Warum es wichtig ist, vor dem Schlafengehen zu messen


In letzter Zeit gab es nicht viele Diabetes-Eskapaden, über die ich mich hätte beschweren können.
Ab und zu ein paar kleine Ausrutscher nach oben, aber im Großen und Ganzen lief das Management so nebenbei.
Mein neuer HbA1c von 6,7% veranschaulicht die Situation ganz gut.

Meine letzte schlimmere Hypo war Ewigkeiten her. Bis gestern Nacht.



Ungefähr eine Stunde vor meiner gewohnten Schlafenszeit lag der Blutzucker bei 188mg/dL, ich hatte gerade etwas gegessen und ein paar Insulineinheiten wirkten noch nach.
Nichts Aufregendes.

Doch als ich eine Stunde später das Licht ausmachen wollte, kam mir der Gedanken, doch noch einmal nachzumessen.
Ich habe mich in dem Moment nicht schlecht gefühlt, hatte keine Symptome einer Unterzuckerung, wie es sonst der Fall war.
Trotzdem zeigte meine Messgerät nur einen Wert von 50mg/dL mit noch 2 wirkenden Insulineinheiten an und ich geriet kurzzeitig in Panik.

Mit Traubenzucker und Gummibärchen war die Unterzuckerung schon bald behoben, aber ich fühlte mich zittriger und aufgewühlter als zuvor.
Vermutlich hatte ich unterbewusst doch bemerkt, dass etwas nicht stimmte und deshalb mein Messgerät gezückt.
Oft gehe ich aber auch einfach schlafen, ohne noch einmal aufs Messgerät zu schauen - jedenfalls, wenn der Blutzucker kurze Zeit zuvor stabil ist.
Die Was-Wäre-Wenn-Fragen geistern durch meinen Kopf.
Es hätte auch anders ausgehen können.

Ich bin mir jedenfalls sicher, dass ich das Messen vor dem Schlafengehen nicht mehr so schnell vergessen werde.

Through deep waters I will be with you


Der August war kein leichter Monat für meine Familie.
Ich hatte mir vorgenommen, in der Unistadt zu bleiben und an meiner Hausarbeit zu feilen.
Endlich mal entspannen, nachdem der Druck der letzten Klausuren von meinen Schultern gefallen war.
Ich studiere wirklich gern und bin froh über meine Fächerwahl, aber an manchen Tagen wird mir das Ständige in der Uni sein und lernen zu viel, vielleicht fühle ich mich einfach immer noch leichter unter Druck gesetzt als meine Kommilitonen.
Manchmal vergesse ich, dass ich vor ein paar Jahren nicht mal mehr allein vor die Tür gehen konnte, weil mich die Angststörung verfolgt hat.
Das ist vorbei, aber diese Jahre, in denen es mir schlecht ging, haben mich anfälliger gemacht. Noch sensibler.
Aber auch noch eigener und das ist das Schöne daran:
Ich weiß, wann es Zeit für mich wird, einen Gang zurückzuschalten und neue Kraft zu tanken.

Als der Anruf kam, wusste ich, dass ich meine Kraftreserven weiter strapazieren musste:
für meine Familie.



Mein Onkel hatte seit 2 Jahren Krebs und wir dachten, er hätte es überstanden, als er erneut über Schmerzen klagte.
Die darauf folgende Operation zeigte, dass dem leider nicht so war.
Flüssige Metastasen hatten seinen Körper eingenommen.
Er wurde von innen heraus aufgefressen.
Es gab nichts, was wir noch tun konnten, außer warten und ihm beizustehen.

Es gibt keinen Ausdruck für das Gefühl, einen geliebten Menschen sterben zu sehen, wissend, dass man absolut nichts dagegen tun kann.
Ihn leiden zu sehen, ihn weinen zu sehen und sich gemeinsam mit ihm nach dem Warum zu fragen, auf das es keine Antwort gibt.

Was mich am Meisten dabei mitgenommen hat, sind alle die unerfüllten Wünsche und Pläne, all die Ziele, die ins Nichts verlaufen.
Ein Leben, was nicht weitergeht, nur in unserer Erinnerung.
Eine Erinnerung daran, dass man nur dieses eine Leben besitzt.
Wir sollten alle viel mutiger sein, uns mehr zutrauen, mehr leben.
Dankbar für diese Chance sein, auch wenn wir nicht wissen, wo sie uns hinführt.

