(Omni)podpourri - wenn die Pumpe nicht so will wie der Diabetiker


Seit 4 Monaten begleitet mich die Omnipod Pumpe nun schon durch mein Diabetesleben und ich möchte sie nicht mehr missen.
Mit der Pumpe fühle ich mich sicher und frei, ein Gefühl, welches ich seit der Diagnose und der Agoraphobie nicht mehr hatte.
Besonders gefällt mir die individuelle Basalrateneinstellung und der verzögerte Bolus, die meine Blutzuckerwerte in den positiven Zahlen halten.

Aber das soll keine Lobeshymne auf meine Pumpe sein, sondern eine kleine Anreihung von Missgeschicken, die mir mit der Pumpe schon passiert sind.
Ich fasse diese Dinge nicht negativ auf, denn es gehört dazu, wenn man mit neuer Technik arbeitet, die noch nicht allzu lange auf dem Markt ist.

Trotzdem denke ich, dass es wichtig ist, sich auf diese Dinge einzustellen, wenn man sich für eine Patchpumpe entscheidet oder noch überlegt.

Würde ich die Omnipod Pumpe also weiterempfehlen?
Es gibt kein Rezept für die perfekte Pumpe, jeder Diabetiker hat andere Kriterien und sollte nicht nur auf Erfahrungsberichte vertrauen, sondern auf sein Gefühl.
Falls euch aber eine Frage zu der Omnipod auf dem Herzen brennt, würde ich mich freuen, diese zu beantworten.


Die Reihe dieser "Probleme" habe ich kurzerhand "(Omni-)Podpourri" getauft.

Omnipods werden in 10er-Boxen geliefert, 10 Omnipods sind also eine "Charge".
Es kann passieren, dass eine komplette Charge fehlerhaft ist, also zum Beispiel Insulin ausläuft oder die Nadel nicht auslöst.
Diese Omnipods werden euch dann von Ypsomed direkt ersetzt.

Wenn das im Urlaub auf Island passiert, ist es natürlich mehr als ärgerlich. Deshalb gilt bei Reisen: Immer genug Ersatz dabei haben und zur Vorsicht Insulinpens mitnehmen.



Blöd ist es auch, wenn im kleinen Sichtfenster des Omnipods Blut zu sehen ist oder sich ein großer blauer Fleck unter dem Pflaster abzeichnet.
Sollten die Werte unnormal hoch sein, sofort den Pod wechseln.




Das Schmerzhafteste ist mir erst letzte Woche passiert.
Deaktiviert man den Omnipod, wird die Nadel eingezogen und nur die weiche Kanüle sitzt noch in der Haut. So wird das Abziehen des Pods von der Haut schmerzfrei. Normalerweise.
Denn aus unerklärbaren Gründen wurde die Nadel nicht eingezogen und durch den Ruck des Abziehens - (Ich ziehe immer eher schnell ab, damit es schnell vorbei ist) - hat die Nadel wohl irgendwas verletzt, auf jeden Fall tat die Stelle ganz schön weh und wollte nicht aufhören, zu bluten.




Natürlich ist das alles gar nicht so dramatisch, wie es sich anhört, aber es bedeutet ab und an extra Arbeit und man sollte wirklich darauf achten, damit es nicht zu Entzündungen oder hohen Blutzuckerwerten kommt.








Was passiert, wenn man beim Spritzen nicht aufpasst...


Wir kennen das ja alle. Da passt man einmal nicht auf und spritzt sich versehentlich 2-3 Insulineinheiten zu viel.
Kann passieren und ist auch nicht weiter tragisch. Dann trinkt man ein Glas Saft oder Cola und die Sache hat sich erledigt.

Was mir am Dienstag passiert ist, ist da wohl eher eine Mischung aus Verwirrung und Dummheit, die leider im Krankenhaus endete.

Ich war gerade in der Stadt, als ich plötzlich ein schrilles Piepen wahrnahm.
Erst dachte ich, dass es sicher von irgendeiner Kasse aus dem H&M kam, in dem ich gerade stand. Ein paar Minuten später realisierte ich den vertrauten Klang: Es war der PDM, die Fernbedienung meiner Pumpe, der den Alarm machte.
Auf dem Display stand :"PDM Fehler. Omnipod wurde deaktiviert. Bitte rufen sie umgehend den Service an."
Da schiebt man natürlich erst einmal Panik. Ist der PDM jetzt kaputt? Muss einer Neuer her? 
Muss ich den bezahlen?



