen wurde die Nadel nicht eingezogen und durch den Ruck des Abziehens - (Ich ziehe immer eher schnell ab, damit es schnell vorbei ist) - hat die Nadel wohl irgendwas verletzt, auf jeden Fall tat die Stelle ganz schön weh und wollte nicht aufhören, zu bluten.




Natürlich ist das alles gar nicht so dramatisch, wie es sich anhört, aber es bedeutet ab und an extra Arbeit und man sollte wirklich darauf achten, damit es nicht zu Entzündungen oder hohen Blutzuckerwerten kommt.








Was passiert, wenn man beim Spritzen nicht aufpasst...


Wir kennen das ja alle. Da passt man einmal nicht auf und spritzt sich versehentlich 2-3 Insulineinheiten zu viel.
Kann passieren und ist auch nicht weiter tragisch. Dann trinkt man ein Glas Saft oder Cola und die Sache hat sich erledigt.

Was mir am Dienstag passiert ist, ist da wohl eher eine Mischung aus Verwirrung und Dummheit, die leider im Krankenhaus endete.

Ich war gerade in der Stadt, als ich plötzlich ein schrilles Piepen wahrnahm.
Erst dachte ich, dass es sicher von irgendeiner Kasse aus dem H&M kam, in dem ich gerade stand. Ein paar Minuten später realisierte ich den vertrauten Klang: Es war der PDM, die Fernbedienung meiner Pumpe, der den Alarm machte.
Auf dem Display stand :"PDM Fehler. Omnipod wurde deaktiviert. Bitte rufen sie umgehend den Service an."
Da schiebt man natürlich erst einmal Panik. Ist der PDM jetzt kaputt? Muss einer Neuer her? 
Muss ich den bezahlen?



Aber nein, glücklicherweise konnte der PDM durch einen Reset wieder gestartet werden und bis auf einen hohen Blutzuckerwert war alles in Ordnung.
Da ich keinen Ersatzpod dabei hatte, musste ich mit den mylife Daily Dose Einmalspritzen vorlieb nehmen.

Und da passierte mir wohl das dümmste Missgeschick in meiner gesamten Diabeteslaufbahn.
Wer die Daily Dose kennt, weiß, dass es diese Einmalspritzen mit 0,3ml pro 100U gibt - d.h. in einer Spritze sind 30 Insulineinheiten drin, wenn diese vollständig aufgezogen wurde.
Aus irgendeinem Grund nahm ich aber an, dass es 3 Insulineinheiten sind, auch wenn mir bei der aufgezogenen Menge mein Fehler hätte auffallen müssen.
Tat er aber leider nicht und so spritzte ich mir statt 6IE ganze 60IE. Bravo, Lea.



Mein Fehler fiel mir leider erst auf, nachdem mein Blutzucker einen Wert von 40mg/dl (auf dem Libre) unterschritt.
Besonders viel habe ich nicht mehr mitbekommen, mir nur 1l Cola in Rekordschnelle runtergekippt und danach, halbwegs auf dem Damm, noch eine Pizza gegessen.
Zuhause habe ich dann sofort meine Diabetologin angerufen, die mich natürlich in die Notaufnahme schickte.

Also Sachen gepackt, ab ins Krankenhaus und dort einen Zugang für einen Glukosetropf bekommen.
Zum Glück konnte so Schlimmeres verhindert werden.

Und was ziehen wir für ein Fazit?
Egal, wie sehr man durch den Wind ist, immer darauf achten, was man spritzt!
Das wird mir sicher nicht noch einmal passieren.

P.s.: Trotz meines Missgeschicks halte ich die Daily Dose für perfekt, wenn man unterwegs ist und die Pumpe ausfällt! 







We are one - Let's talk about Type 2.


Jeder Diabetiker kennt so nervige Sätze wie "hättest du mal nicht so viele Süßigkeiten gegessen, dann hättest du jetzt kein Diabetes" oder "Darfst du das überhaupt essen, da ist doch Zucker drin!" oder natürlich den Klassiker: "Mit Sport und Diät verschwindet der Diabetes, habe ich gelesen!"

Ich versuche dann, ruhig zu bleiben und darüber aufzuklären, dass Diabetes eigentlich herzlich wenig mit "Zucker als Nahrungsmittel" zu tun hat und ich nichts dafür kann, dass ich Diabetes habe und auch nichts dafür tun kann, damit es wieder vergeht.

Dann kommt meistens ein verständnisvolles Nicken und der nächste Satz, der mich immer wieder ärgert: "Aber Typ 2 Diabetes bekommt man doch nur, wenn man dick ist und zu viel Süßes und Fastfood isst. Das habe ich im Fernsehen gesehen!"

Leider höre ich das nicht nur von Unwissenden, sondern zum Teil auch von Typ 1 Diabetikern, die anscheinend gern einen Sündenbock für all die nervigen Vorurteile hätten.
Glaubt mir, der einzige Sündenbock ist die fehlende Aufklärung und die zumeist fehlerhafte Berichterstattung darüber.



Natürlich kann Typ 2 Diabetes durch ungesunde Ernährung und die damit verbundene Gewichtszunahme begünstigt werden, aber es ist nicht der Hauptgrund, weshalb jemand Typ 2 Diabetes bekommt.
Es stimmt, dass sich die Blutzuckerwerte durch Diät und Sport verbessern lassen, aber das klappt lange nicht bei Jedem.

Und wenn ich so darüber nachdenke, bin ich wirklich froh, Typ 1 Diabetiker zu sein.
Wir müssen auf nichts verzichten und noch viel besser: wenn wir Insulin spritzen, dann wirkt es auch.
Stellt euch mal vor, ihr spritzt und es hilft nicht, weil ihr eine Insulinresistenz habt.
Ich stelle es mir wirklich sehr schwer vor, als Typ 2 Diabetiker gut eingestellt zu sein.

Was ich damit sagen will: Egal ob Typ 1 oder 2, wir haben alle so unsere Probleme und haben alle den gleichen Vollzeitjob: unsere Blutzuckerwerte im Zaum halten.

Deswegen würde es mich freuen, wenn auch ihr in Zukunft an die Typ 2 Diabetiker denkt, wenn ihr mal wieder ein solches Gespräch, gespickt mit Vorurteilen, führt.



Wir sitzen alle im selben Boot. Wir führen alle den gleichen "Kampf". We are one.