Mein Onkel sagte zu mir, ich soll jede Chance ergreifen, die sich mir stellt.
Alles mitnehmen.

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In den letzten Monaten habe ich das getan.
Ich habe meine Zeit mit Freunden und meiner Familie genossen, war in Berlin, Dänemark und München.
Oft gab es Momente, in denen ich dachte, wie glücklich ich mich schätzen kann.
Damit möchte ich sagen, dass ich natürlich manchmal traurig war und mir Gedanken gemacht habe, aber ich habe mich davon nicht runterziehen lassen.
Jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden und ich nichts außer Wolken und Regen sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue, wird es wieder ein bisschen schwieriger für mich, aber ich habe genug liebe Menschen um mich herum, die mich immer wieder aufbauen, ob bewusst oder unbewusst.



Ich wollte in den letzten Monaten schon oft Posts schreiben, denn ich hatte Ideen und das Schreiben fehlt mir.
Aber es wollte nicht so recht gelingen und ich hatte auch nicht wirklich Lust, mich mehr als nötig mit meinen Diabetessorgen auseinanderzusetzen.
Ich habe gemessen, gespritzt, korrigiert, angepasst - ohne mich groß über Werte zu ärgern.
Es lief einfach wie von selbst, warum sollte ich mich also groß aufregen?
Das kam mir plötzlich so banal und nichtig vor.

Ich denke, ihr versteht jetzt etwas besser, warum ich nicht viel von mir habe hören lassen.
Das wird sich bald wieder ändern. 

Prikkedief - der Onlineshop für bunte Diabetesaccessoires


Marijke und Sander aus den Niederlanden haben sich mit Prikkedief einen eigenen kleinen Traum erfüllt.

Alles fing damit an, dass Marijke keine Lust mehr auf die langweiligen Taschen für ihren Insulinpen hatte - sie hatte das Gefühl, dass eine schöne, farbenfrohe Tasche die tägliche Konfrontation mit Diabetes erträglicher machen würde.

Schnell entstand die Idee, auch andere Diabetesaccessoires optisch aufzuwerten.
Diabetes muss nicht länger nach klinisch reinen Therapieprodukten aussehen, die sofort an einen Krankenhausaufenthalt erinnern.

Auch wenn meine Pumpenfernbedienung mit der Folie nun oft mit einem Handy (ist das dann schon Vintage?) verwechselt wird, bin ich froh über die bunte Motivation.

Deshalb möchte ich euch heute den Shop von Prikkedief vorstellen.

Auch ich habe meine Produkte als ganz normaler Kunde gekauft, nichts davon wurde gesponsert.
Allerdings habe ich Sander erzählt, dass ich über ihren Shop schreiben möchte und einen Rabattcode für euch abgestaubt - aber dazu später mehr ;-)



Oft wurde ich gefragt, woher ich den schönen Glitzeraufkleber für meinen PDM habe - jetzt wisst ihr, woher!
Die Glitzerfolien sind übrigens wieder im Shop erhältlich - nun auch für verschiedenen Pumpen und den Freestyle Libre!




Da ich meinen alten PDM leider einsenden musste, brauchte ich natürlich eine neue Folie.
Diesmal habe ich mich für ein sommerliches Blumenmuster entschieden.
Mittlerweile gibt es noch 2 andere pflanzliche Muster im Shop, die mir sehr gut gefallen.




Neben den Aufklebern für Pumpe und Co gibt es auch andere Diabetesaccessoires.
Das T-Shirt ist momentan sogar im Sale!

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Auf Lifestyleblogs hätte man das da oben vermutlich meinen "Prikkedief Haul" genannt - dann können wir ja ganz passend mit meiner Wunschliste weitermachen:



Die Diabetestaschen sind wirklich schön, besonders gut gefallen mir die Pastellfarben.



Auch habe ich noch nie so schöne Notfallarmbänder gesehen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob diese wirklich von Nutzen sind.


Auch Poster sind im Shop zu bekommen.



Und das Beste?
Die Sticker gibt es nun für die Animas Vibe, für das Bayer Contour Next Messgerät, für Freestyle Libre und die Sensoren, für die Medtronic 640g und für Omnipod plus PDM.

Wenn ihr jetzt Lust bekommen habt, etwas zu bestellen, habt ihr noch mehr Glück:
Es gibt einen 15% Gutscheincode für euch:

PDLEARAAK