Aber nein, glücklicherweise konnte der PDM durch einen Reset wieder gestartet werden und bis auf einen hohen Blutzuckerwert war alles in Ordnung.
Da ich keinen Ersatzpod dabei hatte, musste ich mit den mylife Daily Dose Einmalspritzen vorlieb nehmen.

Und da passierte mir wohl das dümmste Missgeschick in meiner gesamten Diabeteslaufbahn.
Wer die Daily Dose kennt, weiß, dass es diese Einmalspritzen mit 0,3ml pro 100U gibt - d.h. in einer Spritze sind 30 Insulineinheiten drin, wenn diese vollständig aufgezogen wurde.
Aus irgendeinem Grund nahm ich aber an, dass es 3 Insulineinheiten sind, auch wenn mir bei der aufgezogenen Menge mein Fehler hätte auffallen müssen.
Tat er aber leider nicht und so spritzte ich mir statt 6IE ganze 60IE. Bravo, Lea.



Mein Fehler fiel mir leider erst auf, nachdem mein Blutzucker einen Wert von 40mg/dl (auf dem Libre) unterschritt.
Besonders viel habe ich nicht mehr mitbekommen, mir nur 1l Cola in Rekordschnelle runtergekippt und danach, halbwegs auf dem Damm, noch eine Pizza gegessen.
Zuhause habe ich dann sofort meine Diabetologin angerufen, die mich natürlich in die Notaufnahme schickte.

Also Sachen gepackt, ab ins Krankenhaus und dort einen Zugang für einen Glukosetropf bekommen.
Zum Glück konnte so Schlimmeres verhindert werden.

Und was ziehen wir für ein Fazit?
Egal, wie sehr man durch den Wind ist, immer darauf achten, was man spritzt!
Das wird mir sicher nicht noch einmal passieren.

P.s.: Trotz meines Missgeschicks halte ich die Daily Dose für perfekt, wenn man unterwegs ist und die Pumpe ausfällt! 







We are one - Let's talk about Type 2.


Jeder Diabetiker kennt so nervige Sätze wie "hättest du mal nicht so viele Süßigkeiten gegessen, dann hättest du jetzt kein Diabetes" oder "Darfst du das überhaupt essen, da ist doch Zucker drin!" oder natürlich den Klassiker: "Mit Sport und Diät verschwindet der Diabetes, habe ich gelesen!"

Ich versuche dann, ruhig zu bleiben und darüber aufzuklären, dass Diabetes eigentlich herzlich wenig mit "Zucker als Nahrungsmittel" zu tun hat und ich nichts dafür kann, dass ich Diabetes habe und auch nichts dafür tun kann, damit es wieder vergeht.

Dann kommt meistens ein verständnisvolles Nicken und der nächste Satz, der mich immer wieder ärgert: "Aber Typ 2 Diabetes bekommt man doch nur, wenn man dick ist und zu viel Süßes und Fastfood isst. Das habe ich im Fernsehen gesehen!"

Leider höre ich das nicht nur von Unwissenden, sondern zum Teil auch von Typ 1 Diabetikern, die anscheinend gern einen Sündenbock für all die nervigen Vorurteile hätten.
Glaubt mir, der einzige Sündenbock ist die fehlende Aufklärung und die zumeist fehlerhafte Berichterstattung darüber.



Natürlich kann Typ 2 Diabetes durch ungesunde Ernährung und die damit verbundene Gewichtszunahme begünstigt werden, aber es ist nicht der Hauptgrund, weshalb jemand Typ 2 Diabetes bekommt.
Es stimmt, dass sich die Blutzuckerwerte durch Diät und Sport verbessern lassen, aber das klappt lange nicht bei Jedem.

Und wenn ich so darüber nachdenke, bin ich wirklich froh, Typ 1 Diabetiker zu sein.
Wir müssen auf nichts verzichten und noch viel besser: wenn wir Insulin spritzen, dann wirkt es auch.
Stellt euch mal vor, ihr spritzt und es hilft nicht, weil ihr eine Insulinresistenz habt.
Ich stelle es mir wirklich sehr schwer vor, als Typ 2 Diabetiker gut eingestellt zu sein.

Was ich damit sagen will: Egal ob Typ 1 oder 2, wir haben alle so unsere Probleme und haben alle den gleichen Vollzeitjob: unsere Blutzuckerwerte im Zaum halten.

Deswegen würde es mich freuen, wenn auch ihr in Zukunft an die Typ 2 Diabetiker denkt, wenn ihr mal wieder ein solches Gespräch, gespickt mit Vorurteilen, führt.



Wir sitzen alle im selben Boot. Wir führen alle den gleichen "Kampf". We are one.







Mein dreijähriges Diabetesjubiläum - das muss gefeiert werden!


Viele Diabetiker denken mit Schrecken an ihre Diagnose zurück und verstehen nicht, warum ich so ein schicksalhaftes Datum feiere.
Aber ich möchte versuchen, euch den Sinn dahinter zu erklären, bevor wir zum spaßigen Teil der ganzen Sache kommen.

Über die Zeit vor meiner Manifestation hatte ich ja bereits geschrieben und ich möchte mich nicht groß wiederholen.
Fakt ist, dass ich zu der Zeit nicht wusste, was ich hatte, die meisten amerikanischen Ärzte mich als "Simultant" belächelten und mir bereits nach dem Gang von Bett zu Dusche die Kraft fehlte, um überhaupt noch allein duschen zu können (als Beispiel für mein Befinden).
Ich hatte jeden Abend Angst ins Bett zu gehen, weil ich nicht wusste, ob ich wieder aufwachen würde.
Weil ich Angst hatte, zu sterben.

Und sind wir mal ehrlich: Hätte niemand bis jetzt das Insulin entdeckt, dann wäre ich es.
Oder hätten es die Ärzte weiterhin als Heimweh abgetan und ich wäre irgendwann zusammengebrochen.
Oder ich würde in einem Land leben, in dem es keine Insulinversorgung gäbe.
Ich wäre seit 3 Jahren tot.

Und so ist der 11.11.2011 zwar ein Schicksalstag, aber gleichzeitig der Tag, an dem mir eine Chance gegeben wurde. Die Chance, zu leben. Weiterzuleben.
Nicht jeder bekommt diese Chance und ich bin dankbar dafür.

Denn natürlich kann Diabetes zermürbend sein, aber mir wurde die Wahl gelassen und solange ich eine Wahl habe, würde ich mich immer wieder für das Leben entscheiden. Mit Diabetes.

//

Wie ihr alle wisst, ist der blaue Kreis das internationale Zeichen für Diabetes und so ließen wir es uns nicht nehmen, blau zu schmücken und blaue Lebensmittel zu kaufen.
Natürlich gab es auch wieder Donuts, diesmal in blau mit Blaubeerfüllung.
blaue Donuts, blaugefärbtes Wasser und Traubenzuckerherzchen + Schlümpfe ♥

Ein paar meiner Freunde waren dann auch tapfer genug, um sich den Blutzucker messen zu lassen.
Durch die Donuts und Traubenzuckerherzen waren manche Werte höher als erwartet und eine kurzzeitige Panik brach aus, die sich aber wieder beruhigte, nachdem wir eine Stunde später erneut gemessen haben.






Zwischendurch haben wir dann noch versucht, Fotos zu machen, was durch das schlechte Licht nicht so gelungen ist, wie wir uns das vorgestellt hatten, trotzdem möchte ich die Fotos mit euch teilen:



Es war ein schöner Abend und ich bedanke mich an dieser Stelle nochmal an meine Freunde, die verrückt genug waren, um so ein Jubiläum mitzufeiern. Danke, ihr seid toll! ♥








Der neue Diabetiker in der Stadt.


Seit knapp zwei Monaten lebe ich nun schon in einer Stadt ganz am anderen Ende Deutschlands und habe hier mein Studium begonnen.

Vor dem Umzug kamen natürlich Bedenken auf.
Klappt alleine wohnen mit dem Diabetes? Was mache ich bei einer schweren Unterzuckerung? Erzähle ich meinen Kommilitonen vom Diabetes und wenn ja, wie?
Finde ich einen Diabetologen, der genau so verständnisvoll und einfühlsam ist wie mein Letzter? Wie mache ich das mit Rezepten?
Und und und.

Zum Glück waren alle meine Sorgen übertrieben und es läuft (fast) alles so, wie ich es mir gewünscht habe.
Dieser Post hier ist also einfach als kleines Update gedacht.



Alleine wohnen gefällt mir besser, als ich erwartet habe.
Zum Glück hatte ich noch keine schlimmeren Unterzuckerungen und konnte mir so immer ganz gut mit Cola oder Traubenzucker helfen - vorausgesetzt man vergisst nicht, Cola zu kaufen.
Mein alternatives Unterzuckerungsgetränk ist momentan Fritz-Limo mit Melonengeschmack- also Fritzkola, wenn ihr das lest, schickt mir doch was zu. Am Besten schließen wir ein Abo über 50 Jahre ab. Mindestens.

Das Beste am Alleine wohnen ist wohl noch, um 3 Uhr nachts wegen einer Unterzuckerung die Schränke plündern zu können, ohne besorgte Menschen damit zu wecken.



Mein Blutzucker fährt momentan ganz gerne Achterbahn und ich arbeite jeden Tag daran, in meiner blauen Linie zu bleiben.
Ich denke, dass der (noch) fehlende Alltag daran Schuld ist, dass der Zucker Zicken macht.
Hoffentlich pendelt sich alles schnell wieder ein.
Mit dem neuen Libre Sensor kann ich das Ganze zum Glück besser beobachten.

Von Links oben nach rechts unten: Couscouspfanne, Seelachsfilet mit Käse überbacken und Spinatsoße, Buffet beim Mexikaner, Wrap mit Seitan-Nuggets
Gemüseburger-Sandwich, selbstgemachter Falafeldöner, Österreichische Mohnnudeln, Gemüse-Tortellini mit Walnuss-Käsesoße und Birnen-Nuss-Salat ♥

Vegetarisches (Pescetarisches) Essen und Diabetes vertragen sich übrigens sehr gut und da meine Uni auch eine vegetarisch/vegane Mensa hat, gibt es jeden Tag leckeres Essen, welches ich euch nicht vorenthalten wollte.
#Icaneateverything

Diabetesgefühle: So geht es mir bei einer Unter-/Überzuckerung.


Bei der Routineuntersuchung werde ich jedes Mal gefragt, wie ich mich denn bei einer Unterzuckerung fühle.
Natürlich fallen einem auf diese Symptome meistens nur "Äh, zittrig" ein, dabei sieht es bei einer echten Unterzuckerung ganz anders aus.

Ich vermeide das Wort "Hypo" lieber, denn eine Hypoglykämie setzt erst ab Werten unter 50mg/dl ein, unterzuckert fühle ich mich aber bereits ab Werten unter 80.
Genau so individuell wie der Wert, ab dem man sich unwohl fühlt, sind wohl auch die Symptome.

Heute möchte ich also einfach mal ein bisschen über mein Gefühl sprechen, welches ich bei Unter- oder Überzuckerungen habe.
Persönlich finde ich solche Berichte einfach interessant und ich hoffe, so ein wenig Licht in den dunklen Diabetes-Dschungle für den Diabetes Typ F - Familie und Freunde - zu bringen.

Denn immer, wenn mich Menschen, die mir nahe stehen, mich fragen, wie sich das Ganze denn überhaupt so anfühlt, dann muss ich erstmal überlegen.
Schließlich ist das, obwohl man sich tagtäglich damit beschäftigt, gar nicht so leicht zu beantworten.



Ich gehe jetzt mal von einer Unterzuckerung bei 60mg/dl aus. Diese bemerke ich eigentlich immer und meistens fühle ich mich dabei schon ziemlich schlecht.
Natürlich ist das "Zittern" ganz oben auf meiner Liste, allerdings ist es für mich nicht mit normalem Zittern (z.B. bei Kälte) zu vergleichen.
Viel mehr ist es ein Zittern aller vorhandenen Muskeln im Körper, für mich fühlt es sich an, als wäre all die Energie (in Form von Zucker) aus den Muskeln entzogen worden, es brennt wie nach einer sehr anstrengenden Sporteinheit oder einem langen Lauf.
So müssen sich Marathonläufer nach der Ziellinie fühlen.

Dazu kommt, dass ich nicht mehr vernünftig sehen kann, alles erscheint zu scharf und die Farben zu grell - wenn dieses Symptom verschwindet, weiß ich automatisch, dass mein Blutzuckerwert wieder auf einem guten Level ist.

Außerdem das bekannte Problem: Wirre Gedanken.
Bin ich unterzuckert, brauche ich schnell- und langsamwirkende Kohlenhydrate. So weit, so gut.

Dann stehe ich vor dem Kühlschrank und weiß partout nicht, was ich nun nehmen soll.
Manchmal kommt es dann vor, dass ich ungetoastete Toastscheiben in mich stopfe und diese mit Cola runterspüle - obwohl wir eigentlich auch meine Lieblingsgummibärchen hatten.
Als ich noch zuhause gewohnt habe, musste mir meistens ein Elternteil vorschreiben, was ich esse, damit ich überhaupt mal anfing, die Unterzuckerung zu behandeln.

Wenn noch "Schwindel" dazu kommt, hilft aber nur noch Traubenzucker, den ich panisch in mich stopfe.
(So ganz aus dem Kontext gerissen: Meine Lieblingssorte ist ganz klar Wassermelone!)


In letzter Zeit habe ich oft das Problem, dass ich eigentlich so spritze wie immer, es aber genau in der Situation zu viel ist.
Zwar kann ich nun meine Pumpe ausstellen, aber mit noch 10 aktiven Insulineinheiten nützt das auch nicht so viel.

Der durch zu viel Insulin verursachte Unterzucker ist meiner Meinung nach der Unangenehmste.
Ich kann förmlich spüren, wie sich der Blutzuckerwert in den Keller verabschiedet.
Dieses Gefühl lässt mich meistens leicht in Panik ausbrechen und doch schaffe ich es (fast) immer, nur so viel zu mir zu nehmen, dass der Zucker nicht gleich von der Hypo in die Hyper umschlägt.




Wo wir beim 2. Punkt, der Hyperglykämie wären.
Ich sage dazu nur zwei Sachen: Kopfschmerzen und Wüste. Als hätte ich tagelang keine Flüssigkeit zu mir genommen.
Richtig toll wird es, wenn mich ab 300mg/dl die Übelkeit plagt.
(Über 400mg/dl bin ich allerdings nur vor meiner Manifestation gekommen - toi,toi,toi!)

Zum Glück habe ich eigentlich nur in sehr stressigen Zeiten hohe Blutzuckerwerte (wie gerade zum Unistart, da kommt Freude auf!).
Irgendwer hat mal gesagt, bei hohem Blutzucker fühlt man sich, als wäre man von einem Laster überrollt worden - Stimmt.
In der Wüste. Nach 5 Tagen Fußmarsch. Ohne Wasser.
Da hilft einfach nur Abwarten, Tee trinken und den Wert korrigieren.

Nach solchen Unter- oder Überzuckerungen bin ich dann auch immer müde und kaputt - je nachdem, wie oft die Blutzuckerwerte an dem Tag aus der Reihe sprangen, ist dieser dann auch gelaufen.

An solchen Tagen könnte ich sauer sein, dass mal wieder so gar nichts klappen will.
Oder aber ich versüße mir den restlichen Tag je nachdem mit Schokolade oder Tee und einem Film, ganz entspannt auf dem Sofa.
Denn denkt dran, Ärger treibt den Blutzucker bloß wieder hoch ;)

Jetzt würde ich von euch natürlich gern wissen, ob es bei euch genau so abläuft oder vielleicht ganz anders?
Schüttet mir einfach mal euer Herz aus, ich würde mich freuen. ♥









#dbw2014: Lieber Diabetes Typ 1...



Heute erreicht euch der erste Beitrag für die Diabetes Blog Woche, die von Tine, Sascha sowie Ilka und Finn ins Leben gerufen wurde.

Die erste Aufgabe ist es, einen Brief an seinen Diabetes zu schreiben - in welche Richtung das geht, ist egal.
Ich bin schon gespannt auf die Interpretationen der anderen Blogger und Teilnehmer - wenn ihr keinen Blog habt, aber gern mitmachen möchtet, schreibt mir oder den Organisatoren doch eine Mail.






Seit mittlerweile 3 Jahren begleitest du mich nun schon, hast mich oft verzweifeln lassen und genervt, was das Zeug hielt, aber so richtig vorstellen kann ich mir mein Leben ohne dich auch nicht mehr.

Nicht nur, dass du mir in meinen Gedanken fehlen würdest ("Hab ich schon gemessen?", "Bolus nicht vergessen!", "Wie viel KE hat der Mist denn jetzt?"), du hast mein Leben in den letzten Jahren komplett verändert und auch wenn nicht jede Änderung positiv war, bin ich dir irgendwie dankbar.

Denn du hast mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin, der ich gerne bin.
Der sich wohlfühlt in seiner Haut, der zu sich selbst steht und der weiß, wie wertvoll das Leben ist.

Durch dich weiß ich zwar, wie es sich anfühlt, ganz unten zu sein, aber andererseits weiß ich durch diese Erfahrung auch, dass ich es immer wieder schaffen kann, aus den tiefsten Löchern wieder herauszukommen.
Du hast mir in gewisser Weise Hoffnung gegeben und den Glauben an mich selbst.
Dass ich alles schaffen kann, was ich angehe.
Dass ich stolz darauf sein kann, wer ich bin und was ich tue.
Du hast mir klargemacht, dass mir mit meiner Willensstärke alle Türen offen stehen, auch ohne sich zu verstellen.

Ich weiß, dass es einige Dinge gibt, die ich an mir nie ändern kann, aber dass ich das akzeptieren muss und auch kann. Ich muss mich nicht für Dinge schämen, gegen die ich nichts tun kann.

Ich denke, es ist sehr, sehr wichtig diese Dinge für sich zu verstehen, um ein zufriedenes und glückliches Leben führen zu können.
Und das führe ich, obwohl oder gerade weil du dazu gehörst.

Solltest du mich mal wieder deprimieren, ist es genau das, was ich mir ins Gedächtnis rufe - die positive Seite an dir.
Denn die möchte ich nicht missen.

Auf viele weitere aufregende Jahre,

deine Lea






What's in my Diabetes bag?




So schön es auch ist, dass die Technik für Diabetiker mittlerweile weit fortgeschritten ist, so nervig ist es auch, seine ganzen Utensilien für unterwegs griffbereit zu haben.
Es gibt natürlich auch Einige, die nehmen es nicht so genau und lassen sogar mal ihr Messgerät zuhause - für alle anderen bleibt die Frage: Was soll ich mitnehmen und in welche Tasche passt der ganze Kram?

Seitdem ich zu den Pumpenträgern gehöre, habe ich deutlich weniger Kram dabei, vielleicht ein weiterer Pluspunkt.
Noch vor einem Monat schleppte ich mich da nämlich mit Messgerät, Spritzen, Traubenzucker, langwirkenden KE (Müsliriegel o.ä.) und einer Cola für plötzlich auftretende Unterzuckerungen ab.

Nun sieht es in meiner #Diabetesbag ungefähr so aus:



Immer mit dabei: Pumpenfernbedienung mit integriertem Messgerät plus Stechhilfe und Teststreifen, ein Omnipod als Ersatz, eine mylife Daily Dose Einmalspritze als Notfall, wenn der Ersatz auch versagt, Desinfektionsmittel und natürlich Traubenzucker.
Dextro-Traubenzucker und ich mögen uns nicht besonders - der "runde" Traubenzucker aus der Apotheke ist da eher mein Fall, hier mit Wassermelonengeschmack (fast lecker)!




Wenn ich über Nacht oder das Wochenende unterwegs bin, kommen zusätzlich noch Ketonmessgerät und Tape mit, außerdem noch eine Extradose Teststreifen und Nadeln für die Stechhilfe.



Und was mache ich, wenn ich feiern gehe?
Da ich meistens selber fahre, lasse ich einen Ersatzpod und den ganzen Notfallkram im Auto und nehme nur Fernbedienung mit den Teststreifen und Traubenzucker mit in die Disco.
Dafür reichen auch kleine Taschen oder für die männliche Spezies Rucksäcke.

Hier findet ihr übrigens noch weitere #whatsinmydiabetesbag Fotos.





Meine neue große Liebe - die Omnipod Pumpe von Ypsomed


Letzte Woche war es endlich soweit: Mein Krankenhausaufenthalt für die Einstellung auf die Insulinpumpentherapie stand an.

IMG_3115
Mein Wochenplan - allerdings durfte ich Donnerstag schon wieder gehen 

Bereits im Februar hatte ich mich für die Omnipod Pumpe von Ypsomed entschieden, da meine Blutzuckerwerte trotz großer Disziplin meinerseits aus der Reihe tanzten.

Mein HbA1c liegt zwar bei 6,5% und jeder Arzt sowie Diabetiker wäre damit mehr als zufrieden.
Allerdings habe ich so einen Wert auch nur noch zustande gebracht, in dem ich über 15x am Tag gemessen und andauernd Korrektur gespritzt habe, das ist nun wirklich nicht Sinn der Sache für eine gut eingestellte Therapie.
Meine Faktoren änderten sich wöchentlich und ich war nur noch schlecht gelaunt.
Fettige Sachen essen klappte nicht, Sport machen klappte nicht, plötzliche Unterzuckerungen oder Überzuckerungen ließen mich zusammenklappen.

Ich bin mir sicher, dass viele Menschen auch mit der Therapie mit Pen tolle, vorzeigbare Werte haben können, doch es gibt genau so Viele, die das eben nur mit Pumpe schaffen.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden oder zu spüren bekommen.

Image and video hosting by TinyPic
Weswegen ich mich nun für eine Insulinpumpentherapie entschieden habe, liegt an folgenden Punkten:


  • Die Basalrate kann viel genauer eingestellt werden - gerade für das Dawn Phänomen sehr nützlich.

  • Bei Unterzuckerungen kann die Insulinpumpe für kurze Zeit ausgestellt werden - kein lästiges "Alles-in-sich-hineinstopfen" mehr und folglich auch weniger Angst in dem Moment.

  • Wenn ich nun Sport mache, muss ich nicht schauen, dass ich vorher etwas esse (und dann doch zu hoch rauskomme), sondern kann einfach die Basalrate auf z.B. 80% senken.
    Die temporäre Basalrate ist die wohl wichtigste Funktion für mich.


page4
Hier seht ihr ein paar Einstellungen.


  • Ein weiterer nicht so wichtiger Punkt ist, dass ich nicht mehr spritzen muss und mein Bauch nun nicht mehr aussieht wie ein Schlachtfeld (bin anscheinend anfällig für blaue Flecken).
    Außerdem kann ich so auch nicht mehr Lantus vergessen und durch zu spätes Spritzen schlechte Werte kassieren.


Was mir auch sehr gut gefällt, ist, dass die Pumpe anhand der eingegebenen Daten selbst ausrechnet, wie viele Einheiten ich für eine bestimmte Menge an Kohlenhydraten spritzen muss.
Natürlich kann ich rechnen, aber manchmal ist man im Stress und verrechnet sich wohlmöglich...
So hat man einfach mehr Sicherheit.

Das Schöne am mylife Omnipod ist natürlich auch, dass er keinen nervigen Schlauch besitzt und weiterhin wasserdicht ist.
So muss man die Pumpe nirgends abkoppeln, was auch in anderen Bereichen sicher seine Vorteile hat...

IMG_3323
So sieht mein Plan nun aus :)



page
Das vegetarische Essen war wirklich gut! 

page1
Meine Panki und ich waren definitiv die Coolsten im Krankenhaus (hier bei der Bekämpfung gegen die Langeweile mit einer Freundin)

page3
#podselfie - der neue Trend für Omnipod Freunde


Ich habe mir gedacht, dass ich für alle weiteren Fragen zu meiner neuen Pumpe einen Q&A (also Frage und Antwort) Post mache.
Wenn ihr irgendwelche Fragen habt, zum Beispiel ob "sich das nicht komisch anfühlt, die ganze Zeit etwas unter der Haut zu haben", stellt sie mir einfach per Mail (voguerella@web.de), auf meiner Facebookseite (hier) oder als Kommentar unter diesen Post (geht auch Anonym!)

Und denkt dran: Keine Frage ist dumm, es zeigt mir nur euer Interesse und darüber freue ich mich!
Also haut in die Tasten :-)




Wie alles begann - meine Diagnose 2011


Kurz nach meinem 17. Geburtstag (September) veränderte sich mein Leben für immer.
Ich befand mich gerade als Austauschschülerin in America, genauer gesagt in Wisconsin.

Seit einiger Zeit fühlte ich mich seltsam schlapp und mir wurde oft schwindelig.
Während der Mittagspausen (Lunch break) wurde mir auch oft schwarz vor Augen und ich bekam infolgedessen keinen Bissen herunter, später plagten mich regelrechte Fressattacken, da mein Magen knurrte.
Abends ging ich immer früh zu Bett, da ich schon den ganzen Tag über so müde war.

Meine Gastfamilie und ich schoben es auf die ungewohnte Sprache, das ungewohnte Essen und mein neues, aufregendes Umfeld.
Doch entgegen aller Versprechen, wurde es nach einiger Zeit nicht besser, sondern schlimmer.

Zusätzlich zu meinem Schwächegefühl hatte ich eine Erkältung bekommen und machte die erste Bekanntschaft mit amerikanischen Ärzten.
Nun ist es in Amerika so, dass bei den nicht privaten Patienten nur die nötigsten Test gemacht werden, da das Krankenhaus diese Kosten selbst tragen muss.
Ich bekam also Blut abgenommen und dieses wurde auf eine Entzündung getestet. Nichts weiter.
Natürlich fiel ich bei meinem Pech erstmal in Ohnmacht und wachte wenig später auf einer Liege auf, meine besorgte Gastmutter an meiner Seite.
Den Tag verbrachte ich völlig entkräftet im Bett und bekam am Abend den Anruf, dass es sich um eine stinknormale Erkältung handeln sollte.

Danach habe ich um ehrlich zu sein Erinnerungslücken, ich weiß nur, dass der Schnupfen einige Male wiederkehrte, mit ihm die Symptome Schwindel und ein eigenartiges Gefühl, in einer riesigen Seifenblase zu sitzen (heute weiß ich, dass man dieses Gefühl Depersonalisierung nennt).
Die Ärzte teilten mir milde mit, dass ich mir das nur einbilden würde und vermutlich Heimweh hätte.
Verängstigt, wie ich es zu der Zeit war, wollte ich ihnen glauben.
Quälte mich durch die Schultage, landete jede zweite Stunde im Krankenraum und fühlte mich allein gelassen und elend.
Aber was, wenn ich mir das Schwindelgefühl wirklich nur einbildete und eigentlich gesund war?
Da ich Angst hatte, nochmal zu hören, dass ich ein Psycho sei, verschwieg ich, dass es mir nicht besser ging.

Natürlich verschlechterte sich mein Zustand so nur noch mehr.
Ich nahm sehr schnell ab und war so entkräftet, dass sogar die morgendliche Dusche zu einem Kraftakt wurde.

Ab und zu saß ich im Bett und wusste nicht, was ich die letzte Stunde getan hatte. Ich hatte Filmrisse.
Und diese Filmrisse machten mir mehr Angst als alles andere.
Ich hatte Angst, Abends schlafen zu gehen, weil ich vielleicht nicht mehr aufwachen würde.
Ich hatte Angst, aus dem Haus zu gehen, weil ich nicht auf der Straße zusammenbrechen wollte.
Ich war verzweifelt.

Meine Gastmutter kam auf die Idee, dass mir spezielle Nährstoffshakes helfen könnten.
Im Nachhinein haben sie mir wirklich geholfen und ich bin froh, dass es so gekommen ist.

Eines Abends, mittlerweile Anfang November, hatte ich wieder mal den ganzen Tag im Bett verbracht und Nährstoffshakes getrunken, die nicht so wirklich wirken wollten.
Plötzlich fing sich der Raum an zu drehen, immer schneller.
Ich konnte die Augen nicht mehr offen halten und bekam schlecht Luft.

Meine Gastmutter fuhr mich sofort zum Krankenhaus und ich wurde ans EKG angeschlossen, außerdem musste ich in eine Tüte atmen.
Endlich, nach zwei Monaten voller Quälerei, wurde tatsächlich mal mein Blutzucker gemessen.
Dass der die 400er Marke längst überschritten hatte, muss ich wohl kaum erwähnen.

Nach der Nacht im Krankenhaus war ich vor allem erleichtert. Ich würde wieder gesund werden, denn mit Diabetes konnte man leben.
Komisch, wie glücklich man über eine Stoffwechselerkrankung sein kann.

Doch leider hatte ich das Ende noch nicht erreicht. Und jetzt, wo ich so gut Bescheid weiß, tut es wirklich weh, darüber zu schreiben, zu reden.

Ich bekam also Insulin, ein Hormon, dass meinem Körper zu dem Zeitpunkt seit 2 Monaten mehr oder weniger gefehlt hatte.
Leider bekam ich nur Lantus, ein Basalinsulin, was ich von nun an jeden Abend injizieren sollte.
Bolusinsulin, eine Schulung? Bekam ich nicht.
Nur die Anweisung (das Schlimmste überhaupt!) keine Kohlenhydrate mehr zu essen.

Jeder Diabetiker weiß, wenn Insulin im Blut ist, müssen Kohlenhydrate gegessen werden, sonst hat man Erstens keine Energie und kann Zweitens sehr leicht unterzuckern.
Was ich dann auch tat, andauernd.
Und natürlich fühlte ich mich nach Mahlzeiten immer noch genau so schlecht.
Diese Zeit war wirklich fast schlimmer als vor der Diagnose.
Wie können Ärzte bitte sowas tun?
Wie kann man sich nicht mit Diabetes TYP EINS auskennen?
Es gibt auch genug Typ 1er in Amerika, auch wenn Typ 2 dort weiter verbreitet ist.

Ich bin sehr, sehr froh, dann die Entscheidung gefällt zu haben, nach Deutschland zu fliegen und mein Auslandsjahr abzubrechen.
Diese Entscheidung tut immer noch weh, aber wer weiß, was passiert wäre, wenn ich dageblieben wäre.

In Deutschland kam ich sofort ins Krankenhaus, bekam mein Insulin und eine gute Schulung.
Außerdem benannte die dort anwesende Psychologin meine Angst, eine posttraumatische Reaktion auf diese Monate.
Agoraphobie. Danke an die inkompetenten Ärzte.

Mit Diabetes kam ich dann eigentlich relativ gut klar, aber die Angsterkrankung zu bekämpfen war um Einiges schwieriger und hat drei Jahre angedauert.
(Wer mehr darüber lesen will, kann sich diesen Post auf meinem anderen Blog durchlesen.)

Was ich nach diesen 3 anstrengenden Jahren sagen kann, ist, dass ich nun weiß, wofür es sich zu kämpfen lohnt und ich endlich gewonnen habe.
Ich bin glücklich, trotz und mit Diabetes.
Und ich hoffe, dass ihr das auch seid.